Wie bringe ich mehr Licht in meine Wohnung?

Jedem Raum sein Licht - Rainer Sturm
Jedem Raum sein Licht - Rainer Sturm
In puncto Licht und Beleuchtung herrscht oft große Unschlüssigkeit. Wie Sie sich Ihr eigenes Beleuchtungskonzept erstellen können, erfahren Sie hier.

Licht hat nicht nur Einfluss auf unsere Stimmung, sondern auch einen funktionalen Aspekt zu erfüllen. Fehlt Tageslicht oder tritt es nur spärlich durchs Fenster, muss mit elektrischem Licht nachgeholfen werden. Um dem jeweiligen Lichtbedarf Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses gerecht zu werden, sind einige auf Ihre Wohnbedürfnisse zugeschnittenen Aspekte zu beachten.

Vor Ihrer Lichtplanung sollten Sie bereits wissen, wie viel Licht Sie grundsätzlich benötigen werden. Mit der Messeinheit Lux wird ausgesagt, wie viel Licht auf einer bestimmen Oberfläche ankommt. Jeder Aktivität liegt ein anderer Lux-Wert. zugrunde:

Beispiele für Lux-Werte im Freien:

  • Dämmerung (10 Lux)
  • Sehr trüber Tag (107 Lux)
  • Bedeckt (1.075 Lux)
  • Tageslicht (10.750 Lux)
  • Heller Sonnenschein (107.500 Lux)

Beispiele für Lux-Werte in Gebäuden:

  • Minimum zum sicheren Bewegen (50 Lux)
  • Abgedunkeltes Theater (100 Lux)
  • Wohnen (200 Lux)
  • Küche und ähnliche Arbeitsbereiche (300 - 500 Lux)
  • Lesen und Schreibtischarbeit (500 - 750 Lux)
  • Zeichnen und diffizile Arbeiten (1.000 - 1.500 Lux)

Licht-Design nach Maß

Wer sich genaue Messwerte wünscht, hat zwei Möglichkeiten: Die eine ist, einen professionellen Lichtdesigner zu beauftragen. Allerdings kann man sich auch schon für wenig Geld ein Messgerät ausleihen. Nochmals betont an dieser Stelle sei, dass die erforderliche Helligkeit der Nutzung im jeweiligen Bereich gerecht werden muss. Schließlich ist es ein Unterschied, ob man in der Küche (wegen der höheren Verletzungsgefahr) werkelt oder ob man sich im Wohnzimmer aufhält. Doch sollte man auch daran denken, dass man mit fortgeschrittenem Alter mehr Licht "konsumiert" wird. So braucht etwa ein 40-Jähriger drei Mal so viel Licht wie ein 10-Jäjhriges Kind und ein 60-Jähriger 15 Mal so viel. Indes, Träger von Brillen und anderen Sehhilfen sind auf noch stärkere Lichtquellen angewiesen.

Energiesparlampe contra Glühbirne

Ein durchschnittlicher Haushalt verbraucht etwa zehn Prozent für Beleuchtung, gemessen am Gesamtstromverbrauch. Wenngleich die Energiesparlampe nicht so attraktiv eine Glühbirne leuchtet, reduziert sich dank ihrer der vorgenannte Wert nochmals um 75 Prozent. Obendrein geben Energiesparlampen sechs Mal mehr Licht als zum Beispiel Wolfram-Glühlampen ab. Die Wattstärke reduziert sich in der Folge. Außerdem gut zu wissen: Eine Energiesparlampe verhindert im Laufe ihres Lebens die Abgabe einer halben Tonne Kohlendioxid an die Atmosphäre.

Bauliche Merkmale, Einrichtung und Tageslicht harmonisch aufeinander abstimmen

Steht ein Neubau an, sollte man sich so früh wie möglich mit dem Thema Beleuchtung auseinandersetzen, damit sich bauliche Merkmale, Einrichtung und Tageslicht nicht in die Quere kommen. Bevor man sich also in die Lampenabteilung eines Geschäftes stürzt, sollte man die Lichtverhältnisse des jeweiligen Raumes näher beleuchten. Wie viel Tageslicht kommt in den Raum? Am wenigsten Licht schlucken einfache Fensterdekorationen wie hochziehbare Rollos oder an die Wand klappbare Innenfensterläden. Auch Spiegel oder Glas-Raumteiler an der richtigen Stelle in Diele, Flur oder Treppenaufgang reflektieren Licht. In welcher Himmelsrichtung befinden sich die Fenster? In ein Nordfenster fällt ein eher kühl-weißes Licht. Das in ein Südfenster fallende Licht ist wärmer und gelblicher. Für Zimmer, in denen man sich viel aufhält oder wo man es sich gemütlich machen will, sollte man lieber auf Südfenster setzen. Welche Gegebenheiten im Raum sind zu dunkel, welche zu hell? Gibt es eine blendende Deckenleuchte?

Besonderheiten und Funktionalität ins rechte Licht rücken

Wie ist der Raum baulich ausgestattet? Geräumig mit einer hohen Decke? Oder wirkt er eher beengt? Welche Besonderheiten sollen ins "rechtes Licht" gerückt werden? Welche andere Farbgestaltung könnte die Lichtverhältnisse verbessern? Könnte zum Beispiel ein schwerer Teppich durch helles Holz ersetzt werden?

Wie bewegen Sie sich durch den Raum? Die Lichtschalter sollten so angeordnet, dass sie jederzeit mühelos bedient werden können. Wie wird der Raum genutzt? Welche Zwecke erfüllt die vorhandene Beleuchtung? Sollen zusätzlich Dimmer eingesetzt werden? Ist zum Beispiel in Küche und Bad gewährleistet, dass die Beleuchtungselemente nicht mit Wasser oder Dampf in Berührung kommen (für diese Fälle gibt es spezielle Feuchtraumleuchten)?

Aus Alt mach Neu oder: Licht ins Dunkel

Ist die Elektroinstallation noch zeitgemäß? Wenn Sicherungen wiederholt ohne ersichtlichen Grund herausspringen, Kabel eine spröde Isolierung aufweisen oder wenn es sich um altmodische Steckdosen und Schalter handelt, ist Vorsicht geboten. Müssen aber neue Kabel unter Putz oder in Fußböden verlegt werden, kann das schnell ins Geld gehen. Andererseits ist zu überdenken, ob eine Erneuerung oder Neuinstallation nicht eine willkommene Gelegenheit ist, Steckdosen und Schalter günstiger zu platzieren oder zusätzliche Anschlüsse einzubauen.

Unbedingt beachten: Größere elektrotechnische Veränderungen dürfen nur von einem qualifizierten Fachmann vorgenommen werden. Lediglich kleinere Arbeiten wie das Anschließen von Leuchten kann jeder handwerklich Versierte mit genügend Sachverstand selber ausführen.

Quelle: Elizabeth Wilhide: Leuchten, Licht, Effekte. Trends für dekorative Wohnerlebnisse. DVA München. 1 Auflage 2007 (ISBN: 978-3-421-03602-S).

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