Grußformel in E-Mail und Brief in geschäftlicher Korrespondenz

Grußformel Brief, E-Mail  - Bernd Boscolo/pixelio.de
Grußformel Brief, E-Mail - Bernd Boscolo/pixelio.de
Das Internet hat eine Vielzahl neuer Grußformeln mit sich gebracht. Welche sind angemessen im geschäftlichen Verkehr?

Die Grußformel am Ende eines Briefes oder einer E-Mail will gerade in der geschäftlichen Korrespondenz wohlüberlegt sein. Da das gute alte „Hochachtungsvoll“ wegen Überalterung nicht mehr zur Verfügung steht, ist es heute zum größten Teil von „Mit freundlichen Grüßen“ ersetzt worden, das in früheren Zeiten dem privaten Brief vorbehalten war. Damit ist man heute immer auf der sicheren Seite, ganz egal, wie nah oder fern der angeschriebene Geschäftspartner dem Absender steht. Auch „Mit freundlichem Gruß“ wird gern verwendet, klingt aber etwas distanzierter als die Mehrzahlform.

Persönlichere Formen der Grußformel

Will man die Grußformel etwas persönlicher gestalten, bietet es sich an, den Ausgangs- oder Zielort einzubinden: „Freundliche Grüße aus Hamburg“ oder „Grüße in die Bundeshauptstadt“, zum Beispiel. Diese Formeln lassen sich mit weiteren, näheren Beschreibungen ausschmücken und persönlicher gestalten: „Mit freundlichen Grüßen aus dem frühlingsgrünen Lindau“, „Beste Grüße in die Hansestadt Bremen“, „Mit freundlichem Gruß ins schöne Heidelberg“, „Grüße aus dem kalten Norden ins sonnige Rom“ u.s.w.

Auch inhaltliche Bezugnahmen auf das Anliegen des Briefes oder auch des Anschreibens auf das der Brief antwortet, können einen persönlicheren Bezug zum Briefpartner herstellen: „Wir wünschen ihnen viel Erfolg mit den georderten Produkten“, Wir freuen uns, die gewünschten Informationen übermitteln zu können“, „Freundliche Grüße von Ihrem Buchhändler/Apotheker/ Ihrer Werkstatt“.

Immer ist es wichtig bei solchen Personalisierungen das Verhältnis zum Briefpartner richtig einzuschätzen, keine Formulierung zu wählen, die eine Nähe suggeriert, die nicht vorhanden ist, aber auch keine, die zu unterkühlt beim Geschäftspartner ankommt.

Variationen der Grußformel

Die freundlichen Grüße der Standardformel lassen sich mit etwas Phantasie interessant variieren: „Mit neugierigen Grüßen“ ist durchaus erlaubt, wenn es sich um eine Anfrage bei einem bekannten Geschäftsfreund handelt, während es für einen Erstkontakt eher zu vertraulich erscheint. „Sonnige Grüße“ einer Solarfirma oder „Mit blitzblanken Grüßen“ einer Reinigungsfirma machen die Grußformel kurzweilig und persönlich. Als Reiseveranstalter mag ein „Schiff ahoi“ bei einer Schiffsreise angebracht sein, während man auf „Hals- und Beinbruch“ bei Flugreisen verzichten sollte, obwohl sich Piloten so grüßen.

Unterschiede bei der Grußformel zwischen Brief und E-Mail

Im geschäftlichen Briefverkehr gibt es eigentlich keine Unterschiede zwischen Post und elektronischer Post. Natürlich gibt es einige Sonderformen, die nur als E-Mail-Gruß funktionieren, „Mit freundlichem Onlinegruß“ zum Beispiel. Aber grundsätzlich sollte die Grußformel in der geschäftlichen E-Mail genauso förmlich oder persönlich sein, wie im geschäftlichen Brief. All die Abkürzungen, Spaßformen und kreativen Einfälle, die im privaten E-Mail-, Chat- und SMS-Bereich gerne Verwendung finden, haben in geschäftlicher Korrespondenz nichts zu suchen. Das gilt für LG genauso wie für die Langform Liebe Grüße, für CU und ähnliche Spaßformen. Sie alle machen das tägliche, private Geplapper on- und offline kurzweiliger. Im geschäftlichen Verkehr sind sie wegen ihrer implizit privaten Tonlage nicht geeignet.

Die Grußformel am Ende eines Briefes oder einer E-Mail ist der letzte Eindruck, den man beim Kunden oder Geschäftspartner hinterlässt. Gerade in Zeiten, in denen eine Vielzahl von Mails zu bearbeiten ist, kann eine einprägsame oder kurzweilige Grußformel einen guten Eindruck hinterlassen und zum Herausheben aus der Masse beitragen. Wichtig dabei einzig und allein, das richtige Gefühl für Distanz und Nähe zu entwickeln.

Bildnachweis: Bernd Boscolo/pixelio.de

Rainer Hitzler , Rainer Hitzler

Rainer Hitzler - Wie so viele Autoren bin ich Autor aus Berufung, fast seit ich lesen und schreiben kann. Mittlerweile 50 Jahre alt kann ich somit auf ...

rss