Vulkane Guatemalas

Viele Vulkane sind in Mittelamerika auch heute noch aktiv

Vulkane in Guatemala - Ließ
Vulkane in Guatemala - Ließ
Wie überall in Mittelamerika überragen in Guatemala perfekte Vulkankegel die Landschaft. Der Aufstieg auf einen aktiven Vulkan ist dabei ein unvergessliches Erlebnis.

Man zählt heute in Guatemala 288 Vulkane und geologische Strukturen, die vulkanischen Ursprungs sind. Lediglich acht dieser Berge zeigten in der dokumentierten Vergangenheit eine Aktivität, vier Vulkane in Guatemala bereichern die Landschaft noch heute in sehr lebhafter Art und Weise. Bis auf den Lavakegel Santiaguito gehören alle Vulkane in Guatemala zum Typ Stratovulkane.

Der Stratovulkan Tajumulco - der höchste Vulkan Zentralamerikas

Der Stratovulkan Tajumulco ist mit 4.220 Metern nicht nur der höchste Berg Guatemalas, sondern auch der höchste Vulkan von Mittelamerika. Er liegt in der Provinz San Marcos im äußersten Westen des Landes. Zwei Gipfel überragen die fruchtbare Landschaft, der Vulkan besitzt außerdem einen 70 Meter breiten Krater. Der Tajumulco gilt heute als inaktiv, wann er zuletzt ausbrach, ist nicht eindeutig nachweisbar. Wanderungen werden meist von Quetzaltenango durchgeführt und sind eine anspruchsvolle Zweitagestour.

Vulkan Pacaya - einer von Guatemalas aktivsten Vulkanen

Einer von Guatemalas aktivsten Vulkanen ist von der Hauptstadt Ciudad de Guatemala deutlich sichtbar. Kontinuierlich sind Eruptionen des Berges im Süden der Stadt zu sehen. Der letzte heftige Ausbruch erschütterte die Region 1965. Der Pacaya ist etwa 2.552 Meter hoch, seine Höhe und Gestalt aber verändern sich immer wieder mit der vulkanischen Aktivität.

Verschiedene Reiseagenturen bieten Besteigungen des Pacaya an, ohne Führer sollte man die Tour auf keinen Fall antreten. Das liegt weniger am Aufstieg, der anstrengend aber gut machbar ist, als an der Gefahr durch Überfälle. Seit geführte Wanderungen von bewaffnetem Sicherheitspersonal begleitet werden, hat sich die Zahl der Überfälle deutlich reduziert, dennoch ist sie nach wie vor gegeben.

Der Vulkan Fuego - Teil des Bergmassivs La Horqueta

Drei große Stratovulkane ergeben eine faszinierende Kulisse für die Kolonialstadt Antigua: Der Agua, der Acatenango und der Fuego. Während die ersteren beiden erloschen sind, macht der Fuego (3.763 Meter) seinem Namen („Feuer“) alle Ehre und spuckt als einer der aktivsten Vulkane Guatemalas fortlaufend Aschewolken und Basaltbrocken in den Himmel. Das tat er schon 1524, als die Spanier die Region um das heutige Antigua erreichten, im Laufe der Jahrhunderte auch mit mehreren heftigen Ausbrüchen unter Ausstoß von Lavafontänen und pyroklastischen Strömen. Zusammen mit dem Acatenango bildet der Fuego das Bergmassiv La Horqueta.

Alle drei Vulkane bei Antigua können bestiegen werden. Der Acatenango (3.976 Meter) und der Fuego werden oft in einer Wanderung verbunden. Es wird dringend empfohlen, die Touren mit einem Führer zu unternehmen. Vor allem der Fuego ist aufgrund seiner Aktivität nicht ungefährlich, das wechselhafte Wetter und die ständige Möglichkeit von Wolkenbildung in den Höhenlagen bergen außerdem das Risiko, sich zu verlaufen.

Der Vulkan Santa María und sein Santiaguito

Der mächtige Vulkan Santa María (3.772 Meter) erhebt sich dramatisch nicht weit der Stadt Quetzaltenango und ist der prominenteste mehrerer Stratovulkane, die sich entlang der Pazifikküste von Guatemala zu einem beeindruckenden Bergmassiv aufreihen. Er ist kontinuierlich aktiv. 1902 wurden bei einer desaströsen Eruption die Stadt Quetzaltenango und ein großer Teil des südwestlichen Guatemala zerstört. Seit 1922 wächst am Rand des Kraters auf etwa 2.300 Metern Höhe ein Lavadom, der „Santiaguito“ genannt wird. Kleinere und größere Explosionen, Lavaaustritte, pyroklastische Ströme sowie Schlamm- und Schuttströme (Lahare) begleiten das Wachstum des Santiaguito, der am besten vom Muttervulkan Santa María aus beobachtet werden kann. Am 26. April 2010 begann der Santiaguito besonders starke Aktivität zu zeigen. Eingeleitet von einer heftigen Explosion begann er große Mengen Asche und Staub in den Himmel zu schleudern. Die über acht Kilometer hohe Aschewolke wurde als gesundheitsgefährdend angesehen, Schulen blieben geschlossen.

Die berühmten Vulkane am Lago Atitlán – Atitlán, Tolimán und San Pedro

Die einzigartige Landschaft um den Lago Atitlán, Mittelamerikas schönsten See, wird von drei Vulkanen geprägt: dem Atitlán (3.535 Meter) und seinem Zwillingsvulkan Tolimán (3.158 Meter) sowie dem San Pedro (3.020 Meter). Die auffälligen Kegel der drei Stratovulkane bilden das südliche Ende der Bergkette Atitlán-III-Caldera.

Der Atitlán zeigte zuletzt im Jahr 1853 Zeichen einer Aktivität. Er ist von einer dicken pyroklastischen Schicht bedeckt, die Nordseite ist zum Großteil bewaldet. Vom Tolimán sind keine Eruptionen dokumentiert, auch der San Pedro ruht seit Jahrhunderten.

Der Aufstieg auf den San Pedro ist ein beliebtester Ausflug bei Reisen zum Atitlán See mit einer Dauer von etwa vier Stunden. Führer lassen sich leicht vor Ort organisieren.

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Quellen:

Constanze Liess, Constanze Liess

Constanze Ließ - Constanze Ließ studierte Journalismus an der Freien Journalistenschule Berlin. Sie bringt ihre Erfahrungen aus anderen Ländern ...

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