Ein Geschenkgutschein kommt immer gut an. Egal ob es sich um Gutscheine für einen Kletterkurs, eine Hotelübernachtung oder einen Modeladen handelt, über Gutscheine freuen sich die meisten Menschen. Gutscheine bekommt man aber manchmal auch unfreiwillig, wenn man Waren umtauscht. Denn nicht jeder Händler gibt Bargeld zurück. Die Gültigkeit von Gutscheinen ist gesetzlich klar geregelt. Wer einen Gutschein bekommt, sollte zunächst darauf achten, wie lange dieser überhaupt gültig ist. Hat man die Frist verpasst, lässt sich zwar manchmal noch etwas machen, in der Regel wird es aber schwierig.

Zeitlich befristete Gutscheine

Steht auf dem Gutschein ein Gültigkeitsdatum, ist er eindeutig befristet. Der Gesetzgeber schreibt für Gutscheine eine Mindestgültigkeit von einem Jahr vor. Die Frist beginnt nicht etwa an dem Tag, an dem der Gutschein ausgestellt wurde, sondern am Ende des Jahres. So muss ein Gutschein, den Sie im Juni 2012 kaufen, noch bis mindestens Ende 2013 gültig sein. Anders sieht es jedoch bei Rabattgutscheinen aus. Hier handelt es sich um einen Gutschein für einen Sonderrabatt, der durchaus auch kürzere Fristen haben kann. Das gilt übrigens auch für die sehr beliebten Gutscheincodes aus dem Internet, mit denen Sie beim Online Kauf Geld sparen können. Hier sollten Sie immer auf den Aktionszeitraum achten, denn oft sind solche Rabattgutscheine nur wenige Wochen lang gültig. Befristet sind übrigens auch Gutscheine für ein bestimmtes Ereignis wie zum Beispiel einen Kinofilm oder eine Theaterveranstaltung.

Befristete Geschenkgutscheine: Hier kann es durchaus Geld zurückgeben

Geschenkgutscheine oder Warengutscheine, die bei einem Umtausch ausgestellt wurden, sind normalerweise drei Jahre lang gültig, sofern kein Verfallsdatum eingetragen wurde. Ist der Gutschein jedoch befristet, können Kunden mitunter vom Händler Geld zurückfordern, solange die Dreijahresfrist noch nicht abgelaufen ist. Ein Beispiel: Angenommen, Sie haben einen Geschenkgutschein für einen bestimmten Laden, der nur ein Jahr lang gültig ist. Nach Ablauf dieses Jahres haben Sie durchaus einen Anspruch auf Entschädigung, schließlich wurde der Gutschein ja bezahlt. Händler dürfen allerdings eine Aufwandsentschädigung von 15-22 % vom Wert des Gutscheines abziehen. Ihr Anspruch auf Entschädigung verstreicht erst nach drei Jahren.

Unbefristete Gutscheine

Wenn auf dem Gutschein nichts anderes vermerkt ist, gilt die vom Gesetzgeber festgelegt übliche Frist von drei Jahren. Diese beginnt immer am Ende eines Jahres, in dem der Gutschein gekauft wurde. So ist ein unbefristeter Gutschein, den Sie im April 2012 kaufen also noch bis Ende 2015 gültig.

Was passiert mit dem Gutschein, wenn der Händler insolvent ist?

Drei Jahre sind ein langer Zeitraum, natürlich kann es passieren, dass der Händler Insolvenz anmeldet bzw. ein Geschäft schließt. In diesem Fall gehen Kunden mit einem Gutschein leider leer aus, es sei denn, es findet sich ein Rechtsnachfolger, der das Unternehmen übernimmt.

Quelle: IHK