
- Burg São Miguel - Lou Avers
„Aqui nasceu Portugal“. „Hier wurde Portugal geboren“ prangt in großen Lettern auf den mittelalterlichen Stadtmauern von Guimaraes. Vor der mächtigen Burg São Miguel steht das kriegerische Bronzedenkmal des Königs Afonso Henriques. Alles erinnert an die bedeutende Geschichte der Stadt. Zahlreiche Kulturprogramme und eine umfangreiche Stadtsanierung bahnen nun den Weg für das Jahr als Europäische Kulturhauptstadt 2012.
Wie Portugal entstand
Mit der Ablösung der kleinen Grafschaft Portucale vom kastilischen Königshaus, sicherte sich Afonso Henriques einen strategischen Schachzug. Durch zahlreiche erfolgreiche Schlachten sowohl gegen seine spanischen Verwandten als auch gegen die maurischen Invasoren gelang es ihm, das kleine Gebiet der Grafschaft um die Stadt Porto nach Süden zu erweitern. 1139 rief er sich als Alfons I. zum König aus und legte damit den Grundstein für die Nation Portugal. Nach und nach eroberte er die südlichen Gebiete und konnte 1249 letztendlich auch die Algarve in das neue Reich eingliedern. Seither hält Portugal seine Landesgrenzen in unveränderter Form. Wie ein Wunder gelang es, über all die Jahrhunderte die Unabhängigkeit gegen den mächtigen Nachbarn Spanien zu verteidigen.
Guimarães – Wiege Portugals
Die historische Stadt Guimarães in der Minho Region im Norden Portugals bezeichnet sich aufgrund dieser geschichtlichen Ereignisse als die Wiege der portugiesischen Nation. Die mächtige Burg São Miguel, der Herzogspalast Paço Ducal und die gut erhaltene Altstadt sind bis heute der ganze Stolz der knapp 160.000 Einwohner. Aber auch in der Neuzeit hat Guimarães noch einiges zu bieten. 2012 wird es zusammen mit dem slowenischen Maribor Europäische Kulturhauptstadt sein. Dazu ist der Programmkalender bereits gefüllt. Zahlreiche Aktionen im kulturellen, gastronomischen und touristischen Bereich sollen die historische Kleinstadt in modernem Gewand präsentieren.
Vergangenheit als Basis für die Zukunft – neue Ideen in Guimarães
Das Ehepaar Sousa weiß um die Bedeutung der langen Geschichte ihrer Heimatstadt. Senhor Fernando und seine Frau Fátima managen heute die Eventagentur „Quality-Tours“ mit individuell angepassten Reisen, Ausflügen und Exkursionen. Dabei führen sie sowohl ausländische Touristen aus aller Welt als auch Landsleute an die portugiesische Kultur und landschaftlichen Attraktionen heran. Die Agentur basiert auf einem neuen Geschäftsmodell, das sich personalisiert auf die Ansprüche seiner Kunden einstellt. Im gleichen historischen Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft des mächtigen Kastells und des Herzogspalastes ist auch das junge Restaurant „Cor de Tangerina“ (Farbe der Mandarine) zu finden. Hier servieren Dinis und sein Geschäftspartner Speisen aus biologischem Anbau. Die engagierten Gastronomen wollen eine Rückbesinnung auf umweltgerechte und natürlichere Lebensmittel fördern. Die Gerichte ihrer Speisekarte sind selbst erzeugt und mit Fantasie präsentiert. So sitzt der Gast beispielsweise bei einer Torte aus dem Mehl der heimischen Johannisbrotfrucht mit essbaren Blumen und trinkt Tee aus dem eigenen Kräutergarten. Dabei schaut er hinüber zur Bronzestatue des Königs Afonso Henriques, mit dem alles begann…
