Gunter Gabriel als Johnny Cash

"Hello I'm Johnny Cash" heißt das Programm, in dem Gunter Gabriel besagten Musiker mimt. Es ist im Grunde nicht viel mehr ist als ein kleines Konzert.

Im Altonaer Theater wird seit dem 13. August 2011 "Hello I'm Johnny Cash" gespielt. Wer Johnny Cash oder wahlweise Gunter Gabriel mag, wird dabei auf seine Kosten kommen. Wer erwartet, viel über Johnny Cash zu erfahren, nicht. Volker Kühn schrieb das Buch zu "Hello I'm Johnny Cash" und führte auch die Regie. Im Programmheft spricht Volker Kühn von Gesetzmäßigkeiten der Schauspielbühne - doch was genau erwartet das Publikum bei "Johnny Cash"?. Ein Theaterstück keinesfalls, ein Musical - so wie es die Hamburger von "Buddy Holly" noch kennen? Im Grunde passiert beides nicht.

Keine Handlung und ganz viel Johnny Cash

Die Bühne ist im Grunde ein kleiner Konzertsaal. Hier wird gerade noch für den nächsten Auftritt geprobt. Gunter Gabriel alias Johnny Cash sitzt am Rand und spielt leise Gitarre, singt ein Lied. Dass man nicht versteht, was er singt, liegt daran, dass der Mann kein Mikrofon vor der Nase hat, nuschelt und das Gesicht vom Publikum weggedreht hat. Doch kaum tritt die Band auf und Gunter Gabriel darf sich vor das Mikrofon stellen, wird alles wieder gut. Da nuschelt er nur noch, aber das weiß man ja bei dem Sänger. "Ihr werdet ganz viel über mich erfahren, heute Abend", verspricht dieser Mr. Cash da oben. In der Tat erzählt er einige kleine Anekdoten aus seinem Leben und von seiner Tablettenabhängigkeit, doch im Großen und Ganzen nichts Überraschendes. In erster Linie macht der "Man in Black" Musik. Das ist auch gut so, denn die Hamburger sind begeistert und toben. Insofern zu Recht, denn Gunter Gabriel spielt die Cash-Songs in der Tat sehr gut. Helen Schneider als June Carter auf der Bühne zu sehen ist eine wahre Freude. Sie bringt frischen Wind auf die Bühne und zeigt sogar so etwas wie schauspielerisches Talent, damit hat sie ihrem Kollegen auf der Bühne einiges voraus.

Mann mit Perücke als "Man in black"

Denn Schauspiel, das ist nicht gerade Gabriels Ding. Er liefert Text und freut sich, wenn er zur Gitarre greifen darf. Muss er einfach nur sprechen, wird konsequent auf den Boden geschaut. Steht er einmal nicht direkt vor dem Mikrofon, verdankt man es in der 12. Reihe nur der ausgezeichneten Akustik des Altonaer Theaters, dass man noch versteht, was der Darsteller dort oben sagt. Ein bisschen Sprechtechnik hätte da im Vorwege gut getan. Versucht Gabriel so etwas wie Betonungen ins Spiel zu bringen, geht das gerne mal nach hinten los. Aber, wie bereits erwähnt, in erster Linie wird ja nur gesungen. Und so beinhaltet "Hello I'm Johnny Cash" dann eigentlich nur einen Gunter Gabriel mit Perücke, der eben ein Johnny Cash-Konzert singt. Und das macht er dann ja auch sehr gut. Begeisterte Zugabe-Rufe und viel Applaus gab es am Ende der Hamburg-Premiere. "Hello I'm Johnny Cash" läuft noch bis zum 17. September 2011 im Altonaer Theater.

Benita Brunnert, Benita Brunnert

Benita Brunnert - auch bei Twitter https://twitter.com/#!/BenitaBrunnertseit 2011 Moderatorin, Reporterin Nowo1 TV2009 Freie Redakteurin und Moderatorin ...

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