Gut und günstig essen in Paris

Frühstück, Mittag- und Abendessen in der französischen Hauptstadt

Paris - Birgit Winter / Pixelio
Paris - Birgit Winter / Pixelio
Essen gehen in Paris, vor allem mit Kindern, kann anstrengend sein. Das fängt schon beim Frühstück an. Drei Tipps für entspannten Genuss.

In Paris gibt es zigtausend Cafés. Typischerweise mit wackligen runden Tischen, auf denen maximal drei winzige Kaffeetassen Platz haben, die Stühle so eng aneinander gerückt, dass selbst zappelige Kinder zwischen Tischkante und Sitznachbar festgeklemmt sind. Das Menü hat außer den obligatorischen Croissants meist wenig für den mittel- bis nordeuropäischen Frühstückshunger zu bieten. Die angeblich wichtigste Mahlzeit des Tages im Hotel zu sich zu nehmen, ist häufig auch keine Alternative. Denn wer möchte schon zehn Euro und aufwärts für ein Frühstück bezahlen, bei dem alles, was über die reine Sättigung in Form von Baguette und Croissant hinausgeht, sprich Omelette und Orangensaft, zusätzlich kostet?

Frühstück im Restaurant Salon de Thé Paul

Eine Abhilfe bietet hier „Paul“, eine über hundert Jahre alte Bäckereikette mit angeschlossenem Café. Allein in Paris gibt es zehn Cafés, die sich allerdings Salon de Thé nennen, trotz beeindruckender Vielfalt der Kaffeegetränke. Zur Auswahl steht alles von einfachem Kaffee, schwarz wie die Seele, bis zur heißen Schokolade mit Sahnehäubchen und mit Kakaopulver bestäubt. Das Einstiegsfrühstück, das aus einem Kaffee und einem Croissant besteht, gibt es für etwas mehr als 2 Euro. Ein „Pariser Frühstück“ kostet 4,10 € und beinhaltet ein Heißgetränk, ein Süßes Teilchen wie z.B. eine Schneckennudel oder ein Schokocroissant oder eine sogenannte Flöte – ein halbes, extrem knuspriges Baguette – mit Butter und Marmelade. Man sitzt an großen Holztischen auf bequemen, gepolsterten Sitzen. Die Bedienung ist freundlich und kompetent. Sie rechnet aus, ob es sich eher lohnt, Kaffee und „Flöte“ einzeln zu bestellen, oder sich mit den Kindern eines der Frühstückmenüs zu teilen: die Kinder bekommen den frisch gepressten Orangensaft, die Eltern den Kaffee.

Mittagsmenü im Chinesischen Viertel

Das 13. Arrondissement ist für seine asiatischen Geschäfte und Restaurants bekannt. Im chinesischen Viertel, das sich zwischen der Avenue d’Ivry und der Avenue de Choisy aufspannt, befindet sich auch das schicke Lao Lane Xang 2 – nicht zu verwechseln mit seinem älteren Bruder, dem Lao Lane Xang 1, drei Häuser weiter – das einen ganz hervorragenden Mittagstisch für 10-12 Euro anbietet. Das Restaurant ist sehr populär. Da der Service schnell und damit die Umschlagsgeschwindigkeit der Gäste entsprechend hoch ist, halten sich die Wartezeiten dennoch in erträglichen Grenzen. Das Restaurant ist gepflegt (die Toiletten mehr als ordentlich) und die Küche, die einen Mix aus vietnamesischen, laotischen und thailändischen Spezialitäten anbietet, gerade für den deutschen Gaumen, dem Gerichte aus dieser Ecke Asiens häufig weniger bekannt sind, etwas Besonderes.

Abendessen im ältesten Café der Welt

Das „Le Procope“ ist nach seinem Gründer Francesco Procopio dei Coltelli benannt, der das Café 1686 gegründet hat, und hat so illustre Gäste wie Voltaire, Robespierre aber auch Benjamin Franklin bewirtet. Das Restaurant, das im Quartier Latin liegt, bietet klassische französische Küche vom Feinsten, wie zum Beispiel Coq au Vin. Aber auch gebratene Ente mit Polenta und Kumquat steht auf der Karte. Die Inneneinrichtung glitzert und glänzt, wie man es sich in einem traditionellen französischen Restaurant vorstellt. Im ersten Stock sind die Wände mit einer Tapete bespannt, die zwei gekreuzten Äxte – Liberté und Égalité – in einem Lorbeerkranz zeigen. Da das Motto aus vorrevolutionären Zeiten stammt, fehlt die Brüderlichkeit. Erfreulicherweise gibt es in dem Restaurant ein Kindermenü für unter 10 Euro, das auch sofort serviert wird, so dass die Kleinen nicht ungeduldig auf den Stühlen herumrutschen müssen. Die Dessertkarte enthält Traditionelles wie Profiteroles (gefüllte Windbeutel), aber auch Ungewöhnlicheres wie zum Beispiel eine dreifarbige Schokoladeterrine mit Pistazien. Wenn man bedenkt, dass man quasi in einem Museum speist, erscheint der Preis von 30 Euro für ein Drei-Gänge-Menü angemessen.

Zara Bronsky - Kommunikationsberaterin, Moderatorin, Autorin In meiner Freizeit schreibe ich Kurzgeschichten. Einige davon gibt es auf im ava-magazin ...

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