
- Vermehrter Harndrang bei Prostatavergrößerung - www.pixelio.de Michael Ottersbach
Bei etwa 50 Prozent aller Männer über fünfzig und bei nahezu allen Männern über achtzig Jahren besteht eine gutartige Prostatavergrößerung, in der medizinischen Terminologie auch benigne Prostatahyperplasie genannt. Die Prostata oder auch Vorsteherdrüse ist eine Drüse, die im Normalzustand in Größe und Form einer Kastanie ähnlich ist, sich unterhalb der Harnblase am Beginn der Harnröhre befindet und diese ringförmig ummantelt. Da sie mit der Rückseite direkt an der Vorderseite des Enddarms anliegt, können Form und Größe gut durch eine rektale Untersuchung beurteilt werden.
Aufgaben und Funktion der Prostata
Die Vorsteherdrüse produziert einen Teil der Samenflüssigkeit. Die eigentlichen Samenzellen werden zwar direkt in den Hoden produziert, aber erst durch das Zusammenspiel mit Sekreten aus Prostata und Samenblase kommt es zur Bildung der kompletten Spermaflüssigkeit. Die Prostata unterstützt den Blasenhals und somit den Verschluss der Harnblase. Die Muskulatur von Prostata und Blase verschließt beim Wasserlassen die Spritzkanälchen und die Ausführungsgänge der Vorsteherdrüse, damit kein Urin eindringen kann. Das Prostatasekret ist zwischen 20 und 30 Prozent an der Gesamtmenge des Spermas beteiligt und ist wichtig für die Funktionstüchtigkeit der Samen, also für die eigentliche Zeugungsfähigkeit. Es hat jedoch nichts mit der Fähigkeit der Ausübung des Geschlechtsverkehrs zu tun. Letztendlich hat die Prostata auch einen Anteil am Hormonstoffwechsel, indem sie das männliche Geschlechtshormon Testosteron in seine biologisch aktivste Form, das Dihydrotestosteron, umwandelt.
Ursachen einer gutartigen Prostatavergrößerung
Die genauen Ursachen einer benignen Prostatahyperplasie sind noch nicht geklärt. Im Fokus der Untersuchungen steht jedoch eine Veränderung des Hormonhaushaltes, insbesondere von Testosteron und Östrogen, die sich mit zunehmendem Alter entwickelt. Beide Hormone fördern das Wachstum der Vorsteherdrüse. Weiterhin stehen entzündliche Prozesse in der Diskussion. Sicher ist jedoch, dass es nicht nur eine Ursache gibt, sondern das Zusammenkommen mehrerer Faktoren nötig ist.
Prostatavergrößerung: Symptome
Das typische Symptom ist zunehmender Harndrang, der sich zunächst in gesteigerter Frequenz äußert, später dann aber auch einen drängenden Faktor bekommt. Dies bedeutet, das Zurückhalten des Urins, das für einen gesunden Menschen für eine gewisse Zeit kein größeres Problem ist, wird immer schwerer. Der zunehmende Harndrang macht sich natürlich auch in der Nacht bemerkbar und unterbricht den Schlaf. Während der gesteigerte Drang Wasser zu lassen und eine bei Freizeitaktivitäten vielleicht nicht schnell erreichbare Toilette für den Betroffenen psychisch äußerst belastend sein können, so ist das eigentliche Problem der Prostatavergrößerung jedoch eine nicht vollständige Blasenentleerung. Es bleibt dadurch immer Restharn zurück, der einerseits einen Nährboden für bakterielle Infekte bietet und im schlimmsten Fall bei sehr starker Prostatahyperplasie so groß werden kann, dass sich der Harn bis in die Nieren zurückstaut und diese schädigt.
Benigne Prostatahypertrophie: Eine frühzeitige Diagnose kann Operation unnötig machen oder für lange Zeit hinausschieben
Wer Symptome wie vermehrten, drängenden Harndrang nicht geflissentlich übersieht, sondern diese rechtzeitig vom Urologen abklären lässt, kommt bei Diagnose einer gutartigen Prostatavergrößerung im Stadium I bis II allein oft mit pflanzlichen Medikamenten aus Kürbiskernen oder Brennnesselextrakt gut zurecht. Hierbei handelt es sich keinesfalls um nur in der Naturheilkunde bewährte Produkte, sondern um Präparate, die sich selbst in der Schulmedizin etabliert haben und von Ärzten empfohlen werden. Bringen pflanzliche Medikamente nicht mehr den gewünschten Erfolg kommen Alpha-1-Rezeptorenblockern oder 5-Alpha- Reduktasehemmern zum Einsatz, die die glatte Muskulatur der Prostata und Harnröhre entspannen und hormonell regulierend wirken.
Wenn sich die Beschwerden unter der medikamentösen Therapie nicht bessern, so muss eine Operation in Erwägung gezogen werden, insbesondere bei zunehmender Blasenentleerungstörung mit deutlicher Harnstrahlabschwächung, extrem häufigem nächtlichem Wasserlassen und durch Restharnbildung bedingte Blasenentzündungen und Blasensteine. Eine dringliche OP-Indikation besteht bei Rückstau von Urin in Harnleiter und Nieren.
Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel niemals ärztlichen Rat ersetzen kann!
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