Gutenberg-Museum "Moving Types" moderne & antike Druckerzeugnisse

Antike Druckerpresse im Druckladen - K. Mieth
Antike Druckerpresse im Druckladen - K. Mieth
Im Gutenberg-Museum können Besucher selbst Hand beim Drucken an antiken Druckerpressen und Buchstaben anlegen oder moderne Druckerzeugnisse betrachten.

Das Gutenberg-Museum in Mainz beherbergt die Geschichte der Schriftkultur aus aller Welt seit Johannes Gensfleisch, alias Gutenberg die beweglichen Lettern für den Buchdruck von der Idee in die Tat umsetzte. Im Druckverfahren mittels beweglicher Buchstaben, an denen Farbe haften blieb und die einfach herzustellen waren, konnte die schwarze Kunst die Welt erobern. Der berühmte Sohn der Stadt Mainz wurde um 1400 geboren. Das Mainzer Museum zeigt alte Pressen und Setzmaschinen aus dem 15. Jahrhundert in einer Dauerausstellung rund um Gutenberg. In verschlossenem Tresor liegen Exponate der weltberühmten 42-zeiligen Gutenberg-Bibel aus historischer Zeit. Gegenwärtig veranstaltet das Haus wechselnde Sonderausstellungen mit Führungen, Vorträgen und pädagogischen Programmen, um Besuchern die Anfänge der Buchdruckkunst als auch die Mediengeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts mittels iPad in einer aktuellen technisch-hochmodernen Sonderausstellung näher zu bringen. In herausragenden Beispielen von „Lettern in Bewegung“ - „Moving Types“ werden frühe Avantgardefilme, Werbe- und Kinderfilme oder aktuellen Musikvideos in Szene gesetzt.

Museumspädagogik im Druckladen des Gutenberg-Museums Mainz

In der rekonstruierten Gutenberg-Werkstatt können Besucher täglich unter Anleitung Drucke von Ablassbriefen, Bibelseiten oder Linolschnitten an den historischen Kniehebel- und Tiefdruckpressen und mit Buchstaben im Handsatz erstellen sowie in Workshops neue Techniken kennenlernen. Mit Veranstaltungen, wie „Reif für Kultur“ oder „Da beißt die Maus kein’ Faden ab – Arbeitsprobe II“ werden typografische Arbeiten von Studenten der Fachrichtung „Buchwissenschaften“ an der Universität Mainz zum Thema „ sprichwörtliche Redensarten“ erlebbar gemacht. Ausstellungsgespräche mit Künstlern, Vorträge und Diskussionen, Filmabende oder Themenführungen sowie die Präsenz auf den Buchmessen bringen den heutigen Lesern und Schreibern die Ursprünge der Buchdruck-Kunst näher. "Für die Gutenberg-Gesellschaft ist es selbstverständlich, dass wir dort sind, wo sich Bücherfreunde treffen. Auf der Buchmesse in Leipzig waren wir mit eigenem Stand vertreten sowie auch auf der Frankfurter Messe vor Ort", sagen die Museums-Macher.

Moving Types - Schrift in Bewegung und ON-TYPE - Texte zur Typografie

Die Jahrhunderte alte Tradition in Verbindung mit der Gegenwart ermöglicht Projekte wie „Moving Types“ oder „ON-TYPE – Texte zur Typografie“. Zur aktuellen Ausstellung kann die Frontansicht des Gutenberg-Museums als Medienfassade mittels SMS-Botschaft an die Nummer 0152-369 74 123 interaktiv zum Blinken gebracht werden. Im Inneren des Hauses zeigt die Schau „Moving Types“ international herausragende Gestaltungsbeispiele von „Schrift in Bewegung“ aus den Anfängen des Bewegt-Bildes bis in die heutige Zeit mobiler Mediensysteme von Corporate-Identity-Designs. Darunter befinden sich auch eine oscarprämierte Logo-Animation und Intros von Kinofilmen für „Matrix“ und „James Bond“. Mehr als 200 internationale Gestalterpersönlichkeiten wie die amerikanische Konzeptkünstlerin Jenny Holzer bereichern das Ausstellungsbild der noch bis Frühjahr 2012 laufenden Ausstellung.

In der Ausstellung „ON-TYPE - Texte zur Typografie“ werden klassische Texte der Typografie-Geschichte des 20. Jahrhunderts gezeigt. „Typografie, die kleine Schwester der Sprache, ist ein Fundament unserer Kultur. Sie gestaltet unser alltägliches Leben in Zeitung oder Buch sowie auf Preisschildern in Supermärkten,“ sagen die Ausstellungsmacher. Und weiter: „Die Ausstellung versammelt Manifeste und Thesen zur Typografie des 20. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum und bildet damit Zeitgeschichte auf Grundlage der Schrift ab. Sie bietet dabei auch Diskussionspotential zu Schriftsätzen der „Deutschen Schrift“, der „Lesbarkeit“, „Kleinschreibung“ oder zu Folgen durch die „Digitalisierung von Schrift“, so die Ausstellungsgestalter.

Buchstaben in Information und Kunst

Das Zusammenführen von Text und Bild praktizierten bereits Künstler der Avantgarde oder des Dadaismus. Berühmte Kollagen Max Ernsts legen Zeugnis davon ab. Seinem Sohn Jimmy aus erster Ehe mit Louise Straus zu Ehren stand zu Jahresbeginn „Zwiebelfische – Jimmy Ernst: Glückstadt/New York“ im Mainzer Museum auf dem Plan. Die Ausstellung widmete sich Leben und Werk Jimmy Ernsts und seiner persönlichen Geschichte in der traditionsreichen Fremdsprachendruckerei Augustin in Glückstadt an der Elbe. Ein literarischer Genuss war die szenische Lesung „Dadafax minimus und Armada Duldgedalzen“ in Form einer Textcollage über Stationen aus dem Leben von Jimmy Ernst und seiner Mutter Dr. Louise Straus-Ernst im Gutenberg-Museum.

Quellen: Vor-Ort-Recherche, Pressematerial Gutenberg-Museum Mainz

Fotostudio München, All eyes on you

Katti Mieth - Nach dem Studium Wirtschafts-und Gesellschaftskommunikation in Berlin lernte ich die Agenturarbeit kennen, wurde in den 80er Jahren ...

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