
- Das Gutenberg-Museum in Mainz. - Gutenberg-Museum Mainz
Nicht nur die Mainzer Universität ist nach Johannes Gutenberg benannt, auch ein Gymnasium trägt seinen Namen, außerdem Buchhandlungen, Apotheken, ein Restaurant, ein Café, ein Einkaufszentrum, ein Gewerbepark. Natürlich gibt es in Mainz auch einen Gutenbergplatz, eine Gutenbergstraße und ein Gutenberg-Denkmal, das der Bildhauer Bertel Thorvaldsen geschaffen hat. 1837 konnte es eingeweiht werden und derzeit wird es in Regensburg restauriert. Wann das Denkmal auf seinen Sockel zurückkehrt, ist bisher noch nicht bekannt.
Johannes Gutenberg ist der weltberühmte Sohn der Stadt Mainz – „Man of the millennium“
Nirgendwo ist der berühmteste Sohn der Stadt Mainz so präsent wie im Weltmuseum der Druckkunst – im Gutenberg-Museum, das 1900 anlässlich seines 500. Geburtstag in Mainz gegründet wurde. Es ist eine Hommage an den genialen Erfinder, der 100 Jahre später, im Jahr 2000, von amerikanischen Journalisten zum „man of the millennium“, der wichtigsten Persönlichkeit des zweiten Jahrtausends, gewählt wurde. Auch Dr. Claus Maywald vom Gutenberg-Museum sieht in Johannes Gutenberg eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des ausgehenden Mittelalters. „Der von ihm erdachte und bis in die Details ausgetüftelte Druck mit beweglichen Metalllettern hat der Menschheit erstmals das Mittel der Massenkommunikation an die Hand gegeben und damit den ‚Quantensprung in der Kommunikation’ ermöglicht“, sagt Maywald.
Johannes Gutenberg, der einige Jahre in Straßburg an seiner Erfindung arbeitete, kehrte 1448 in seine Geburtsstadt Mainz zurück, wo er zwischen 1452 und 1454 die 42-zeilige Bibel in lateinischer Schrift druckte. Die Auflage des ersten mit beweglichen Lettern gedruckten Buches der Welt wird auf 180 geschätzt. Von dieser Bibel sind bis heute 49 Exemplare erhalten, zwei davon sind im Gutenberg-Museum ausgestellt.
Johannes Gutenberg und die Folgen für Mainz
Wer in Mainz wohnt oder wer Mainz besucht, kommt an Gutenberg nicht vorbei, denn sein Name sorgt heute mehr denn je für Arbeitsplätze in der Tourismusbranche. Nicht nur Touristen kommen seinetwegen nach Mainz, vor allem Fachleute und Studierende aus aller Welt finden im Gutenberg-Museum eine große Schatzkiste der Druckkunst. Nicht selten bleiben die Studiengruppe in bis zwei Wochen in Mainz, um Gutenberg und die „Folgen“ zu erforschen und im angegliederten Museums-Druckladen praktisch zu arbeiten. Unterstützt wird das Museum von der internationalen Gutenberg-Gesellschaft, die im Museumsgebäude untergebracht ist, und die dazu beiträgt, ein weltweites Netzwerk von Experten zu verbinden.
Das Gutenberg-Museum ist im historischen „Haus zum Römischen Kaiser“ und einem modernen Erweiterungsbau untergebracht. Es beherbergt historische Drucke, Druckerpressen und Setzmaschinen. In der Gutenberg-Werkstatt können Museumsbesucher Live-Druckvorführungen miterleben. Das Museum bietet einen lebendigen Überblick über die Entwicklung des Buchdrucks vom 15. bis 20. Jahrhundert, eine historische Kinderbuchsammlung, permanente Ausstellungen zum Beispiel zur islamischen Druckkunst und zur ostasiatischen Schrift- und Druckkultur. Hinzu kommen wechselnde Ausstellungen. Das alles sind Gründe, weshalb die Mainzer „ihr“ Gutenberg-Museum nicht nur den Touristen und Fachleuten überlassen müssen, sondern sich selbst immer wieder von Neuem an diesen Kostbarkeiten mitten im Herzen der Stadt erfreuen können.
Experimentieren im Druckladen des Gutenberg-Museums wie einst der Erfinder selbst
Von besonderem Nutzen für die Menschen aus Mainz und Umgebung ist der Druckladen des Gutenberg-Museums. Wie das Museum ist er mit historischen Kniehebel- und Tiefdruckpressen ausgestattet, die genauso wie die Setzschränke, Abzugspressen, Bleischriften und Plakatlettern von Besuchern benutzt werden dürfen. Studierende, Künstler, Schulklassen und Arbeitsgruppen dürfen sich hier genauso betätigen wie einzelne Besucher. Ein besonderer Höhepunkt für Kinder kann die Geburtstagsfeier im Druckladen sein. Nach vorheriger Terminvereinbarung dürfen Kinder ab sechs Jahren unter fachkundiger Anleitung in Gruppen bis zu 15 Kindern experimentieren wie einst Johannes Gutenberg. Die Ergebnisse können sie auf Handpressen farbig drucken. Bei solchen Gelegenheiten wird meist ein „Happy-Birthday-Plakat für das Geburtstagskind gedruckt. Sogar die Einladungen zum Geburtstag dürfen vorher im Druckladen gestaltet werden.
Das Gutenberg-Museum am Liebfrauenplatz 5 in 55116 Mainz ist dienstags bis samstags von 9 bis 17 Uhr geöffnet, sonntags von 11 bis 15 Uhr. Telefonnummer: 06131/122640.
Der Druckladen ist dienstags bis freitags von 9 bis 17 Uhr geöffnet, samstags von 10 bis 15 Uhr und zusätzlich jeden ersten Donnerstag im Monat bis 20 Uhr. Telefonnummer: 06131/122686.
Quelle: Gutenberg-Museum und diverse Vorträge, u.a. von Dr. Claus Maywald.
