Guttenberg: Rücktritt gefordert, Vertrauensbasis immer noch hoch

Karl-Theodor zu Guttenberg: Verteidigungsminister - www.zuguttenberg.com
Karl-Theodor zu Guttenberg: Verteidigungsminister - www.zuguttenberg.com
Nach der Bestätigung der Plagiatsvorwürfe wird der Rücktritt zu Guttenbergs gefordert. Doch seine Beliebtheit unter der Bevölkerung bleibt konstant oben.

Verteidigungsminister zu Guttenberg steht im Moment ordentlich im Rampenlicht. Er hat Jörg Kachelmann von den Titelblättern verdrängt und ist nun der neue Sündenbock der Medien. "Fälscher, Fußnotenentferner und Kopierer" wird das beliebte Polit-Idol derzeit genannt. Grund dafür sind Plagiatsvorwürfe, die er am Abend des 21. Februars 2011 in Kelkheim öffentlich bestätigt hatte. Seinen Doktortitel möchte er mit sofortiger Wirkung zurückgeben. Einsicht genug oder muss er doch das Amt als Verteidigungsminister an den Nagel hängen? Bevölkerung und Politiker haben da eine geteilte Ansicht. Während politische Gegner die sofortige Amtsabtretung fordern, ist die deutsche Bevölkerung zum größten Teil aber weiterhin von der Tätigkeit des Herrn zu Guttenberg überzeugt.

Zu Guttenberg trotz Plagiatsvorwurf und Bestätigung beliebt

Trotz massiver Anschuldigungen aus Politik und Presse verliert der charmante Verteidigungsminister in der Bevölkerung nicht an Ansehen. Sein Beliebtheitsbarometer erntet einer Umfrage zufolge keinerlei Wertabfall, was wiederum das ihm entgegengebrachte Vertrauen in seine Arbeit aus der Bevölkerung bestätigt. Auf der Internetplattform Facebook macht sich derzeit ein atemberaubendes Phänomen breit. Unter dem Namen "Gegen die Jagd auf Karl-Theodor zu Guttenberg" gewinnt eine eigens aufgestellte Initiative immer mehr Befürworter und sorgt dabei für Ansehen. Die Zahl der "Gefällt-Mir-Button-Klicker" steigt stündlich um weitere Tausend an und summiert sich nun schon auf bis zu knapp 300.000 Anhänger.

Frank-Walter Steinmeier fordert Rücktritt von zu Guttenberg

Viele unterstützen zu Guttenberg, doch es besteht auch eine feindselige Seite in dieser Debatte. Politische Gegner schmähen derzeit eine Kampagne nach der anderen, um zu Guttenberg aus dem Amt zu katapultieren. Nun schaltet sich auch SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier ins Geschehen ein und fordert ebenfalls den Rücktritt zu Guttenbergs. Auch die "Linken" gewähren nach der Bestätigung der Plagiatsvorwürfe kein Pardon und erbitten die Einstellung der politischen Tätigkeit des Ministers zu Guttenberg. Doch den Posten als Verteidigungsminister besitzt er in diesen Tagen sowieso nicht mehr. Viel mehr fungiert er derzeit als Selbstverteidigungsminister und duelliert sich mit der täglich aufs Neue brodelnden Gerüchteküche. "Googleberg" wird er spöttisch genannt. Niveaulose Witze überfluten das Internet und zerstören den eigens so hart erarbeiteten Ruf des Ministers. In einer Aussage sagt SPD-Fraktionschef Steinmeier, dass zu Guttenberg die Konsequenzen aus seinen Lügen ziehen soll und zurücktreten muss. Die würdevollen Taten des Verteidigungsministers berücksichtigt in diesen Tagen allerdings keiner. Zum Beispiel die Verabschiedung der Wehrpflicht wuchs auf dem guttenbergischen Feld und hat unter der jüngeren Bevölkerung einen erleichterten Ausruf hervorgerufen.

09. Dezember 2010 – Guttenberg gibt Vorschlag zur Abschaffung der Wehrpflicht

Es war ein historischer Meilenstein, den Verteidigungsminister zu Guttenberg gelegt hatte. Die schwarz-gelbe Koalition beschloss am 09. Dezember 2010 in Berlin die Aussetzung der Wehrpflicht zum 01. Juli 2011. Der Vorschlag zu dieser Bestimmung kam von Karl-Theodor zu Guttenberg höchst persönlich. Mit diesem Beschluss und dem damit verbundenen Truppenabbau der Bundeswehr katapultierte er sich als Sympathieträger förmlich in die Herzen der Bevölkerung. Der Status des perfekten Schwiegersohns wurde ihm verliehen. Doch diese Auszeichnung wird seit einiger Zeit von einer viel voluminöseren Urkunde verdeckt. Sind die Fälschungen seiner Doktorarbeit mit der politischen Arbeit als Verteidigungsminister in Verbindung zu bringen?

Guttenberg stellte sich am 23. Februar 2011 im Bundestag in einer Aktuellen Stunde

Verteidigungsminister zu Guttenberg stellte sich um 14 Uhr des 23. Februars 2011 im Bundestag in einer Fragestunde zu den Plagiatsvorwürfen, die seine Doktorarbeit betreffen. Die Fragesteller der Opposition ernteten dabei bei der Formulierung ihrer Unklarheiten reichlich Applaus, doch auch die Antworten des Verteidigungsministers zu Guttenberg wurden seitens der Regierung mit zahlreichen Beifallsbezeugungen gehuldigt. Natürlich drängte sich auch die Frage auf, die wohl derzeit für am meisten Diskussionsstoff sorgt. Dr. Dagmar Enkelmann von den "Linken" wollte wissen ob Guttenberg noch glaubwürdig genug ist, um das Amt als Bundesminister für Verteidigung ausfüllen zu können. Zu Guttenberg bekräftigte, dass es unglaubwürdig wäre, hätte er nicht gehandelt und seine Fehler öffentlich nicht bestätigt. Den Doktortitel abzugeben, schmerzte ihn sehr, doch er sieht dies als notwendigen Schritt, um seine Fehler in Bezug auf seine Dissertation zu rechtfertigen. Reicht die Einsicht der Fehler und die Aberkennung seines Doktortitels aus, um seinen Posten als Verteidigungsminister zu sichern? Über diese Frage wird in den nächsten Tag ausführlich diskutiert werden.

Lesen Sie auch den Live-Ticker über die Guttenberg-Affäre im Bundestag und Gerüchte über ein Comeback zu Guttenbergs.

Peter Renkewitz - Hier finden Sie meine bisher veröffentlichten Artikel. Ich würde mich über Anregungen, Fragen, etc. freuen. Wenden Sie sich ...

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