Bei chemischen Haarbehandlungen wie Färben, Bleichen oder Dauerwellen quillt das Haar und die Schuppenschicht spreizt sich dabei. Das ist erforderlich, damit Farbmoleküle ins Innere gelangen können. Beim Friseur wird dabei normalerweise im alkalischen pH-Bereich gearbeitet. Um die strapazierten Haare danach wieder ins Gleichgewicht zu bringen, ist eine Haarkur mit saurem pH-Wert notwendig, damit sich die Schuppenschicht wieder legt und glättet. Aber nicht nur chemische Behandlungen können die Haare angreifen, sondern auch aggressive Shampoos, die falsche Pflege oder ein längerer Aufenthalt draußen bei intensivem Sonnenlicht.

Egal ob normal, trocken oder strapaziert: die Haarkur selber machen für jeden Typ

Zusammen mit ihrem Hobbythek-Team haben sich Jean Pütz und Christine Niklas viele Gedanken darüber gemacht und experimentiert. Heraus kamen dabei fertige Anleitungen für die Haarpflege mit unterschiedlichen Kuren. Die Herstellung ist einfach nachzuvollziehen und unterteilt in Kuren für normales, trockenes und dünnes, strapaziertes Haar. Ein Lagern der selbst gemixten Kur im Kühlschrank und ein schneller Verbrauch sind dem Unterrühren von Konservierungsstoffen vorzuziehen.

Haarkur selber machen für normales Haar - Anleitung/Rezept

  • 6 gr Tegomuls
  • 2 Messl. Cetylalkohol
  • 2 Messl. Weizenkeimöl
  • 85 ml dest. Wasser
  • 1 Messl. Haarquat
  • 5 Tr. ätherisches Öl (Thymian-, Rosmarin- oder Salbeiöl)
  • 20 Tr. D-Panthenol
  • 10 Tr. Heliozimt K oder Paraben K
  • 4 Tr. Zitronensaftkonzentrat
In einem feuerfesten Becherglas, am besten im Wasserbad wegen der geringen Menge, werden Tegomuls, Cetylalkohol und das Weizenkeimöl bis auf 70 Grad erhitzt. In einem separaten Becher Haarquat und destilliertes Wasser direkt auf der Herdplatte auch bis 70 Grad aufheizen. Beides vom Herd nehmen und dann die Wasserphase unter ständigem Rühren langsam in das Fett rühren. Ist die Mischung auf 30 Grad abgekühlt, werden unter weiterem Rühren ätherisches Öl, D-Panthenol, Zitronensaftkonzentrat und evtl. Konservierung darunter gemischt. Die Kur hat einen pH-Wert von 5. Wenn die sie innerhalb einer Woche verbraucht wird, ist die Zugabe von Konservierungsstoffen wie Heliozimt K oder Paraben K (kann zu Überempfindlichkeits- bzw. allergischen Reaktionen führen) nicht nötig.

Die Haarkur selber machen für trockenes Haar - Anleitung/Rezept

  • 6 gr Tegomuls
  • 2 Messl. Cetylalkohol
  • 3 Messl. Weizenkeimöl
  • 2 Messl. Klettenwurzelextrakt
  • 80 ml destilliertes Wasser
  • 2 Messl. Haarquat
  • 20 Tr. D-Panthenol
  • 5 Tr. ätherisches Öl
  • 4 Tr. Zitronensaftkonzentrat
  • 10 Tr. Heliozimt K
Die Inhaltsstoffe 1 bis 3 (Fettphase) in einem feuerfesten Becherglas auf 70 Grad erhitzen und separat wieder das Wasser zusammen mit dem Haarquat (Wasserphase) auf die gleiche Temperatur bringen. Beim Abkühlen die sogenannte Wasserphase vorsichtig unter die Fettphase rühren. Weiterrühren bis alles auf 30 Grad abgekühlt ist, dann Klettenwurzelextrakt, D-Panthenol, ätherisches Öl, Zitronensaftkonzentrat darunter mischen und bei Bedarf mit Heliozimt K konservieren.

Für dünnes und strapaziertes Haar die Kur zum Selbermachen (ohne Fett) - Anleitung

  • 20 ml Haarwasser D 95 %
  • 1 - 1/2 Messl. Xanthan oder Gelbildner PN 73
  • 5 g (1 1/2 - 2 Messl.) Haarquat
  • 5 ml Nutrilan (Eiweißhydrolysat)
  • 70 ml destilliertes Wasser
  • 5 Tr. Parfüm
Das Haarwasser wird mit dem Gelbildner vermischt, dann das Parfüm dazu gegeben. In destilliertem Wasser Haarquat und Nutrilan auflösen. Das Wasser in die Alkoholmischung rühren, die dabei sofort andickt. Nicht schütteln, weil das Nutrilan sonst stark schäumt. Die Kur sparsam im frisch gewaschenen Haar verteilen.

Die Einwirkzeit einer Haarkur liegt bei 5 bis 10 Minuten, sind die Haare besonders stark strapaziert, kann sie bis auf 15 Minuten ausgedehnt werden. Jean Pütz gibt an, dass die sparsam verwendete Menge nach der Einwirkzeit nicht mehr ausgewaschen zu werden braucht.

Kosmetik und Haarpflege selbst machen mit einfachen und erprobten Rezepten

Zusammen mit ihrem Hobbythek-Team haben Jean Pütz und Christine Niklas über viele Jahre immer wieder neue Rezepte für Haut und Haare ausprobiert. Unter Berücksichtigung von gesundheitlichen und ökologischen Erkenntnissen haben sie sich bei ihren Experimenten von den Zuschauern über die Schulter blicken lassen, wenn sie mit entsprechenden Rezepturen zum Kosmetik selber machen, für die Haarpflege mit Intensiv-Kur oder zum Herstellen von Waschmitteln oder Joghurt experimentiert haben.

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Quellen:

Das Goldene Buch der Hobbythek - Das Beste aus 30 Jahren, Jean Pütz, Horst Minge, Egmont Vgs

Hobbythek spezial - Natürliche Kosmetik selbst gemacht, Jean Pütz, Christine Niklas, Egmont Vgs