
- Sie genießen ihre Hacki-Sauce - Wolfgang Reuter
Frikadellen (auch: Buletten, Fleischklopse, -brötchen oder -pflanzerl) sind in der Küche vieler Länder bekannt und beliebt, z.B. als Albondigas in Spanien, Köfte in der Türkei oder Köttbullar in Schweden. Das Frikadellen-Rezept gibt es schlichtweg nicht. Es besteht vielmehr eine Vielfalt aus individuellen, regionalen und kulturellen Vorlieben.
Grundlage der Gerichte ist entweder Gehacktes vom Rind, Schwein oder gemischtes von Schwein und Rind. Im Mittelmeer-Raum wird auch gerne Lamm-Hackfleisch verwendet. Darüber hinaus sind auch Fisch-Frikadellen beliebt.
Hackfleisch ist ein empfindliches Lebensmittel
Durch den Fleischwolf werden Fleischstücke gedreht und fein zerkleinert. Dabei wird die Fleischoberfläche stark vergrößert. Deshalb ist das Hackfleisch leicht verderblich, Bakterien können sich schnell vermehren.
- Tipps zur Verarbeitung: Frisches Hackfleisch sollte im Kühlschrank aufbewahrt und am gleichen Tag verarbeitet werden. Auf die Einhaltung der Kühlkette ist zu achten. Die üblichen Hygiene-Regeln für Küchenarbeiten sollten sorgfältig angewendet werden.
- Tipps zur Zubereitung: Hackfleisch sollte nicht roh verzehrt und auch nicht probiert werden. Damit wird es schwierig den fertigen Frikadellen-Teig abzuschmecken. Sicherlich bietet der Geruch der Gewürze einen Anhaltspunkt. Aber, z.B. Salz riecht nicht und zuviel davon verdirbt nicht nur die Frikadellen, sondern jedes Gericht. Daher: Den Frikadellen-Teig zubereiten und würzen. Dann eine Mini-Frikadelle formen, braten und probieren. Fehlt noch etwas?
Zutaten (für 4 Personen):
- 400 gr. Rinder- oder gemischtes Hackfleisch,
- 3 Esslöffel Vollkorn-Haferflocken (alternativ: 2 altbackene Brötchen, diese eine halbe Stunde in Wasser einweichen und dann die Flüssigkeit ausdrücken)
- 2 (Bio-) Eier
- 2 Zwiebeln und 2 Knoblauchzehen
- Gewürze: 2 Teelöffel scharfer Senf, 2 Spritzer Maggi, Salz, bunter Pfeffer aus der Mühle, scharfes Paprikapulver
Zubereitung:
- Die Haferflocken in eine Schüssel geben und mit den Eiern verrühren
- Zwiebeln und Knoblauch klein schneiden und hinzugeben, ebenso die Gewürze, alles vermengen
- das Gehackte in die Masse geben und den Frikadellenteig gut durchkneten
- ein Pröbchen formen, braten und probieren, evtl. nachwürzen
- nun Teig zu Frikadellen in beliebiger Größe formen und gut durchbraten, genießen
Dazu passt: Salzkartoffeln und, je nach Jahreszeit, Salat, Blumen- oder Rosenkohl.
Rezept: Spaghetti-Sauce
Dieses Gericht stammt ursprünglich aus Italien, wurde aber bei uns schon vor Jahrzehnten eingemeindet. Grund: Es lässt sich einfach und schnell zubereiten und schmeckt einfach toll. Daher die Portionen besser etwas großzügiger planen.
Ein weiterer Vorteil: Wer eine reichliche Menge der Hackfleisch-Sauce zubereitet, kann den Rest für den nächsten Tag im Kühlschrank aufbewahren oder einfrieren und demnächst mal bequem auftauen. Fertig ist die Mahlzeit.
Zutaten (für 4 Personen):
- 400 gr. Rindergehacktes (oder gemischt Rind/Schwein)
- 2 große Zwiebeln, 2-3 Knoblauchzehen, 2 Chillie-Schoten
- 2 Paprikaschoten, rot und grün
- 500 gr. passierte Tomaten (Tomatenpüree) aus dem Glas oder Karton
- Gewürze: Salz, bunter Pfeffer (aus der Mühle), scharfer Paprika, 2 Lorbeerblätter, einige Stengel frisches Basilikum
- als Variante evtl. 1 kleiner Becher Joghurt
- 500 gr. Spaghetti (aus Hartweizen)
Zubereitung:
- das Hackfleisch in einem großen Topf kräftig anbraten, mehrfach umrühren
- die Temperatur reduzieren, die klein geschnittenen Zwiebeln, Knoblauchzehen und die ganzen, mit einer Gabel angestochenen Chillie-Schoten hinzufügen, Deckel auf den Topf und bei kleiner Wärme dünsten
- die Paprikaschoten ebenfalls klein schneiden und in den Topf geben, etwa 20 Minuten weiter garen (je nachdem wie bissfest die Paprikastücke sein sollen)
- zwischendurch einen Topf mit reichlich Wasser aufsetzen und salzen. Wenn das Wasser kocht, die Spaghetti hineingeben und 8-10 Minuten kochen
- das Gehackte mit etwas Wasser ablöschen und das Tomatenpüree beimischen
- die Gewürze einrühren, abschmecken
- Servieren und die kleingerupften Basilikumblätter über die Sauce streuen
- Variante: Wird Joghurt unter die Sauce gerührt, erhält sie einen frischen, leicht säuerlichen Geschmack
