
- Hagebutten - Sabine Hoffelner
Die Hagebutte ist die Frucht der Heckenrose. Vielleicht kennen Sie diese Pflanze auch unter dem Namen Wildrose, Hundsrose oder Dornrose. Sie wird auch als Königin der Blumen bezeichnet und ist eine Urform unserer heutigen Zuchtrosen. Botanisch heißt sie rosa canina, was man mit „hundsgemeine Rose“ übersetzen kann.
Dieser Name weist auf die Eigenschaft dieser Pflanze hin, fast überall zu wuchern. Man kann sie in ganz Mitteleuropa finden. Sie wächst an Weg- und Waldrändern und liebt feste, eher steinige Böden. Dort kann sie zu einem bis zu fünf Meter hohen Busch werden, der von Mai bis Juli weiße bis rosafarbene, zart duftende Blüten hervorbringt. Von September bis November können ihre Früchte, die leuchtend roten Hagebutten, geerntet werden.
Die Hagebutte in der Geschichte
Im germanischen Altertum war die Hagebutte der germanischen Göttin Freya geweiht. Freya war die Schutzgöttin der Frauen. Man nutzte damals die rote Frucht der Heckenrose als Beistand und Schutz für Gebärende. Im Mittelalter setzten Heiler die Hagebutte bei Magen-Darm-Beschwerden und bei Leberbeschwerden ein.
Sammelzeit, verwendete Teile
In der Pflanzenheilkunde werden die Früchte der Heckenrose verwendet, vor allem die Schalen, da sich dort das wertvolle Vitamin C befindet. Das Entkernen der Hagebutten ist eine sehr mühsame Angelegenheit. Deshalb ist das Selbersammeln nicht empfehlenswert. Die Früchte besitzen im Innern feine Härchen, die einen unangenehmen Juckreiz auf der Haut auslösen können.
Inhaltsstoffe der Hagebutte
- viel Vitamin C
- Vitamine A, B1, B2, E, K
- Mineralien
- Eisen
- Flavonoide
- Gerbstoffe
Verwendungsarten
Die Früchte werden zu Tee verarbeitet, der auch nach dem Aufbrühen noch einen Großteil des Vitamin C behält. Aus den Kernen kann Öl gewonnen werden. In der Küche finden wir Hagebuttenmark oder -marmelade.
Heilwirkung der Hagebutte
Das Vitamin C in der Schale stärkt das Immunsystem. So kann die Frucht helfen, Erkältungen vorzubeugen. Außerdem ist das Vitamin C für seine antioxidative Wirkung bekannt. Es hemmt die Bildung freier Radikale und schützt so die Blutgefäße. Zusammenziehende und entzündungshemmende Inhaltsstoffe der Hagebutte fördern die Wundheilung und wirken gewebefestigend. Dies hilft bei Venenleiden und Besenreisern.
Die Kerne der Frucht wirken leicht abführend und harntreibend. Man kann sie zur Blutreinigung einsetzen und zur Entschlackung des Körpers. Das Öl aus den Kernen ist Balsam für trockene, empfindliche und alternde Haut.
Gegenanzeigen, Nebenwirkungen
Es sind bisher keine bekannt.
Hinweis
Dieser Artikel soll Ihnen eine Information sein, kann aber bei Beschwerden keinesfalls einen Besuch bei einem Heilpraktiker oder Arzt ersetzen! Wenn Sie Heilpflanzen selbst sammeln möchten, informieren Sie sich vorher bitte genau darüber, wie Sie die Pflanze eindeutig erkennen können und verwenden Sie nur Pflanzen, von denen Sie sicher sind, sie zu kennen. Oft ist es besser, fertige Tees oder andere Heilpflanzenprodukte aus kontrolliert biologischem Anbau im Reformhaus oder in der Apotheke zu kaufen.
