Halden im Ruhrgebiet als Naherholungsgebiete

Beliebte Orte für Wanderungen, Kunst und Kultur

Halde Rheinelbe mit Himmelstreppe - Thomas Max Müller, Pixelio
Halde Rheinelbe mit Himmelstreppe - Thomas Max Müller, Pixelio
Die Halden im Ruhrgebiet erinnern zwar noch an dessen industrielle Prägung, werden jedoch bereits seit Jahren für Freizeitzwecke genutzt.

Eine der bekanntesten Halden in Essen ist die Schurenbachhalde in an der Heßlerstraße in Altenessen-Nord, direkt an der A42, Autobahnabfahrt E-Altenessen/-Karnap. Sie wird auch als Bramme für das Ruhrgebiet bezeichnet. Es handelt sich zwar um eine begehbare Halde, auf ihr gibt es jedoch keine Kunstwerke zu bestaunen. Ähnlich verhält es sich mit einer wesentlich kleineren, bewachsenen Halde am Weidkamp in Essen-Borbeck. Vom Gipfel aus hat man eine gute Aussicht über Borbeck, Bergeborbeck und Vogelheim, teilweise bis ins benachbarte Bottrop.

Haldenkunst

Auf verschiedenen Halden befinden sich künstlerische Gebilde und kulturelle Einrichtungen. Auf der Halde an der Beckstraße in Bottrop steht das Tetraeder, auf der benachbarten Halde das Alpin-Center Bottrop, in dem ganzjährig Ski und Snowboard gefahren werden kann.

Die Halde Rheinelbe

Diese Halde wurde ab 1928, nachdem die gleichnamige Zeche geschlossen wurde, immer weiter und steiler aufgeschüttet. Wer ein Foto von ihr sieht, glaubt aufgrund ihrer steilen Himmelstreppe und dem Gipfelstein nicht mitten im Ruhrgebiet, sondern irgendwo in den südamerikanischen Anden zu sein.

Die Halde befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Bochumer Stadtgrenze in Gelsenkirchen-Ückendorf an der Leithestraße. Auch Essen ist nicht allzu weit entfernt, wie der Straßenname erkennen lässt, denn im Essener Nordosten gibt es den Stadtteil Kray-Leithe. Die Halde Rheinelbe ist, genau wie unter anderem das Gasometer Oberhausen und die Zeche Zollverein in Essen-Katernberg, Teil der Route der Industriekultur.

Die Halde Haniel

Sie befindet sich in Bottrop bei Kirchhellen und ist eine der größten begehbaren Halden im Ruhrgebiet. Ihren Namen hat sie von der Zeche, deren Gelände zu ihren Füßen liegt: Prosper-Haniel. Dieses Bergwerk ist noch in Betrieb und soll erst 2018 geschlossen werden.

Jährlich an Karfreitag findet eine Prozession zum Gipfelkreuz der Halde statt, an der neben den Bergleuten von Prosper-Haniel Geistliche aus den umliegenden Gemeinden und Menschen aus Bottrop und dem benachbarten Oberhausen teilnehmen. Diese Tradition besteht bereits seit mehreren Jahrzehnten.

Im Sommer, insbesondere an warmen, trockenen Abenden, fahren Busse hinauf zum Gipfel, denn außer dem bereits erwähnten Gipfelkreuz gibt es dort auch ein Amphitheater, in dem bekannte Stücke und Opern wie zum Beispiel Aida aufgeführt werden. Besucher des Amphitheaters bestätigen das besondere Ambiente dieses Freilufttheaters sowie die sehr gute Akustik.

Von der Halde aus hat man nicht nur einen guten Blick auf die Zeche an sich, sondern auch auf den angrenzenden Köllnischen Wald und den Naturpark Hohe Mark, der sich vom Ruhrgebiet bis ins Münsterland erstreckt.

Aufgrund ihrer Höhe und Ausdehnung ist die Halde Haniel schon von Weitem von verschiedenen Punkten gut zu sehen, etwa von Bottrop-Kirchhellen, der Halde, auf der das Tetraeder steht, Dinslaken-Hiesfeld und Teilen Oberhausens.

Direkt neben der Halde Haniel entsteht noch eine weitere Halde, deren Aufschüttung noch nicht ganz abgeschlossen ist. Hierbei handelt es sich um das Landschaftsbauwerk Schöttelheide.

Die Nutzung der Halden als Naherholungsgebiet

Die Halden sind zu Trainingszwecken von Läufern aller Art und Mountainbikern sehr beliebt, werden aber auch rege von Spaziergängern und Wanderern genutzt, insbesondere wegen der spannenden Aussicht auf den „Kohlenpott“, die sie vielfach bieten. Die Landschaft des Ruhrgebiets ist nicht gerade als eintönig zu bezeichnen, da sich bebaute, urbane Flächen mit Industriedenkmälern und -anlagen, Flüssen und Kanälen, Grünflächen und Wäldern stetig abwechseln.

Eine Besteigung der Halden ist insbesondere an trockenen, sonnigen Tagen zu empfehlen, an denen die Temperatur unter 25°C liegt, denn da die auf den höheren Ebenen der Halde nicht gerade in großer Zahl vorhandenen Bäume und Sträucher auf den Halden meist nicht hoch genug sind, gibt es beim Aufstieg praktisch keine schattigen Plätze, sondern fast ausschließlich pralle Sonne. Lediglich am Fuß der meisten Halden gibt es kleine Waldstücke, die Schatten spenden können.

Alexandra Döll, Autorin, Marina Hong, Düsseldorf

Alexandra Döll - Persönliche Daten: geboren 1974 in Essen, wohnhaft ebendaFamilienstand: ledig, keine KinderAbitur 1993, anschließend ...

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