
- MLU-Campus zur Langen Nacht der Wissenschaften - Foto: G. Klämt (2010)
Wenn die Stadt Halle an der Saale bis spätestens 9. März 2011 ihre Bewerbung um den Titel „Stadt der Wissenschaft 2012“ eingereicht hat, werden keines-wegs die Hände in den Schoß gelegt. Die Auszeichnung wird von dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e. V. ausgelobt. Halles Mitbewer-ber um den Titel im Jahr 2012 sind Lübeck und Regensburg. Die mit Spannung erwartete Entscheidung wird am 29. März 2011 in Mainz getroffen.
Marke „Halle verändert“ als Grundlage des Bewerbungskonzeptes
Halles Bewerbung nimmt erneut die Ideenskizze „Halle verändert“ als Grundlage. Die Marke „Halle verändert“ war schon einmal Bestandteil einer Bewerbung, nämlich als europäische Kulturhauptstadt 2010. Kulturhauptstadt wurde anstatt Halle jedoch eine ganze Region alias „RUHR.2010“. Vielleicht klappt es ja dieses Mal damit. Wissenschaft und Forschung bringen Veränderungen. Insofern passt das Logo hier im Sinne von „Halle verändert: Stadt für Wissenschaft – Wissenschaft für Stadt“ sehr gut. So ist auch die Stadtentwicklung auf eine Win-Win-Strategie ausgerichtet worden: Das gesellschaftliche Stadtleben und Wissenschaft und Bildung sollen sich gegenseitig stärken. Der Titel im Jahr 2012 würde die Saalestadt Halle auf ihrem Weg zu einer nachhaltigen Wissenschaftsstadt ein großes Stück voranbringen.
Forschung unter dem Schirm von Fraunhofer, Helmholtz, Leibniz und Max Planck
Potenzial als Stadt der Wissenschaft hat das 1205 Jahre alte Halle in Mitteldeutschland zwischen Harz und Leipziger Tieflandsbucht reichlich. Im unmittelbaren Umfeld der 500 Jahre alten Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg siedelten sich zahlreiche namhafte Forschungseinrichtungen und wissenschaftsbasierte Unternehmen an. Darunter sind keine geringeren Institute und Zentren als jene mit Namen Fraunhofer, Helmholtz, Leibniz und Max Planck, die vermehrt im Technologiepark „weinberg campus“ ansässig sind. Dieser befindet sich rund um den naturwissenschaftlichen Campus der Martin-Luther-Universität und bündelt so innovatives Potenzial in hoher Konzentration. Für die Wissenschaftlichkeit der Stadt an der Saale stehen zudem auch die Schulstadt der Franckeschen Stiftungen anno 1698 und die 1652 gegründete Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, die seit 2008 die Nationale Akademie der Wissenschaften ist.
Beteiligte Akteure, Institutionen und Unternehmen
Mit der Erarbeitung eines Bewerbungskonzeptes der Stadt Halle als Wissenschaftsstadt 2012 entstand ein regelrechtes Netzwerk, dem der Stadtrat und die Stadtverwaltung sowie die Martin-Luther-Universität, die Burg Giebichenstein Kunsthochschule, die Franckeschen Stiftungen, der Pro Halle e. V., der weinberg campus e. V. und die Stadtmarketing Halle GmbH angehören. Um den Titel in die Saalestadt Halle zu holen, waren auch die rund 230.000 Bürgerinnen und Bürger nach Vorschlägen, Anregungen und Ideen gefragt.
Eingeflossene Kampagnen „ich will wissen“ - „nur bei uns“ - „home run“
Ein Referenzprojekt der Halleschen Bewerbung um den Titel „Stadt der Wissenschaft 2012“ ist die „OpenUniverCity“ – ein Projekt der Kampagne „Studieren in FernOst“ der Hochschulinitiative Neue Bundesländer. Ziele dieses Projekts sind es, die Einschreibungen an den ostdeutschen Universitäten und Hochschulen bei rückläufigen Geburtenraten in den Regionen konstant zu halten und junge Menschen über gute Bildungsoptionen zu informieren. Die Kampagnen „ich will wissen“ der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und „nur bei uns“ der Stadtmarketing Halle GmbH sowie „home run“ der Burg Giebichenstein Kunsthochschule flossen ebenfalls mit in das Bewerbungskonzept ein.
Ein Projektteam rund um die Bewerbung Halles als „Stadt der Wissenschaft 2012“ rief indes eine Internetplattform ins Leben. Hier wird ausführlich über den aktuellen Stand des Bewerbungsfortgangs und kommende Termine informiert. Wissenschaft, Öffentlichkeit und Wirtschaft sind durch ein Diskussionsforum besser vernetzt.
Anmerkung vom 30. 3. 2011: Leider ist Halle (Saale) nicht die mit 250 000 Euro dotierte "Stadt der Wissenschaft 2012" geworden, sondern Lübeck mit dem Slogan "Hanse trifft Humboldt". Auch Lübeck hatte schon einmal im Jahr 2008 gegen Oldenburg verloren. Das sollte Hoffnungsschimmer für Halle (Saale) sein.
