
- Happy Halloween von VivitoArt - Angela Parszyk / pixelio.de
Die Partysaison ist eröffnet. Sich zu verwandeln, der Fantasie freien Lauf zu lassen, als Kind in der Dämmerung unterwegs oder als Erwachsener mal wieder so richtig kindisch zu sein – das alles hat einen ganz besonderen Reiz. Warum also nicht die bekannten Geister rufen (auf die Gefahr hin, dass man sie bis zum Morgengrauen – im wahrsten Sinne des Wortes – nicht mehr los wird) und sich angemessen fürchten? Gäste zu haben kann zwar nicht nur am Abend vor Allerheiligen gruselig sein, aber das ist ein anderes Thema.
Der Ursprung von Halloween
Den Iren mit ihrem armen Jack O'Lantern, der nach wie vor heimat- und ruhelos zwischen Himmel und Hölle herum irrt, sollten wir danken. Vielleicht liegt der Ursprung von All Hallows Even (Allerheiligenabend) auch im keltisch-angelsächsischen Fest des Totengottes Samhain. Jedenfalls ist es im anglizistischen Sprachraum seit einiger Zeit üblich, Untote und Kinder mit "soul cakes" (süße Kuchen) zu besänftigen, damit sie dem Spender wohlgesonnen sind, anstatt Streiche zu spielen. Erpressung ist ein unangenehmes Wort, aber "trick or treat" (Süßes oder Saures) klingt doch ganz niedlich. Allerlei schummrige Beleuchtung – geschnitzte Kürbis-Fratzen bevorzugt – soll ebenfalls die Geister fernhalten; Kinder werden sich davon nicht abschrecken lassen.
Zum Thema Kürbis: Poesie eines leider unbekannten Verfassers
"Five little pumpkins sitting on a gate
Five little pumpkins sitting on a gate, / The first one said: / “Oh my, it’s getting late.” / The second one said: / “But we don’t care.” / The third one said: / “I see witches in the air.” / The fourth one said: / “Let’s run, and run, and run.” / The fifth one said: / “Get ready for some fun.” / Then whoosh went the wind, / and out went the lights, / and five little pumpkins rolled out of sight!"
Halloween in Deutschland
Erst in den 90er Jahren sind die Deutschen auf den Halloween-Geschmack gekommen, was nicht uneingeschränkt begrüßt wird. Dabei gab und gibt es hier durchaus vergleichbare Traditionen. Was dem einen seine Andreas- oder Walpurgisnacht, sein Allerseelen oder die Fassnacht, ist dem anderen sein Halloween.
Das Fest kann beginnen – Ausstattung der Location
In der Pre-Halloween-Phase haben die Spinnen samt Netz Schonzeit! Sie mögen keine echten Spinnen? Kein Problem. Es gibt ja genügend schaurig-schöne künstliche Alternativen, so wie auch sicher keine echten Knochen und Skelette zur Deko der Gruft verwendet werden. Aber ansonsten ist wirklich alles erlaubt, was Schauer über den Rücken jagt. Warum nicht außer dem hohlen Kürbis ein Schädelimitat im Vorgarten beleuchten? Oder dort eine friedhofähnliche Szenerie schaffen? Zahlreiche Online- und andere Shops bieten sämtliche Utensilien an, die das kalte Herz begehrt. Alles, was alt und morbide wirkt, hat jetzt Hochsaison. Vielleicht findet sich noch ein schäbiger Kerzenleuchter auf dem Speicher? Überhaupt: Kerzen sollten die einzige spärliche Beleuchtung an diesem Abend sein. Gute Anregungen kann auch das Anschauen einer Folge der "Adams Family" oder ähnlicher Filmkunst bieten.
Essen einmal eklig
Das kulinarische Angebot muss nicht appetitlich im klassischen Sinne sein. Wie wär's mit "Fingerfood"? Halbe Saitenwürstchen, mit Ketchup umgestaltet, könnten mit menschlichen Körperteilen assoziiert werden; grundsätzlich empfiehlt es sich, an diesem blutroten Tomatenprodukt nicht zu sparen. Alle menschlichen Extremitäten und auch Organe, die man zum Sehen, Hören oder Riechen braucht, lassen sich mit Fantasie, Lebensmittelfarbe, Biskuitteig (nach dem Backen zerkleinert und mit Pudding in Form gebracht) oder Kartoffelpüree darstellen. Zuckerwatte wirkt wie ein Gespinnst; verfärbte Spaghetti, die aus einem Gefäß kriechen, könnten leicht mit Würmern verwechselt werden. Reiskörner, entsprechend platziert, unterscheiden sich auf den ersten Blick kaum von Maden. Im Handel gibt es zusätzlich allerlei essbare Accessoires, die das Dinner komplettieren. Auch die Getränke sollten standesgemäß präsentiert werden. Wie wär's mit Reagenzgläsern oder Erlenmeyerkolben? Warum nicht mal eine schlammähnliche Bowle mit Hilfe von Schläuchen trinken? Zum Wohl!
Hereinspaziert, Ihr Geister, Gnome, Hexen, Monster, Skelette, Vampire, Zauberer und Zombies
Den eigenen Körper verlassen – und das ganz freiwillig – und aus Spaß an der Freud' in eine andere Rolle schlüpfen. Eine Rolle, in der die dunkle Seite nach außen gekehrt werden darf und soll. Das passende Outfit schlummert vielleicht lange schon in den Tiefen des Kleiderschrankes und wartet nur auf den großen Auftritt. Vielleicht bedarf es auch noch einer Bearbeitung mit Geschick und mit Hilfe der Nähmaschine? Genügend grusliges Beiwerk ist auch käuflich zu erwerben. Und natürlich (ganz wichtig) das entsprechende Make-up. Es darf ausgesprochen dick aufgetragen werden. Ruhig in den typischen Halloween-Farben (gelb, grau, orange, rot, schwarz und weiß) schwelgen. Als Grundierung empfiehlt sich weiße Theaterfarbe, für die weniger vornehme als blutleere Blässe sorgt. Ein unheimlicher Abend, der schrecklich viel Spaß macht. Gespenster haben schließlich Freiheiten, von denen gewöhnlich Sterbliche nur träumen können! Schaurige Musik, das Erzählen von Gruselgeschichten, eine kleine Nachtwanderung vielleicht machen den Abend zu einem geistreichen Erlebnis. Und wenn dann um Mitternacht noch die Vampire zum Tanz laden ... kann man kein BISSchen widerstehen.
Noch'n Gedicht über Halloween
"Halloween
Tonight is the night / When dead leaves fly / Like witches on switches / Across the sky, / When elf and sprite / Flit through the night / On a moony sheen. / Tonight is the night / When leaves make a sound / Like a gnome in his home / Under the ground. / When spooks and trolls / Creep out of holes / Mossy and green. / Tonight is the night / When pumpkins stare / Through sheaves and leaves. / Everywhere, / When ghouls and ghosts / And goblin host / Dance round their queen. / It's Halloween." (Harry Behn)
