Hamburg: Das Schwarzlichtviertel – Minigolf für die Sinne

Beeindruckende Plastiken im Schwarzlichtviertel - Elvira Lauscher
Beeindruckende Plastiken im Schwarzlichtviertel - Elvira Lauscher
Ein besonderes Erlebnis ist der Besuch im Schwarzlichtviertel in Hamburg. Hier kann man auf über 1.000 m² Indoor-Minigolf spielen.

Von Außen ist nicht viel zu sehen. Das Schwarzlichtviertel, das man u.a. mit dem Bus 4 erreichen kann, ist inmitten eines Einkaufszentrums angesiedelt. Ein schmuckloser Eingang verheißt nun wirklich keine Freizeitattraktion im Innern und fast ist man versucht, wieder umzukehren. Doch das wäre ein großer Fehler. Denn schon ein Stockwerk höher ändert sich das Erscheinungsbild. Man steht in einer gemütlichen weitläufigen Empfangslounge mit Bar und wird von freundlichem Personal begrüßt.

Reservieren ist im Schwarzlichtviertel in Hamburg empfehlenswert

Wer nicht reserviert hat, braucht viel Glück und den richtigen Zeitpunkt, an dem ausnahmsweise mal wenig Gäste da sind. Und das ist eher selten der Fall, denn – was man zu diesem Zeitpunkt noch nicht erahnen kann – es erwartet einen eine eine außergewöhnliche, farbige und kreative Wunderwelt und dazu Deutschlands größte Schwarzlicht-Erlebniswelt. Ein gelber Golfball und ein Tableau, das zu leuchten beginnt, wenn die nächste Gruppe an der Reihe ist, werden ausgehändigt. Um die manchmal bis zu einer halber Stunde dauernde Wartezeit zu überbrücken, gibt es an der Bar Snacks und Cocktails oder man kann erproben, wie es wäre, gar nichts mehr zu sehen.

Im Blindhouse ist es stockdunkel und man ist nur auf die Hände angewiesen

Im „Blindhouse“ kann man sich durch ein stockdunkles Haus tasten und Alltägliches durch die Hände neu erfahren. Wie fühlt sich ein Handtuch an, ein Waschbecken, eine Wand oder ein Heizkörper, wenn man diese nur durch die Hände „sieht“? Behält man die Orientierung oder geht man im Kreis, weil man nicht mehr weiß, wo vorne und wo hinten ist? Im „Blindhouse“ kann man ganz neue Erfahrungen machen und ist verblüfft, wie wenig man seine Hände sonst als „Sinnesorgan“ benutzt. Gegen eine geringe Gebühr kann man auch „Mission Possible“ spielen. In dem Laser-Parcours mit drei verschiedenen Geschicklichkeitsstufen kann man seine eigene Beweglichkeit und Geschicklichkeit im Umgehen der Laserhindernisse prüfen. Wen das alles nicht reizt, der erprobt schon das Schwarzlicht-Feeling in dem Spieleraum mit Blacklight-Billard, Dartscheibe, Kickern oder einer Runde Air-Hockey.

Mit dem U-Boot geht es hinunter in die leuchtende Welt der Schwarzlichtfarben

Doch irgendwann ist es dann soweit und eine Mitarbeiterin erklärt alles über das Minigolfen, händigt die Schläger aus und führt in einen Raum. In einem viereinhalb minütigen Film „fährt“ man dort mit einem „schaukelnden U-Boot“ in die Unterwasserwelt und direkt in die 18-Bahn Minigolf-Anlage. Und der Aha-Effekt ist wirklich einmalig. Man taucht in eine andere Welt ein. Neue ungewohnt leuchtende Farben und sehr liebevolle Details mit kreativen Figuren und wundervollen Malereien erwarten die Besucher. Die plastischen Arbeiten wurden übrigens von Barney Fallover und Team ausgeführt und die Malereien stammen von Fritz Gerstandt. Eine äußerst fruchtbare Zusammenarbeit, die wie aus einem Guss auf den Besucher wirkt.

Die Minigolf-Bahnen liegen zwischen den leuchtenden Wunderwelten

Und zwischen diesen Wunderwelten, die von der Unterwasserwelt in eine Tempelwelt, einen Urwald mit Lavaströmen und Dinos oder eine Technikfabrik führen, liegen die 18-Golfbahnen. Eingebettet unter Schlangenschwänzen, dem Dreizack von Poseidon, einem Krokodilmaul oder gar einem echten Wasserfall sind die leuchtenden Bahnen, die man mit möglichst wenig Schlägen erobern muss. Und das ist – trotz allem optischen Wunder rundherum – manchmal gar nicht so leicht. Man kann recht lange in dieser Wunderwelt verweilen, weil es einfach so viel zu bestaunen gibt. Auch ein Stargate gibt es und einen Tunnel, der durch seine optische Raffinesse einen ganz schön in Schleudern bringt. Gaukelt er einem durch die Lichteffekte und den drehenden Tunnel doch vor, sich auf unebenem, wackeligen Boden zu befinden. Doch irgendwann ist die letzte Bahn besiegt und nur ungern begibt man sich wieder in die weniger farbige Welt nach Draußen.

Das Schwarzlichtviertel ist ein kreatives Kleinod, in dem man ein paar schöne Stunden verbringen kann. Ganz egal ob in der Familie oder im Freundes- oder Arbeitskreis.

Elvira Lauscher, Elvira Lauscher

Elvira Lauscher - Schreiben ist meine Leidenschaft, mein Beruf und meine Berufung. Ich war 28 Ausgaben für ein Ulmer Magazin Chefredakteurin und habe ...

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