Hamburg - Das Tor zur Welt

Deutschlands größte Hafenstadt

Immer mit Wasser: Die Hamburger City - B.Jäger-Dabek
Immer mit Wasser: Die Hamburger City - B.Jäger-Dabek
Hamburg, hanseatisch gediegen und gleichzeitig pulsierende Hafenstadt ist Deutschlands Tor zur Welt.

Hamburg ist eine Stadt mit vielen Fassetten, dass die Stadt an der Waterkant mit ihren vielen Alleen, Parks und Wäldern auch Deutschlands grünste Stadt ist, überrascht dann doch. Zum grünen Hamburg gehört neben dem riesigen Stadtpark auch der zu einem Landschaftsgarten gestaltete Ohlsdorfer Friedhof, der mit vier Quadratkilometern Fläche wohl größte Friedhof der Welt. Dazu kommen weitere 25 Grünanlagen und 900 Kilometer Wanderwege sowie „Planten un Blomen“, Hamburgs bekanntester botanischer Garten.

Daneben hat Hamburg mit der Außen- und Binnenalster auch noch die schönsten Seen in seiner Mitte mit buntem Wassersporttreiben im Sommer und im Winter, wenn die Alster denn einmal zugefroren ist, findet hier mit dem Alstervergnügen das größte Winterspektakel des Nordens statt.

Hamburgs Cityleben pulsiert um die Alster herum, in den neuen Shoppingcentern um Jungfernstieg und Gänsemarkt, vor allem aber auf der sich vom Rathausmarkt bis zum Hauptbahnhof erstreckenden Mönckebergstraße - der Hamburger Shoppingmeile.

Weltoffen ist die Stadt und ein wichtiger Kongress- und Messestandort, aber auch ein kultureller Mittelpunkt Norddeutschlands, die Staatsoper, 35 Theater, sieben staatliche und über 40 private Museen sowie bekannte Musicals führen eine lange kulturelle Tradition weiter. Und wer nach so viel Kultur ins Nachtleben eintauchen möchte: da gibt es ja noch die legendäre Reeperbahn im weltbekannten Vergnügungsviertel St.Pauli.

In vieler Hinsicht ist Hamburg tatsächlich ein Tor zur Welt, denn die Hansezeit und der internationale Handel brachten schon früh vielerlei gute Verbindungen zur übrigen Welt mit sich. So ist es nur folgerichtig, dass in der Freien und Hansestadt Hamburg heute 96 Konsulate angesiedelt sind - mehr als in New York.

Schiffe anschauen in Hamburg

Hamburg allerdings hat mehr zu bieten - vor allem Wasser, das die Stadt prägt, wie keine andere deutsche Großstadt, die Zahl der Brücken ist mit 2 500 größer als in Venedig, London und Amsterdam zusammen.

Das Tor zur Welt wird Hamburg genannt und tatsächlich, am Elbufer den großen Schiffen nachzuschauen, lässt die Gedanken in die Ferne schweifen. Unwillkürlich träumt man davon, malt sich aus, wo die Ozeanriesen hindampfen- Schiffe gucken in Hamburg, das hat etwas.

Sie schwanken immer leicht, die Schwimmpontons der St. Pauli-Landungsbrücken, arbeiten quietschend mit der Elbströmung gegen die Pfähle, an denen sie festgemacht sind. Eine leichte Brise weht immer, lässt kleine Wellen gegen die Anleger platschen, an denen die Flotte der Ausflugsschiffe auf Passagiere wartend vor sich hindümpelt, mehr oder weniger heftig bewegt vom Schwell der vorbeifahrenden Schiffe. Eine lange Reihe von Souvenirläden, Bistros, Restaurants und Cafes lädt zum Genießen der maritimen Szenerie, Möwen schreien, die Luft ist salzig, es riecht nach Meer, Fisch und Seefahrtsromantik, obwohl die See noch gut hundert Kilometer entfernt ist. Wenn man Glück hat, liegt hier sogar gerade eines der großen Traumschiffe wie die Queen Mary II, das Lieblingsschiff der Hamburger, oder die Aida am Kai.

Bei soviel Hafenatmosphäre darf ein altes Segelschiff nicht fehlen. Das Museumsschiff Rickmer Rickmers bringt die große Zeit der Windjammer zurück, es riecht nach Teer, Schiffsplanken knarren, der Wind geht durch die Takelage und lässt die Leinen gegen die Masten schlagen.

Natürlich gibt es genug Originale unter Hamburgs Seebären. „Die große Hafenrundfahrt“ grölt es mit rollendem „r“ vor jedem Ausflugsdampfer, verwitterte weiße Mützen über von See und Sonne gegerbten Gesichtern verheißen ein wenig Seefahrtsromantik und jede Menge Döntjes, wie Anekdoten hier genannt werden.

Faszination Hafen

Zwar bieten die großen, modernen Schiffe Hafenrundfahrten mit gastronomischer Betreuung, die kleinen, traditionellen Barkassen schaukeln auch etwas mehr, dafür erschließen sie Hafenpartien, die den großen Schiffen nicht zugänglich sind.

Die Speicherstadt, der größte zusammenhängende Lagerhauskomplex der Welt ist so ein Bereich. Die bis zu sieben Stockwerke hohen Ziegelbauten wurden Ende des 19. Jahrhunderts zur Einlagerung von Waren im Zollausland des Freihafengebietes errichtet. Nachts werden die strengen neugotischen Backsteinfronten beleuchtet und spiegeln sich effektvoll im Wasser.

Eine ganz besondere Faszination geht von Hamburgs ehrgeizigstem Projekt aus, der Hamburger Hafencity. Dort wo vor über hundert Jahren schon einmal mehr als 20 000 Menschen lebten, ist das größte städtebauliche Vorhaben Europas im Bau. Auf altem Hafengelände wächst ein kompletter neuer Stadtteil mit 5 500 Wohnungen und Gewerbeflächen die einmal 20 000 Arbeitsplätze bringen sollen.

Unterwegs im Hamburger Hafen hört man jede Menge Seemannsgarn vom Barkasenführer - die eine Hälfte von Hamburgs Barkassenführern heißt Fiete, die andere Hein - aber auch so manch Interessantes über das Herz Hamburgs.

Gleich gegenüber der Landungsbrücken sieht man imposante Ozeanriesen in den Trockendocks von Blohm & Voss, Hamburgs letzter Großwerft. Sie übertreiben gern, die Fietes und Heins, besonders was Schiffsgrößen angeht, aber von der Barkasse aus muss man den Kopf ganz schön weit in den Nacken legen, um die winzigen Matrosen an der Reling eines Containerschiffes erkennen zu können.

Keine 24 Stunden dauert es im modernsten Teil des Hafens, dem Containerhafen, bis so ein Riese entladen ist. Hamburgs Hafen ist der bei weitem größte Deutschlands und der zweitgrößte Europas, rund 13 000 Seeschiffe laufen ihn jährlich an.

Für die Hamburger ist der Hafen unspektakulärer Alltag, der Wirtschaftsfaktor, von dem sie leben, ob sie nun Hafenbedienstete, Werftarbeiter oder Pfeffersäcke sind, wie die Kaufleute hier respektlos genannt werden.

Aber einmal im Jahr pilgern auch die nüchternsten Hanseaten zu Hunderttausenden zum Hafen und an die Elbufer. Die alljährliche Feier des Hafengeburtstages im Mai wird mit einer Windjammerparade gefeiert. Glücklich preist sich, wer dafür ein Tagesticket für eines der alten Segelschiffe ergattert hat. Es ist eines der schönsten maritimen Spektakel, die alten Schiffe unter Segeln elbabwärts auslaufen zu sehen - eben Schiffe anschauen in Hamburg.

Brigitte Jäger-Dabek, Brigitte Jäger-Dabek

Brigitte Jaeger-Dabek - Als ich vier Jahr alt war, kam die große weite Welt zu mir nach Hause. Sie tat das in Form einer Bananenstaude, die meine Eltern von ...

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