Hamburg Hammerbrook - Besichtigung eines Stadtteils

Garten am Nagelsweg mit Wasserlauf - Michael Kukel
Garten am Nagelsweg mit Wasserlauf - Michael Kukel
Wohnen in Hammerbrook inmitten von Bürohäusern mit Blick auf einen minimalistischen Garten.

Hammerbrook, die City-Süd Hamburgs, zentral gelegen neben St. Georg, ist nicht unbedingt ein touristisches Ziel, schon gar nicht turbulenter Kiez.

Den Stadtteil Hammerbrook prägt eine eher willkürliche Nachkriegsarchitektur von Bürohäusern. Im Juli 1943 wurde Hammerbrook fast völlig von Bomben zerstört. Eines der wenigen erhalten gebliebenen Gebäude ist das Kontorhaus Leder-Schüler, erbaut 1928 von Fritz Höger, am Heidenkampsweg. Viele Kanäle, die diesen Stadtteil prägten, wurden nach dem Krieg zugeschüttet, zu Gunsten der Straßenführungen.

Der fremde Besucher, interessiert an städtebaulichen Themen, eilt gezielt zu dem Highlight moderner Architektur. Der Berliner Bogen, vom Hamburger Stararchitekten Hadi Teherani, in Zusammenarbeit mit seinen Büropartnern Jens Bothe und Kai Richter (BRT Architekten), bildet einen magischen Anziehungspunkt mit seinem riesigen, gläsernen, bogenförmigen Dach. Er liegt nah und unübersehbar beim U- und S-Bahnhof Berliner Tor. Das Gebäude ist auf eine Brückenkonstruktion gebaut. Unter dem gläsernen Gewölbedach sind sechs Wintergärten angeordnet. Jeder Gartenraum hat seine sehr eigene, konsequent gestaltete Ausstrahlung.

Individuelles Wohnen in Hammerbrook, dem Stadtteil der Büros

Beim Gang über den Nagelsweg, aus Richtung Amsinckstraße kommend, läuft man sozusagen in die Spitze eines Tortenstücks (Architekten Léon Wohlhage Wernik). In diesem Sinn sehr wohl doppeldeutig gemeint. Die spitz zulaufende Hausecke zeigt sich formal als weißes Riesentortenstück. Letztlich erweist sich diese Kuchenspitze als asymmetrisch. Aber sie bleibt eine architektonische Sahneschnitte. Die Fassade mit den Hauseingängen zieht sich, von der Spitze aus gesehen, parallel zum Nagelsweg. In der Dunkelheit am Abend leuchten in verschiedenen Stockwerken grün schimmernde Rechtecke. Das sind die opaken Flächenfenster der Bäder. Diese Fenster sind Teile der gläsernen Außenhülle, eine gestalterische Besonderheit, die mit dem Wechsel des Tageslichts ihre Farbigkeit verändern.

Ein minimalistischer Garten, Blickruhe im urbanen Umfeld

An die Rückseite des Hauses schließt sich ein Garten an, mit Innenhofcharakter. Die Hoffläche ist angelegt als leicht hügelige Rasenlandschaft, minimal bepflanzt mit formalen Heckenreihen und Bäumen. Ein geführter Wasserlauf in einem Edelstahlbecken fängt glitzernd die Sonne ein, spiegelt die Wolken und zitiert die verschwundenen Kanäle Hammerbrooks. Keine bunten Blumen - das konsequente Grün ist Ruhepol und Blickfang. Die Blattfärbungen der Bäume im Herbst sind kleine spektakuläre Naturwunder. Eine über sieben Stockwerke gestaltete Glasfassade zeigt Offenheit ohne Einblicke zu gewähren.

Rot, Schwarz und Grau dominieren in den Treppenhäusern. Streng, gelassen souverän und einladend empfangen sie den Besucher. Die Apartments haben einen offenen Grundriss mit Ausblick - fokussiert auf die Ruhe des schönen Innenhofes bis hinauf in den Hamburger Himmel, gespickt mit Möwen - meistens.

Hammerbrook alltagstauglich

Sehr wohl kann man hier wohl leben. Post und Bäcker sind fußläufig zu erreichen, am Montag und Mittwoch gibt es einen Wochenmarkt und immer eine aktive Interessengemeinschaft City-Süd.

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Gabriele Caspers - Interessen: Kunst Kultur Architektur alltagsnah

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