
- Bella Block ist Kult - ZDF
Es klingt nach Schilda und ist doch Wirklichkeit: In Hamburg träumt man einen Traum. Einen Traum, der die Hansestadt weltberühmt machen sollte. Das schönste aller schönen Bauwerke sollte hier entstehen: die Elbphilharmonie. Eine Stätte der Kultur. Vom Feinsten. Das größte touristische Highlight weit und breit - ein Anziehungspunkt nicht nur für Kunst- und Musikfreunde aus aller Welt.
In der ARD mokiert man sich über die Elbphilharmonie
Noch ist und bleibt das Ganze nicht mehr als ein Traum. Einer, der wahnsinnig viel Geld verbraucht und über den inzwischen schon Witze gemacht werden. Auch ganz öffentlich. Frank Beckmann (ARD) antwortete beispielsweise kürzlich auch die Frage, ob die ARD mit Einführung ihrer neuen Vorabendreihe "Heiter bis tödlich" die "Quoten-Schallmauer eines einstelligen Marktanteils am Vorabend" überklettern und "endlich in die Zweistelligkeit" hineinrutschen könnte "tiefgründig": "Sicher eher, als in Hamburg die Elbphilharmonie endlich fertiggestellt sein wird."
Der Hamburger Senat liegt im Dauerclinch mit der Baufirma
Wer das Gerangel um die Elbphilharmonie verfolgt, wird ihm sicher recht geben. Da sind zunächst mal die Kosten: 77 Millionen Euro waren veranschlagt worden, inzwischen summiert sich das Sümmchen auf über 350 Millionen Euro, und es werden täglich mehr. Der Hamburger Senat, der im Dauerclinch mit der Baufirma liegt, will diese nun verklagen und hat dafür einen Schadensersatzpreis von 200.000 Euro / Tag seit dem 1. März 2012 rückwirkend angedacht.
Ob dieser Vorstoß klappt, sei dahingestellt. Zumindest scheinen zurzeit die Bauarbeiten gestoppt worden zu sein. Und wenn bald der Winter kommt, scheint der zügige Weiterbau wohl auch eher ein Wunschtraum zu bleiben.
Die Elbphilharmonie als Traumkulisse für die Mörderjagd
Das ZDF hält dennoch an dem "Projekt Elbphilharmonie" fest und hat für seine 30. Folge von "Bella Block" (26.11.2011 / 20.15 Uhr), "Stich ins Herz", seine Schauspieler auf das wacklige Gerüst an der Elbe geschickt, um da zu drehen. Ordnungsgemäß tragen die Künstler natürlich Helme, und auch ansonsten handelt es sich hier um eine wunderbare Kulisse, um Touristen in die arg gebeutelte Gegend zu holen.
Ein bisschen Schleichwerbung für das Projekt?
Dass die Elbphilharmonie überhaupt mit einbezogen worden ist in den Krimistoff, klingt ein bisschen nach Schleichwerbung für das Mammutprojekt der Hansestadt. Leider aber hat man sich hier verrechnet, da die Eröffnung im April 2014 ein weiteres Mal verschoben wird - wenn sie überhaupt stattfindet. Das aber wird immer unwahrscheinlicher und so mancher redet schon ganz offen in Hamburg von einem "Millionengrab", das als "Ruine" in die Geschichte der Kaufmannsstadt eingehen wird.
Eisern verfolgt Bella Block ihr Ziel
Den Fans von "Bella Block" wird das egal sein. Sie werden mitfiebern, wenn die rustikale und allseits beliebte Hannelore Hoger wie immer mutig und ehrlich gegen den Rest des Beamtenapparates agiert und alle Hebel in Bewegung setzt, um den Mörder einer jungen Frau zu finden.
Diesmal geht ihr das Verbrechen besonders an die Nieren, weil die Tote die Nichte einer guten Freundin ist und sie beide schon seit vielen Jahren selbst kennt. Trotz aller persönlichen Anteilnahme aber bleibt Bella Block professionell und verfolgt eisern ihr Ziel. Dass sie ihren Fall letzten Endes erfolgreich abschließen wird, davon ist auszugehen.
Die Krimiszenen bleiben, der unvollendete Rohbau womöglich auch
Und weil im Fernsehen die guten Sendungen immer und immer wiederholt werden, werden auch diese Bella-Block-Szenen auf dem wackligen Elbphilharmoniegerüst alle paar Jahre erneut zu sehen sein.
Vielleicht steht das Gebäude dann wirklich felsenfest an der Elbe. Oder aber, es bleibt halbfertig als Mahnmal für die nächsten Generationen.
