
- Der Hamburger Bahnhof in Berlin - François Maher Presley
Wenngleich die meisten Besucher auch den „Hamburger Bahnhof“ besuchen, so handelt es sich seit November 1996 um das Museum der Gegenwart im Hamburger Bahnhof, das dritte Haus der Nationalgalerie, eine der umfangreichsten und wichtigsten Sammlung der Kunst ab den 1960er Jahren bis in die Gegenwart weltweit. Der Architekt Josef Paul Kleihues gestaltete das Gebäude um.
Die Geschichte des "Hamburger Bahnhofs" in Berlin als Kopfbahnhof
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäude als Kopfbahnhof erstellt und bis Anfang des 20. Jahrhunderts als ein solcher auch betrieben. Danach wurde das Gebäude zu einem Museum für Verkehr und Bau ausgebaut. Die von zwei Türmen flankierte neoklassizistische Fassade beeindruckt die Besucher ebenso, wie die große Industriehalle oder die beiden den Innenhofgarten säumenden Ehrenhofflügel. Zudem wird die Fassade durch eine zweifarbige Lichtinstallation des amerikanischen Künstlers Dan Flavin in blaues und grünes Neonlicht gehüllt, was in den Abendstunden und nachts eine grandiose Wirkung hat und weit sichtbar ist. Diese Kombination aus Architektur und Lichttechnik mutet surreal und verlockend an. Der Bau selbst wurde anlässlich der Wiedereröffnung lediglich um die Kleihueshalle im Stile einer hohen tonnenüberwölbten Grande Galerie ergänzt.
Die Idee eines Museums für die Gegenwartskunst
Das Museum sieht sich in der Tradition des 1919 im Kronprinzen-Palais unter den Linden eröffnete und 1937 von den Nationalsozialisten wieder geschlossene Dependance der Nationalgalerie für zeitgenössische Kunst. Es sollte ein Museum für die „Kunst der Lebenden“ sein.
Die im Hamburger Bahnhof auf 13.000 qm Ausstellungsfläche untergebrachten Sammlungen u.a. von Erich Marx beeindruckt sehr und harmoniert großartig mit den Flächen und Höhen der Architektur, besonders die große Kollektion von Werken von Joseph Beuys, Amseln Kiefer, die Arbeiten von Anday Warhol, Robert Rauschenberg und Cy Twombly. Neben dem Programm sind Künstlerräume im Museum ein fester Bestandteil, so für John Cage, Bill Viola, Peter Campus, Wolf Vostell, Rebecca Horn, Carolee Schneeman, Reinhard Mucha, Marcel Broodthaers, Fritz Rahmann, Hans Peter Feldmann, Johan Grimoprez oder Aernout Mik. Die Sammlungen wurden durch Zukäufe in 2002 der Studiensammlung zur Konzeptkunst und Arte Povera von Egidio Marzona erweitert. Im zum Rieckhallen umgebauten Lehrter Güterbahnhof hinter dem Haupthaus befindet sich die Leihgabe der Friedrich Christian Flick Collection mit über 2.000 erstklassigen Werken zeitgenössischer europäischer und nordamerikanischer Kunst.
Die Bildende Kunst, Skulpturen und Filme - Teil der stehenden Ausstellungen im Hamburger Bahnhof
Bedingt durch das Joseph Beuys Medien-Archiv und die von Mike Seiner geschenkte Sammlung zur Videokunst der 1970er Jahre, bilden filmische Werke einen weiteren Schwerpunkt der Sammlung, der zudem durch die Ankäufe z.B. der Filme von Marcel Broodthaers, David Lamelas oder Matthew Buckingham erweitert wird.
