
- Handy-Mobbing per SMS - Pixelio.de
Mobbing ist längst nicht mehr auf die Arbeitswelt begrenzt. Auch in Schulen nehmen Mobbingvorfälle zu. Die Attacken richten sich sowohl gegen Schülerinnen und Schüler, als auch gegen Lehrkräfte. Das Mobbing wird dabei in unterschiedlichen Formen praktiziert: Es kann mit Worten, mit Schlägen oder durch soziale Ausgrenzung erfolgen. Zu den Gewaltakten zählen: schlagen, stoßen, schubsen, kneifen, festhalten, bespucken, beschmutzen und einsperren. Um eine soziale Ausgrenzung zu erreichen, werden soziale Beziehungen beeinträchtigt. Dies geschieht durch das Verbreiten von Gerüchten, lästern oder einfach ignorieren. Meist werden verschiedenen Formen des Mobbings kombiniert.
Mobbing und Bullying
Der Begriff "Mobbing" leitet sich vom englischen to mob: angreifen, anpöbeln, schikanieren ab. Mit Mobbing werden Handlungen bezeichnet, die sich wiederholt und über einen längeren Zeitraum gegen eine einzelne Person richten. Der Begriff "Bullying" wird überwiegend für das Mobbing in der Schule verwendet. "Bully" heißt übersetzt Täter.
Cyberbullying
Unter dem Begriff des Cyberbullying versteht man den Einsatz der Neuen Medien, wie Handy, E-Mail oder Chat, um anderen zu schaden. Dazu zählen zum Beispiel Drohungen per SMS, gezielter Telefonterror, demütigende Bilder per MMS oder E-Mail und Handyvideos. Bei den Videos kann es sich beispielsweise um "Schlampenvideos" handeln. Hierzu werden – insbesondere Mädchen – in peinlichen Situationen, wie zum Beispiel auf der Schultoilette, oder auf Partys unter Alkoholeinfluss heimlich bei sexuellen Aktivitäten, gefilmt. Solche Videoaufnahmen werden dann zum Zweck der Erpressung eingesetzt oder gar im Internet veröffentlich. Die zweite Variante der kriminellen Handyvideos werden verharmlosend als "Happy Slapping" – Fröhliches Schlagen – bezeichnet. Dabei werden gezielt schwächere Zielpersonen verprügelt. Die Schlägervideos dienen den Urhebern dann zum Angeben und Dazugehören, manchmal auch als Mutprobe. Damit erreicht diese neue multimediale Form des Mobbings eine ganz neue Qualität.
Folgen von Mobbing
Die Auswirkungen für die Opfer reichen von psychosomatischen bis zu psychischen Beeinträchtigungen wie Unkonzentriertheit, plötzlicher Leistungsabfall, häufige Kopf- oder Bauchschmerzen, Angst, Depression, Essstörungen bis hin zu Suizidgedanken.
Vorkehrungen gegen Handy-Mobbing
- Wählen Sie für Ihr Kind ein Handymodell, bei dem sich Bluetooth abstellen lässt. Bei aktiviertem Bluetooth ist das Handy für andere sichtbar und kann Daten unkontrolliert empfangen.
- Klären Sie Ihre Kinder über die rechtlichen Konsequenzen auf: Happy Slapping und der Besitz pornografischer Bilder und Videos sind strafbar!
- Vermitteln Sie Ihren Kindern, dass persönliche Daten, wie Telefonnummer oder Fotos von sich selbst nicht unüberlegt an andere weitergeben werden.
Hilfe und Beratung bei Handy-Mobbing
Sollte Ihr Kind mit Anrufen, SMS oder MMS belästigt werden, so löschen Sie die Mitteilungen nicht. Die Polizei hat im Fall von Nötigung und Belästigung die Möglichkeit, über den Handy-Provider Verbindungsdaten zu sichern und damit unbekannte Täter zu ermitteln. Bei manchen Handymodellen können bestimmte Telefonnummern geblockt werden. Ist Ihr Kind betroffen, so ist es hilfreich ein Mobbing-Tagebuch zu führen und die Schulleitung zu informieren.
Inzwischen sind eine Vielzahl an Büchern zum Thema Mobbing erschienen. Über das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend kann eine Broschüre mit dem Titel Handy ohne Risiko? bezogen werden. Im Internet geben beispielsweise Initiativen wie klicksafe.de oder Beratungsstellen wie mobbingberatung.info weitere Informationen und Tipps.
