Handys erhöhen bei Kindern das Risiko für Hirntumore nicht

Handys erhöhen nicht das Risiko für Hirntumore - © Eva Kaliwoda / pixelio.de
Handys erhöhen nicht das Risiko für Hirntumore - © Eva Kaliwoda / pixelio.de
Ein Studie klärt, dass europäische Kinder nicht öfter von Hirntumoren betroffen sind, wenn sie Handys benutzen. Unsicherheiten bleiben aber bestehen.

Ein Team von Wissenschaftlern veröffentlichte am 27. Juli 2011 im Fachmagazin Journal of the National Cancer Institute die Ergebnisse einer Studie zu den Auswirkungen von Handystrahlen auf das Hirntumorrisiko bei Kindern und Jugendlichen. Demnach gibt es keinen gesicherten Zusammenhang zu konstatieren, es bleiben aber Unsicherheiten bestehen. Eine beständige Prüfung der Zahlen der Neuerkrankungen an Hirntumoren aus den Krebsregistern ist aus Sicht der untersuchenden Wissenschaftler anzuraten, mit einem Fokus auf diejenigen Regionen des Gehirns, die am meisten von der Handystrahlung betroffen sind.

Stand der Dinge zur Gefährdung des Menschen durch Handystrahlen

Das Handy ist kaum noch aus dem Alltag vieler Menschen wegzudenken, was bedeutet, dass selbst bei einem kleinen Gesundheitsrisiko in der Technologie die Zahl der Betroffenen beträchtlich wäre. Viele Menschen haben Bedenken, das Gerät andauernd zu benutzen, gibt es doch immer wieder Behauptungen, dass Handystrahlen der Gesundheit nicht zuträglich sind, sogar schaden können. Ob das so ist oder nicht, ist bislang im Dunkeln geblieben, es gibt Vermutungen und Gedanken dazu, aber niemand kann sowohl die eine Meinung als auch die andere sicher bestätigen oder verneinen. Zu der Frage, ob es bei erwachsenen Benutzern von Handys vermehrt zu Hirntumoren kommt, gibt es sich völlig widersprechende Studienergebnisse, mit der vorliegenden Studie gibt es erstmals Erkenntnisse über die Auswirkungen für Kinder. Was die Gefahren der Handytechnologie betrifft, ist bislang unter anderem das Auftreten von Handyallergien und das Entstehen von psychischen Abhängigkeiten von mobilen Kommunikationsgeräten in allen Altersstufen gesichert.

Kinder und Jugendliche benutzen Handys selbstverständlich

Der Gebrauch von Mobiltelefonen gehört für die jüngere Generation mittlerweile von Anfang an zu ihrem Leben, wie Essen und Trinken auch. Da das kindliche Gehirn besonders anfällig für Außenreize ist, liegt es nahe, hier auch eine besondere Gefährdung durch Handystrahlung zu vermuten. Es ist zwar kein biologischer Mechanismus bekannt, dass die von Handys erzeugte Mikrowellenstrahlung Krebs erzeugt, aber bei so einem sensiblen Thema ist eine gewissenhafte Durchleuchtung der Frage verständlich.

Die zur Studie herangezogenen Daten stammen von 352 Kindern aus vier europäischen Ländern (Schweiz, Dänemark, Norwegen und Schweden). Sie waren zwischen 2004 und 2009 an einem Hirntumor erkrankt, vorwiegend Gliome. Der Gebrauch eines Handys dieser Heranwachsenden wurde mittels eigener Angaben und den gespeicherten Daten der Mobilfunkbetreiber erfasst und mit dem einer Kontrollgruppe verglichen; diese bestand aus 646 zufällig ausgewählten Kindern im gleichen Alter, mit dem gleichen Geschlecht und in der gleichen Wohnregion.

Kein erhöhtes Risiko für Hirntumore bei handybenutzenden Kindern

Die aus der Studie gewonnenen Daten lassen keine erhöhten Fallzahlen von Neuerkrankungen mit Hirntumoren bei Kindern und Jugendlichen erkennen, die mit der Handybenutzung in ursächlichen Zusammenhang gebracht werden können. Auch fünf Jahre nach der Erstbenutzung von Mobiltelefonen ist das Risiko für Hirntumore nicht erhöht. Auch konnten keine signifikanten Veränderungen speziell in den Hirnregionen beobachtet werden, die von der Mikrowellenstrahlung beim Telefonieren am meisten betroffen waren. Da die Anzahl der Studienteilnehmer sehr hoch war und zusätzlich auch andere Risikofaktoren für Hirntumore analysiert wurden, kann man von belastbaren Ergebnissen ausgehen.

Restunsicherheiten bleiben bestehen, weitere Studien sind daher sinnvoll

Die Autoren der Studie geben zu bedenken, dass sie keine vollständig sichere Aussage zum Risiko von Handys machen können. Wenn die Benutzung eines Mobiltelefons bei 100.000 Personen jährlich zwei oder mehr Neuerkrankungen mit Hirntumoren verursachen würde, dann wäre das mit vorliegender Studie erkannt worden. Geringere Fallzahlen können mit dem benutzten Studiendesign allerdings nicht erfasst werden. Hinzu kommen die Ungenauigkeiten der Daten zur Handybenutzung. Immer, wenn Probanden rückwirkend befragt werden, gibt es keine eindeutige Sicherheit für die Richtigkeit ihrer Angaben, da sich nach Eintreten einer Erkrankung die Wahrnehmung solcher als potentiell schädlich vermuteter Gründe verzerren kann. Generell sind auch Hirntumoren bei Kindern und Jugendlichen seltener als bei Erwachsenen, die vorliegenden Daten können also nicht einfach auf andere Altersklassen übertragen werden. Die befragten Studienteilnehmer wiesen zudem insgesamt einen recht moderaten Handygebrauch auf.

Ein sensibler Gebrauch des Handys kann nicht schaden

Ungeachtet der hoffnungsvollen Ergebnisse der vorliegenden Studie empfehlen die Autoren Menschen, die eine Gefährdung vermuten, einen vernünftigen Umgang mit Mobiltelefonen, um die Auswirkungen auf den Körper zu minimieren. Dazu gehören: sich kurz fassen am Handy und Headsets beziehungsweise Lautsprecher benutzen. Reale Gefahren durch Handys bestehen im Straßenverkehr, die Benutzung während des Autofahrens ist bekanntermaßen gefährlich und kann zu Unfällen und Verletzungen führen.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Quelle: Oxford University Press

Bildnachweis: © Eva Kaliwoda überarbeitet von kaarsten / pixelio.de

Manuela Käselau, www.valeriewagner.de

Manuela Käselau - Schreiben zu können fand ich gleich nach dem Erlernen desselben eine prima Sache. Und mit der Anwendung hat es dann auch gleich recht ...

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