Hans-Ulrich Bauer – ein Verleger auf Usedom

Verleger und Autor Hans-Ulrich Bauer - Ilse-Ruth Uebner
Verleger und Autor Hans-Ulrich Bauer - Ilse-Ruth Uebner
Im IGEL Usedom-Verlag gibt Hans-Ulrich Bauer Insel-Geschichten von Land und Leuten heraus und sorgt damit für Andenken besonderer Art.

Wussten Sie eigentlich, dass es im Ostseebad Heringsdorf auch einen Verlag gibt? Nein? Aber Hans-Ulrich Bauer und seine Promenadenspaziergänge vorbei an „Ikonen der Bäderarchitektur“ ist für viele Usedomurlauber schon eher ein Begriff. Deshalb sollten Sie auch erfahren, Bauer und der IGEL Usedom-Verlag sind eine Person. Der Heringsdorfer Hobbyhistoriker wählte vier Buchstaben aus seinen InselGEschichten von Land und Leuten als Logo für den Miniverlag.

Kartenquiz „Badespaß & Zwickelerlass“

„Angefangen hat es mit einem Quizkartenspiel“, erinnert sich Bauer an die Verlagsgründung 2007. Mit „Badespaß & Zwickelerlass“, einem amüsanten Fragespiel, können sich Urlauber nicht nur die Zeit vertreiben, sie erfahren außerdem viel Wissenswertes über das Bäderwesen auf Usedom. Dem Kartenspiel folgte bald das erste Buch „Badegäste mit Anzug und Weste“. Darin nahm Bauer auf humorvolle Weise das gesamte Usedom-Alphabet von A wie Aalkasten bis Z wie Zwickelerlass durch.

Wer sich erst einmal mit der wunderschönen Ostseeinsel beschäftigt, findet so schnell kein Ende, stellte der Autor fest. Und schon war der zweite Teil von „Badegäste …“, diesmal Anekdoten „Von Badekur bis Architektur“, fertig.

Ernst Heilemann „Der Zille von Bansin“

Mal nicht zum Ostseestrand, dafür ins Achterland lockte der IGEL-Autor seine Leser mit dem Buch „Usedomer Mühlengeschichten“. Das neueste Buch widmet sich aber wieder dem Badespaß, allerdings von einer ganz anderen, nämlich künstlerischen Seite. Wie kein anderer habe „Ernst Heilemann – Der Zille von Bansin“ mit seinen Zeichnungen den Charme des Bäderwesens in der Kaiserzeit festgehalten. Das sei Grund genug für ein IGEL-Buch, so der Verleger und Autor. „Traurig ist, dass das Bansiner Wohnhaus des Künstlers erst kürzlich der Abrissbirne zum Opfer fiel“, bedauert er.

Vergessene Firma eroberte vor 100 Jahren den Weltmarkt

Schon 2006 hatte Bauer an einer Schulung zum Fremdenführer mit dem Schwerpunkt Bäderarchitektur teilgenommen. Bei einem Lehrausflug nach Rügen entdeckte er in Binz an der Villa Undine eine Tafel mit der Aufschrift „Wolgast-Haus“. Er hatte noch nie etwas von solchen Häusern gehört und begann zu recherchieren. Heraus kam, wie könnte es bei Bauer anders sein, ein neues Buch. In „Holzhäuser aus Wolgast“ hat er nun die Wolgaster Actiengesellschaft für Holzbearbeitung, eine Firma die um 1900 mit Fertigholzhäusern den Weltmarkt eroberte, erfolgreich dem Vergessen entrissen. Alle Wolgast-Häuser von Misdroy bis Heringsdorf kundschaftete der Hobbyhistoriker dafür aus, etliche existierten nur noch auf Zeichnungen und Fotos. Im nächsten Band will der 66-Jährige über weitere Wolgast-Häuser von Bansin bis Zinnowitz berichten.

„Als mich das Holzhausfieber packte, wusste kaum einer was von der Firma am Peenestrom“, erzählt er. Jetzt seien sogar im Internet interessante Beiträge zu lesen, wie zum Beispiel von der Tagung „Stadtfluchten“, die 2009 in Stettin stattfand. Dort habe eine polnische Historikerin einen ganzen Vortrag über die Wolgaster Actiengesellschaft gehalten. Überhaupt klingle bei Bauer in letzter Zeit öfter das Telefon. Informationen zu den legendären Wolgast-Häuser würden ihm aus vielen Teilen der Welt ins Haus flattern.

Andere interessante Menschen aus Vorpommern von heute können Sie auch in folgenden Suite101-Artikeln kennen lernen:

„Brigitte Achterkerke, eine Frau mit Visionen“,

„Powerfrau startet in Wolgast mit neuer Geschäftsidee“,

„Katja Kittelmann, eine gastfreundliche Usedomerin“,

„Dirk Weichbrodt ist mit dem Wisent auf Du und Du“,

„Schloss Stolpe aus dem Dornröschenschlaf geweckt.

Ilse-Ruth Uebner, Ilse-Ruth Uebner

Ilse-Ruth Uebner - Ich bin Ilse-Ruth Uebner, geboren am 13. August in Borna. Ab meinem zehnten Lebensjahr, 1961, hatte ich mit diesem Geburtstagsdatum einige ...

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