Hansestadt Bremen – das Dorf mit Straßenbahn und Flughafen

Torfkahn - altes Bremer Verkehrsmittel - © Lucy M. Laube
Torfkahn - altes Bremer Verkehrsmittel - © Lucy M. Laube
Bremen ist gut angebunden - an die Autobahn, an den Bahnverkehr, an die Weltmeere und mittels Flughafen beinahe mitten in der Stadt an die weite Welt.

Bremen wird häufig unterschätzt, besonders von Hauptstädtern. Sicherlich, Bremen ist nicht so groß wie Berlin, auch nicht so groß wie Hamburg, und Bremen ist das kleinste der 16 deutschen Bundesländer. Doch ein Blick auf die Internetpräsenz der Hansestadt zeigt, dass Bremen immerhin knapp 550.000 Einwohner hat, das Bundesland – also die Städte Bremen und Bremerhaven zusammen – knapp 662.000. Und, auch das ist manchem Berliner nicht klar, Bremen hat ein Straßenbahnnetz – und einen Flughafen.

Fortbewegung in der norddeutschen Tiefebene

In Norddeutschland gibt es bekanntermaßen keine sehr hohen Berge. Der höchste Berg Bremens dürfte mit etwa 45 Metern der Müllberg auf dem Gelände der Blocklanddeponie sein. Das Umland Bremens gehört zwar zu Niedersachsen, aber dennoch sei erwähnt, dass der beliebte Weyerberg im Teufelsmoor bei Worpswede auch nur ungefähr zehn Meter mehr an Höhe aufweist. Alles in allem ist Bremen also ein Traum für Freunde der Fortbewegung mittels eigener Körperkraft, also zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Einrad oder mit Inlinern.

Ein Dorf mit Straßenbahn und zehntgrößte Stadt Deutschlands

Bremen gehört zu den zehn größten Städten Deutschlands, gemessen an der Einwohnerzahl. Auch das mag für viele eine Überraschung sein. Genau genommen belegt Bremen Platz 10 der Statistik. In feiner Selbstironie und Bescheidenheit bezeichnen die Bremer ihre Stadt gern liebevoll als Dorf mit Straßenbahn. Viele wichtige Sehenswürdigkeiten sind fußläufig zu erreichen. Von den Bremer Stadtmusikanten zum Roland, Rathaus, in die Böttcherstraße oder den Schnoor sind es jeweils nur wenige Schritte. Auch sonst darf das Auto stehen gelassen werden, denn es gibt überall Busse – und eben die Straßenbahnen, die lauffaule Touristen auch zu etwas dezentraleren Attraktionen führen, beispielsweise zum Science Center Universum. Hier sei die Linie 6 in Richtung Norden empfohlen.

Vom Flughafen zum City Airport Bremen – die Internationalisierung schlägt zu

Wer eben diese Straßenbahnlinie 6 in die andere Richtung nimmt, in Richtung Süden also, ist rasch am City Airport Bremen, der früher einmal Flughafen Bremen und dann Airport Bremen hieß. Zudem trägt er den ehrenvollen Titel "Offizieller Airport von Werder Bremen". Ganze 15 Minuten dauert die Fahrt vom Hauptbahnhof zum Flughafen. Von der zentralen Haltestelle im Stadtzentrum, Domsheide, sind es gar nur neun Minuten. Unschlagbar. Der Flughafen trägt den Namenszusatz "City" mit einiger Berechtigung. Die Straßenbahn fährt bis direkt vor den Terminal.

Von Bremen in die weite Welt – und zurück

Zwar ist der City Airport Bremen recht klein und überschaubar, doch immerhin werden von hier aus Dutzende Ziele in der ganzen Welt direkt angeflogen. Wer sich nicht scheut, innerdeutsch zu fliegen, der kann dies auch von Bremen aus tun – nach Berlin, nach Frankfurt, München, Stuttgart oder Nürnberg. Doch auch das europäische Ausland ist unkompliziert zu erreichen: Zu den Zielen ab Bremen gehören Amsterdam, Paris, London, Oslo, Istanbul, Danzig, Faro, Mailand und viele weitere. Schließlich sind auch internationale Flüge in andere Kontinente im Angebot. Wie wäre es beispielsweise mit Monastir oder Sharm el Sheikh? Für Freunde der Insel oder jene, die reif für selbige sind, sind beispielsweise Gran Canaria, Teneriffa, Mallorca und Rhodos im Angebot. 2007 hat sich die irische "Billigairline" Ryanair in Bremen angesiedelt und sogar einen eigenen Terminal bekommen. Wer allerdings nach Dublin will, dem Hauptsitz von Ryanair, der muss in London umsteigen.

Lucy M. Laube, Foto: Marc Mußmann

Lucy M. Laube - Ich liebe es, wenn Menschen auf enthusiastische Weise absurde Dinge verkünden. Diese sammle ich, leider an verschiedensten Orten, so ...

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