
- Sind die Harnsäurewerte zu hoch? I - Cornelia Buron
Treten Gelenkschmerzen auf, die nicht durch eine Verletzung erklärbar sind oder der Patient zu Harnsteinen neigt, kann der behandelnde Arzt die Harnsäurewerte ermitteln lassen. Wenn die mit Hilfe einer Laboranalyse im Blut oder Urin festgestellten Werte zu hoch sind, birgt dies gesundliche Risiken. Eine Hyperurikämie kann durch Medikamente und eine säurearme bzw. basische Ernährung beeinflusst werden.
Purine und das Abbauprodukt Harnsäure
Die zu den Bestandteilen der DNA in den Zellkernen gehörenden Purine werden vom Körper selbst bei der Erneuerung von Zellen ständig produziert (körpereigene Harnsäuresynthese). Die aus den Purinen als Abbauprodukt entstehende Harnsäure muss mit Hilfe eines gut funktionierenden Stoffwechsels über die Nieren ausgeschieden werden. Der Körper ist selber nicht dazu in der Lage, die Säure eigenständig wieder abzubauen. Andererseits werden Purine mit der täglichen Nahrung, hauptsächlich über Säurelieferanten wie Fleisch, Fisch, Wurst und über alkoholische Getränke, aufgenommen.
Wie hoch dürfen Harnsäurewerte sein?
Der durch eine Laboranalyse zu ermitteltende Wert kann im Blutserum oder -plasma, aber auch im Urin (24-Stunden-Sammelurin) gemessen werden. Der Norm- bzw. Referenzbereich der im Blut festgestellten Harnsäurewerte, Abkürzung HSR, sollte bei Frauen zwischen 2,3 und 6,1 mg/dl (Milligramm pro Deziliter) liegen. Bei Männern liegt der Wert bei 3,6 bis 8,2 mg/dl noch im zu tolerierenden Bereich.
Wann sind die Harnsäurewerte zu hoch? Wann liegt eine Hyperurikämie vor?
Die mit Hilfe einer Laboranalyse ermittelten Harnsäurewerte sollten bei Frauen idealerweise 6,5 mg/dl und bei Männern 7 mg/dl im Blut nicht übersteigen. Werden die Werte über den Sammelurin getestet, so gilt für Frauen und Männer, dass die Analyse bis 800 mg ergeben darf. Man spricht in der Medizin von einer Hyperurikämie, wenn die Blutwerte darüber hinausgehen.
Gefahren einer Hyperurikämie
Da ein erhöhter Harnsäurespiegel, der ein Hinweis auf eine rheumatische Erkrankung ist, anfangs keinerlei Probleme bereitet, wird er meistens sehr spät bemerkt. Die Folgen zeigen sich meistens erst nach Jahren, sie sind dann oft nur schwer oder überhaupt nicht mehr rückgängig zu machen. Bei einer Hyperurikämie besteht die Gefahr, dass Harnsäurekristalle ausfallen. Die damit verbundenen Risiken einen Gichtanfall zu erleiden, steigen durch die bis dahin im Gewebe oder in den Gelenken angesammelte Harnsäure. Kommen weitere Auslöser dazu wie zu viel fettes Essen, Stress, viel Alkohol oder auch kleine Verletzungen, kann es zu einem schmerzhaften Schub kommen.
Wenn die Harnsäurewerte zu hoch sind - wenn der Blutwert niedrig ist
Bei Erkrankungen wie Leukämie, bei Tumoren oder wenn sich Patienten einer Chemo- oder Strahlentherapie unterziehen müssen, können die Harnsäurewerte ebenfalls zu hoch sein. Dagegen kommen niedrige Harnsäurewerte eher selten vor. Ein möglicher Grund kann die Überdosierung eines Medikaments sein, das eigentlich zur Behandlung gegen eine bestehende Hyperurikämie eingesetzt wird.
Natürliche Hilfe bei einer rheumatischen Erkrankung
Um eine vom Arzt eingeleitete Rheumabehandlung natürlich zu unterstützen, gibt es verschiedene Heilmittel aus der Naturmedizin. Anti-entzündlich wirken die Neuseeländische Grünlippmuschel, die südafrikanische Teufelskralle oder auch die Pulsierende Magnetfeldtherapie. Zahlreiche Studien belegen inzwischen die Wirksamkeit der alternativen Mittel. Bei bereits abgenutzten Gelenken wurde Hyaluronsäure im Rahmen einer Studienreihe bei an Arthrose erkrankten Patienten erfolgreich getestet.
Nicht zu vernachlässigen ist eine gesunde (basische) Ernährung, bei der Säurelieferanten vermieden werden. Fleisch enthält zum Beispiel Arachidonsäure, die bei Ärzten im Verdacht steht, möglicherweise Rheumaschübe auszulösen.
Quellen:
- Rheumaschmerzen natürlich behandeln, GU Verlag, Dr. med. Robert M. Bachmann
- Der Mensch, Anatomie und Physiologie, Thieme Verlag, Dr. med. hab. J. Schwegler
- Rheuma erfolgreich behandeln, Südwest Verlag, Dr. med. Susanne Holst, Ulrike Meiser
- Richtig entsäuern, Goldmann Verlag, Dr. med. Monika Wagner-Koch
- Laborwerte, GU Verlag, Dr. N. Schaenzler, Dr. med. W.P. Bieger
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