Es scheint als wäre es gestern gewesen, als „Harry Potter und der Stein der Weisen“ vier Jahre nach Erscheinen des Buches in die Kinos kam und Millionen von Menschen begeisterte, doch in der Realität liegt dieses Ereignis schon zehn lange Jahre zurück. In dieser Zeit haben die Fans der Fantasy-Reihe von Joanne K. Rowling etliche Abenteuer um Harry, Ron und Hermine miterlebt, die sich immer wieder gegen das Böse behaupten mussten. Sieben wundervolle Bücher und acht atemberaubende Filme später, sind nicht nur die Darsteller erwachsen geworden, sondern auch ihre Fans.

Die Handlung von „Harry Potter 7.2“

Der letzte Teil der „Harry Potter“-Reihe knüpft logischerweise direkt an das Ende des vorherigen Films an. Er beginnt mit der Szene, mit welcher „Harry Potter 7.1“ endet: Voldemort öffnet das Grab von Albus Dumbledore und nimmt dessen Zauberstab an sich - den unbesiegbaren Elderstab, ein Teil der Heiligtümer des Todes. Während Voldemort weiterhin den Untergang der gesamten Zaubererwelt plant, suchen Harry (Daniel Radcliffe), Ron (Rupert Grint) und Hermine (Emma Watson) immer noch verzweifelt nach Horkruxen, um die Chance, den dunklen Lord endgültig zu vernichten, zu steigern. Die Suche entpuppt sich jedoch als alles andere als leicht: Sie brechen in die Zaubererbank Gringotts ein und müssen letztendlich sogar zurück nach Hogwarts, obwohl die Schule schon lange kein sicherer Ort mehr ist; seit dem Tod von Professor Dumbledore ist Severus Snape Schulleiter, der zu Voldemorts Verbündeten zählt. Natürlich bleibt es nicht lange ein Geheimnis, dass sich Harry Potter in Hogwarts befindet, woraufhin der finale Kampf zwischen Gut und Böse beginnt, der mehr als nur ein Opfer fordert.

„Harry Potter“ erstmals in 3D

Zum ersten Mal seit zehn Jahren wurde ein Teil der „Harry Potter“-Reihe in 3D veröffentlicht. Der Grund dafür war wohl, den Fans das grandiose Finale noch näher bringen zu wollen und den Anschein zu vermitteln, die Zuschauer stünden direkt im brennenden und zerfallenden Hogwarts. Letztendlich hätte sich das zuständige Team die Arbeit allerdings sparen können. Abgesehen von drei, vier Szenen hinterlässt der Film in 3D keinen sonderlich großen Eindruck. Lediglich der Flug auf dem Drachen, die Fahrt durch die Untiefen von Gringotts und die Momente, in denen sich Voldemorts Schlange Nargini neue Opfer sucht, sind hübsch anzusehen und ermöglichen den Kinobesuchern die Chance, einmal das Innere der Schlange zu begutachten. Alle anderen Szenen haben in 3D die gleiche Wirkung wie in 2D.

Einige kleine Makel bei der Umsetzung

Wie in jedem Teil der Saga gibt es auch im letzten Film einige Aspekte, die nicht mit dem Buch übereinstimmen oder aufgrund der Wichtigkeit in der Vorlage etwas tiefergehend hätten behandelt werden müssen. Beispielsweise bleibt dem Zuschauer kaum Zeit zum Trauern, nachdem einige wichtige Charaktere ihr Leben lassen mussten. Man erfährt lediglich in einer kurzen Szene wen es getroffen hat und im nächsten Augenblick richtet sich das Augenmerk wieder auf den Kampf. Es ist verständlich, dass sich der letzte Teil hauptsächlich um die Schlacht dreht, doch es sollte immer Zeit sein, um die Toten zu beweinen. Weiterhin kommen im letzten Buch unglaublich viele Informationen über Dumbledores Leben ans Licht, die eigentlich von großer Bedeutung sind. Im Film werden diese jedoch gar nicht oder nur sehr knapp dargestellt, sodass bei den Zuschauern, die keines der Bücher gelesen haben, einige offene Fragen entstehen.

Der Held der Stunde

Der größte Held des finalen Teils ist ganz klar Neville Longbottom alias Matthew Lewis. Aus dem kleinen, etwas pummeligen Jungen der ersten Teile ist ein großer, schlanker junger Mann geworden, der mit Leib und Seele gegen das Böse kämpft und seinen Freunden dabei treu zur Seite steht. Seinen besten Auftritt hat Neville jedoch zweifellos als er dem siegessicheren Voldemort gegenübertritt und die emotionalste Rede hält, die in den Filmen der Saga jemals zu hören war. Wer von diesem kurzen Moment nicht gerührt ist, hat wirklich ein Herz aus Eis.

Grandioses Finale der besten Filmreihe aller Zeiten

Auch wenn einige Aspekte des Films nicht so geworden sind wie sie hätten sein sollen, ist „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes-Part 2“ ein eindrucksvoller letzter Teil der Saga – spannend, actionreich, emotional und trotz all der Dunkelheit auch witzig. Die weniger erfahrenen Darsteller wie Bonnie Wright oder Evanna Lynch stehen den großen Stars wie Alan Rickman, Helena Bonham Carter oder Julie Walters in nichts nach. „Harry Potter 7.2“ brilliert letztendlich nicht nur durch seine eindrucksvolle Handlung, sondern ebenso sehr durch die großartigen Leistungen der Schauspieler, die die Bücher von Joanne K. Rowling erst richtig lebendig machten. Das Ende des Films ist ein wahrlich schöner Moment, aber gleichzeitig auch unglaublich traurig. Vierzehn Jahre lang konnten sich die Fans an den Büchern und Filmen erfreuen und nun ist die „Harry Potter“-Ära vorbei; die Geschichte um den Zauberschüler mit der blitzförmigen Narbe ist zu Ende. Viele sind mit Harry Potter groß geworden; da stellt sich die Frage: Was nun? Was ist das für eine Welt ohne neue Bücher und Filme über den beliebtesten Zauberer der Geschichte?