Harry Potter und die Magie und Wissenschaft in der Renaissance

Harry Potter - Verlag
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Die Bücher von Rowling kennt inzwischen jeder, doch über die Magie und Wissenschaft rund um das 16. Jahrhundert ist den meisten Lesern nicht viel bekannt.

Wer kennt den berühmten Zauberer mit der blitzförmigen Narbe auf der Stirn nicht? Millionen von Lesern und Kinobesuchern bestaunen die Welt der Zauberer und Hexen. Doch was steckt hinter dem Stein der Weisen, den Einhörnen und Alraunen? Eine Zeitreise durch die Naturwissenschaften und Alchemie lässt so manchen staunen.

Der Stein der Weisen

Mit dem Buch "Harry Potter und der Stein der Weisen" begann die Serie um den jungen Zauberer und seiner Freunde Hermine Granger und Ron Weasley. In seinem ersten Jahr in Hogwarts, der Schule für Hexerei und Zauberei, deckt Harry Potter den versuchten Diebstahl Lord Voldemorts auf, der versucht den Stein der Weisen an sich zu bringen. Der böse Zauberer hofft mit dessen Hilfe seine ehemalige magische Kraft zurückzuerlangen und somit eine vollständige Gewalt über Zauberer, Menschen und magische Kreaturen zu erhalten.

Im Spätmittelalter wurden in der Alchemie einige Experimente durchgeführt, in der Hoffnung den Stein der Weisen zu erschaffen. Dieser, davon waren die Alchemisten überzeugt, war in der Lage unedle Metalle in Gold und Silber zu verwandeln und er galt zudem als eine Art Universalmedizin. Im 15. Jahrhundert waren einige Wissenschaftler davon überzeugt, dass es Nicolas Flamel, ebenfalls eine Figur im ersten Harry Potter Band, gelungen sei, den Stein der Weisen zu erzeugen. Dieses Gerücht seiner Unsterblichkeit hielt sich beharrlich auch noch bis nach seinem Tod 1417. Der Mythos des Stein der Weisen hat in all den Jahrzehnten nicht nachgelassen und beeinflusste durch die Experimente mit verschiedenen Metallen die heutige moderne Chemie.

Die magischen Geschöpfe in Hogwarts

In und rund um Hogwarts lernen Harry Potter und seine Freunde bald die magischen Geschöpfe der magischen Welt kennen, die den Muggeln verborgen bleibt. So treibt im zweiten Band der erfolgreichen Buchreihe ein Basilisk in der Schule für Hexerei und Zauberei sein Unwesen. Im dritten Band finden die drei Freunde heraus, dass Hagrid einen Drachen aufzieht, der ihn in einige Schwierigkeiten bringt. Und in dem verbotenen Wald von Hogwarts wimmelt es nur so von Riesenspinnen und Einhörnern.

Wie Harry Potters Professoren, so studierte auch der Schweizer Naturwissenschaftler Conrad Gesner die Natur, um sein Wissen zu erweitern. Sein berühmtestes Werk Historiae Animalum (um 1550) beinhaltet Beschreibungen bekannter Tier- und Pflanzenarten. Einzigartig für seine Zeit, ist es mit eines der ersten Bücher der Zoologie. Wie andere seiner Zeitgenossen, so glaubte auch Gesner an die wahre Existenz von Basilisken und Einhörnern und charakterisierte daher auch ihr Verhalten, Aussehen und ihre Ernährung.

Die Kräuterkunde-Lehrstunden in Hogwarts

Kräuterkunde ist eines der Fächer, die in Hogwarts bereits ab dem ersten Schuljahr gelehrt werden, wobei Professorin Pomona Sprout magische Pflanzen, wie zum Beispiel die Alraune behandelt, die von den Schülern umgetopft werden müssen. Harry Potter bemerkt in den weiteren Bänden, wie wichtig die Kräuterkunde ist und welch nützlichen Wert die einzelnen Pflanzen haben können. So ist es ihm z.B. im vierten Band mithilfe der Einnahme der erfundenen Pflanze Dianthuskraut möglich, unter Wasser zu atmen.

Hortus Sanitatis (Garten der Gesundheit) ist eines der ersten gedruckten Kräuterbücher um 1480. Auftraggeber dieses Werkes, war der Mainzer Domherr Bernhard von Breidenbach. Die Qualität der meisten Zeichnungen war für die damalige Zeit überragend und gewann dadurch einen großen Einfluss auf die Kräuterkunde und die späteren Bücher dieser Sparte. Nicht verwunderlich ist auch der Eintrag der Alraune. Sie war eine Pflanze von deren Existenz Naturwissenschaftler wie Botaniker überzeugt waren.

Die Unsterblichkeit und die Magie der Zauberei

Während der siebenbändigen Serie lernt Harry Potter die erbitterten und grausamen Nachforschungen und Bemühungen kennen, die von Lord Voldemort absolviert werden, um eine alles umfassende Macht und das unendliche Leben zu erhalten. Doch ist es gerade die Liebe seiner Mutter, die Harry Potter eine Stärke verleiht, die, von Lord Voldemort anfangs unterschätzt, den Zauberer beinahe völlig zerstört.

Der Theologe, Arzt und Philosoph Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim schrieb um 1510 das berühmte Buch De Occulta Philosophia, ein Werk über die dahin bekannte Magie. Wie viele andere Alchemisten, Naturwissenschafter und Physiker in der Renaissance versuchten sie die Welt zu verstehen und Erklärungen für "die Wunder" zu finden, die die Natur um sie ihnen bot. Agrippa beschrieb mit der dreibändigen De Occulta Philosophia, die auch "Die drei Bücher der verborgenen Philosophie" genannt wird, die Magie von einem philosophischen und theologischen Blickwinkel aus und verteidigte hierbei die "heilige Magie".

Lesetipps:

Hans Biedermann: Materia prima: Die geheimen Bilder der Alchemie, Marixverlag, 192 Seiten

J.K.Rowling: Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind, Carlsen Verlag, 96 Seiten.

Conrad, Gesner: Historiae Animalum

Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim: De Occulta Philosophia, 168 Seiten.

Carpe diem, Jessica Nitsche

Jessica Nitsche - Herzlich willkommen! Neben meinen Buchrezensionen, die ich als begeisterte Lesern verfasse, werde ich auf dieser Seite auch einige ...

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