Hartmannsweiler Kopf - Ausflug mit Geschichte

Schicksalsberg der Deutschen und der Franzosen

Das Gipfelkreuz auf dem Hartmannsweiler Kopf - Thomas Peter
Das Gipfelkreuz auf dem Hartmannsweiler Kopf - Thomas Peter
20 Kilometer nord-westlich von Mulhouse wurde im Ersten Weltkrieg am Hartmannsweiler Kopf die Schlacht um das Elsass geschlagen. Eine Spurensuche auf dem Vogesengipfel.

Noch heute begegnen dem Wanderer auf dem Vogesenkamm die Grenzsteine der ehemaligen deutsch-französischen Grenze. Am vorgelagerten Hartmannsweiler Kopf wurde im Ersten Weltkrieg der Kampf um das Elsass geführt. Vom Pass des Silberlochs aus lässt sich der Berg am einfachsten erschließen. Man folgt dem Weg über den Nationalfriedhof bis zur Sohle des Bergsattels. Danach geht es aufwärts zur Kuppe bis zum 29 Meter hohen Gipfelkreuz, das seit 2004 nachts wieder ins Land hinein leuchtet. Hier oben auf 956 Meter hat man die größte Auswahl an Bunkern, Stollen, Festungen und »Sappen«, sprich Laufgräben, die man erforschen kann. Die gegnerischen Stellungen waren oft nur wenige Meter voneinander entfernt und es sollen während ruhigerer Abschnitte zwischen Freund und Feind rege Tauschgeschäfte stattgefunden haben. Badischer Tabak auf der einen und französisches Weißbrot und Wein auf der anderen Seite haben hier ihren Besitzer gewechselt.

Sehenswert sind die Felsenstellungen am Hartmannsweiler Kopf

Am Endpunkt des Bergrückens erreicht man den Aussichtsfelsen mit dem Blick ins Rheintal, zum Schwarzwald und zur burgundischen Pforte. Sehenswert sind hier die Felsenstellungen, die klingende Namen haben wie »Adlerhorst, Kardinal, Papststuhl.« Oder die »Schlummerklippe:« eine in den steilen, schluchtartig abfallenden Fels hineingehauene Bastion, dem Tal zu mit großzügigen Bögen ausgestattet und mit einem Badezimmer: einer betonierten Wanne, inklusive Fernsicht. Im Süden kann man durch die »Himmelsleiter«, einem Laufgraben mit 363 Steinstufen, zum »Rehfelsen« absteigen. Darunter liegt das Goldbachtal. Die dortigen Anlagen sind vor allem ab Anfang 1916 entstanden, als die Front sich stabilisierte und der Stellungskrieg begann. Dementsprechend hat man sich eingerichtet und die betonierten Unterstände mit Strom-, Wasser- und Fernsprechleitungen ausgebaut.

Der Serpentinenweg verbindet Tal und Kuppe

Überall ist der »Sauschwanz« zu finden, eine Eisenstange, die am unteren Ende wie ein Korkenzieher gebogen ist. Mit einem Stock konnte er in die Erde gedreht und daran bis zu drei Etagen Stacheldraht befestigt werden. Auf etwa 500 Meter Höhe gelangt man zum »Hirzstein«, einem völlig ausgehöhlten Felsblock, der mit Wohnungen und Maschinengewehrständen versehen war. Im Osten verbindet der Serpentinenweg in sieben Spitzkehren das Tal mit der Kuppe. Hier konnten Material, Munition und Verpflegung auf den Berg transportiert werden. Für zusätzliche Nachschubmöglichkeiten sorgten zwei Drahtseilbahnen, deren restliche Masten vereinzelt im Wald noch zu sehen sind. In Kurve zwei befand sich der Kommandostand und noch heute kann man sich in der ehemaligen Kantine eine Erfrischung holen, bevor man sich wieder auf den Rückweg macht.

Anfahrt: Autobahn nach Mulhouse - Abfahrt »Cernay« - Richtung »Uffholtz«, »Route de Crêtes« und schließlich Richtung »Le Viel Armand« bis zum Parkplatz im »Silberloch«

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Thomas Peter, Autor, Christine Krueger

Thomas Peter - Nach dem Studium der Rechtswissenschaft seit 1987 Tätigkeit als Jurist. Ab 1997 Freier Autor mit dem Schwerpunkt Hörspiele. Seit ...

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