Was haben der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt, die Schauspielerin Laura Linney und der spirituelle islamische Führer Aga Khan IV. gemeinsam? Sie alle sind erfolgreiche Absolventen eines Ivy League Colleges. Doch was hat es mit „Ivy League“ auf sich?

Herkunft des Begriffs "Ivy League"

"Ivy" ist der englische Begriff für Efeu und efeubewachsen sind die Mauern der ältesten Universitäten der USA. Der Name soll auf die lange Tradition dieser Schulen hinweisen. Geprägt wurde der Begriff in den 30er Jahren von einem Sportreporter der New York Times, um die Gruppe der Universitäten zu beschreiben, die in derselben sportlichen Liga gegeneinander antraten. Dazu gehörten Brown, Columbia, Cornell, Dartmouth, Harvard, Pennsylvania, Princeton und Yale. Offiziell wurde die Ivy League 1954 gegründet. Noch heute zählen die Football-Spiele der Universitäten zu den Highlights des akademischen Jahres für Studenten, Professoren und Alumni.

Heutiger Gebrauch des Begriffs

Die Sportvereinigung "Ivy League“ existiert immer noch, doch der Begriff wird heute eher assoziiert mit akademischer Spitzenleistung, strengem Auswahlverfahren und sozialem Elitedenken. In den Augen der Öffentlichkeit gehören die "Ivy League"-Schulen zu den prestigeträchtigsten Bildungseinrichtungen weltweit.

Motto, Fakten und Zahlen von Yale, Cornell & Co

Brown University – In deo speramus (In Gott hoffen wir)

Von Baptisten 1764 gegründet, war das College of Rhode Island (Brown University ab 1804) die einzige der damals sieben Schulen die Studenten aller Religionen aufnahm. Studenten wohlgemerkt, Frauen wurden erstmals 1891 zugelassen. Im akademischen Jahr 2008/2009 besuchten 8.020 Studenten die Universität in Providence. Die Studiengebühren liegen bei ungefähr $ 48.000 pro Schuljahr.

Columbia University – In lumine tuo videbimus lumen (In deinem Licht werden wir das Licht sehen)

Auf Anordnung von König George II. von England 1754 in New York gegründet, gehört die Columbia University heute vor allem im medizinischen Bereich zu den Spitzenreitern. Das ehemalige King’s College wurde nach dem Ende der amerikanischen Revolution 1784 wiedereröffnet und änderte seinen Namen in Columbia University. Der multikulturelle Aspekt New Yorks spiegelt sich auch in der Studentenschaft der Universität wieder: 2007 waren von den knapp 25.000 Studenten 22 Prozent Ausländer aus 153 Staaten.

Cornell University – "I would found an institution where any person can find instruction in any study"

1865 von Ezra Cornell gegründet, wurde Cornell als erste “wahre amerikanische” Universität beschrieben. Grund hierfür war der Egalitarismus, den Ezra Cornell im Motto der Schule anpreist. Jeder und jede qualifizierte Bewerber/in sollte hier unabhängig von Rasse, Geschlecht, sozialem Hintergrund, Religionszugehörigkeit und Nationalität studieren können. Die Schriftstellerinnen Pearl S. Buck und Toni Morrison gehören zu den Alumni von Cornell. 2007 besuchten knapp 21.000 Studenten die "jüngste“ der acht Ivy-League-Institutionen in Ithaca im Bundesstaat New York. Die Studiengebühren für Studienanfänger liegen bei $ 34.000 pro Jahr.

Dartmouth College – Vox clamantis in deserto (Eine Stimme erschallt in der Wildnis)

Mit gegenwärtig 5.800 Studenten ist Dartmouth verhältnismäßig klein im Gegensatz zu Harvard oder Columbia. Von den 16.500 Bewerbern wurden 2008 1.095 aufgenommen. Die Schule wurde 1769 von dem geistlichen Eleazar Wheelock in Hanovre, New Hampshire, gegründet. 1867 wurde hier die erste Schule für Ingenieurwissenschaften, Thayer School of Engineering, eröffnet.

Harvard University – Veritas (Wahrheit)

Harvard ist der Inbegriff für elitäre, exzellente Ausbildung und die älteste Universität Amerikas. Gegründet wurde die Schule 1636 vom Great and General Court of the Massachusetts Bay Colony und war angelehnt an die Struktur der englischen Universitäten. Harvard startete mit nur neun Schülern und einem Lehrer. Die Zeiten haben sich gewaltig geändert: Heute besuchen etwa 18.000 Studenten die zehn vorhandenen Fakultäten auf dem Campus in Cambridge, Massachusetts. Sieben amerikanische Präsidenten waren Harvard-Absolventen unter ihnen John Adams und J. F. Kennedy.

Princeton University – Dei sub numine viget (In der Kraft Gottes erblüht sie)

Michelle Obama’s Alma Mater wurde 1746 als College of New Jersey gegründet. Sie erhielt 1896 den Universitätsstatus und nannte sich, als Dank an den neuen Standort Princeton, Princeton University. Das erste interkollegiale Football-Spiel fand 1869 in Princeton statt gegen Rutgers, die staatliche Universität von New Jersey. An die 7.000 Studenten werden momentan an Princeton unterrichtet. Mehr als die Hälfte aller Studenten nehmen die finanzielle Unterstützung der Universität in Anspruch. Nicht verwunderlich bei einer jährlichen Studiengebühr von $ 49.000.

University of Pennsylvania – Leges sine moribus vanae (Gesetze ohne Moral sind erfolglos)

Im Jahr 1749 präsentierte Benjamin Franklin seine Idee für eine neue Art von Bildungseinrichtung. Im Gegensatz zu anderen amerikanischen Colleges sollte der Fokus dieser Schule nicht auf der Ausbildung von Geistlichen liegen, sondern Studenten auf das Leben in der Wirtschaft oder im öffentlichen Dienst vorbereiten. Franklins Vorschlag wurde begeistert aufgenommen und die neue Akademie in Philadelphia öffnete seine Pforten 1751. Heute besuchen an die 20.000 Studenten eine der besten Universitäten der USA.

Yale University – Lux et veritas (Licht und Wahrheit)

1701 wurde in New Haven, Connecticut, eine Schule eröffnet, die nach dem Wunsch der englischen Kolinisten “die Tradition der europäischen, liberalen Bildung in die Neue Welt übernehmen sollte". 1718 wurde die Schule in Yale-College umbenannt, als der Händler Elihu Yale der Schule den Erlös aus erfolgreichen Verkäufen, 417 Bücher und ein Portrait von König George I. vermachte. Heute besitzt Yale eine der größten Bibliotheken weltweit mit über 13 Millionen Büchern und anderen Medien, die in 22 Gebäuden aufbewahrt werden. Über 11.000 Studenten gehören zum Studentenkörper Yales.