Es ist bekannt, dass Übergewicht ein Risikofaktor für die Entstehung von unterschiedlichen Krebsarten ist. Übergewichtige haben ein deutlich erhöhtes Risiko an Nierenkrebs, Speiseröhrenkrebs, Brustkrebs, Darmkrebs und Gebärmutterkrebs zu erkranken. Dies wurde durch die weltweit größte Ernährungsstudie, EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) bestätigt.

Ursprünge des Heilfastens

Dass Fasten gesundheitliche Vorteile hat und das Wohlbefinden steigert, wussten die Menschen bereits vor 2000 Jahren. In den unterschiedlichsten Religionen wird Fasten zu bestimmten Zeiten rituell praktiziert. Darm, Gewebe, Gefäße und Gelenke werden durch die stattfindende Entschlackung positiv beeinflusst. Nicht zuletzt stimmt der Blick auf die Waage freundlich. Auch Hippokrates wusste um die reinigende Kraft des Fastens: „Sei mäßig in allem, atme reine Luft, treibe täglich Hautpflege und Körperübung ... und heile ein kleines Weh eher durch Fasten als durch Arznei." Das sogenannte Heilfasten wird direkt bei Rheuma, Bluthochdruck und Migräne eingesetzt.

Richtig Fasten

Zu den Grundregeln des richtigen Heilfastens gehört es, mindestens 2,5 Liter pro Tag zu trinken. Dazu eignen sich Mineralwasser und Tee ohne Kalorien. Je nach Fastenform kommen Gemüsebrühe, Säfte oder Molke und etwas Honig dazu. Pro Tag sollten maximal 500 Kilokalorien aufgenommen werden. Um den Darm zu reinigen, werden abführende Salze und Einläufe benutzt. Ebenfalls wirksam sind durchblutungssteigernde Wickel für die Leber sowie ein Saunabesuch, um über die Haut zu entgiften. Auch genügend Bewegung und ausreichenden Ruhephasen sind wichtig, um die Muskeln nicht zu schwächen.

Gegenanzeigen

Dagegen sollten Menschen, die an Essstörungen leiden sowie solche, die Leber- oder Nierenbeschwerden haben oder einen Herzinfarkt hatten, nicht fasten. Der Stoffwechsel hat Schwierigkeiten die nötige Energie bereitzustellen, wenn der Körper schwer krank ist. Bisher gehörte Krebs ebenfalls zu den Kontraindikationen.

Studie der Universität von Texas

Neueren Datums ist die Erkenntnis, dass Fasten möglicherweise vor Krebs schützt. Forscher um Tricia Moore von der Universität in Texas untersuchten in einer Studie die Wirkung unterschiedlicher Diäten, auf die Krebsentstehung bei Mäusen.

Zwei der Mäusegruppen bekamen unterschiedlich kalorienreduzierte Kost vorgelegt, während eine andere Gruppe eine Mastkur durchlaufen musste, bei der 60 % der Kalorien aus Fett stammte. Weiterhin gab es eine Kontrollgruppe, die normales Futter erhielt. Es stellte sich heraus, dass die Nager, deren Futter reduziert wurde, deutlich weniger Krebsvorstufen entwickelten als die Kontrollgruppe und die Gruppe mit dem fettreichen Futter. Zum Zweiten konnten die Forscher aufzeigen, dass die kalorienreduzierte Diät, die Zahl der entstehenden Krebsvorstufen verringerte. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Kalorienzufuhr Rezeptoren beeinflusst, die Signalwege in Stoffwechselprozessen regulieren, von denen man weiß, dass sie an der Krebsentstehung beteiligt sind. Diese Ergebnisse seien, laut dem Direktor der Universität, auf zahlreiche Krebsformen übertragbar.

Studie der Universität Südkaliforniens

Valter Longo und seine Kollegen von der Universität Southern California in Los Angeles stießen bei Ihren Versuchen ebenfalls auf´s Fasten. Mäuse überstanden die Anwendung einer Chemotherapie besser, wenn sie zuvor gehungert hatten. In der Kontrollgruppe starb die Hälfte aller Mäuse, die zuvor normal gefressen hatten. Die Überlebenden waren aufgrund der Therapie deutlich geschwächt und verloren an Gewicht. Den Wissenschaftlern war durch die Anti-Aging-Forschung bekannt, dass gesunde Zellen ihre Aktivität in Fastenzeiten herunterfahren, was auch die Zellalterung verlangsamt. In diesem Zustand sind sie gegenüber Belastungen aller Art, z. B. Chemotherapie, sehr widerstandsfähig. Das oberste Ziel von Tumorzellen dagegen ist zu wachsen und sich zu teilen, auch während einer Fastenkur. Jetzt trifft sie die Chemotherapie mit ganzer Kraft.

Was heißt das für Patienten

Für Patienten bedeutet das, dass die Chemo nach einer 2-tägigen Fastenkur wahrscheinlich bedeutend besser vertragen wird und der Krebs schneller und sicherer überwältigt werden kann. Onkologen könnten dagegen die Krebserkrankung wesentlich besser kontrollieren und bekämpfen, wenn die Chemotherapie für den Rest des Körpers nicht so schädlich ist. Gewarnt wird dagegen vor dem Fasten auf eigene Faust bei Krebserkrankungen. Die klinischen Studien seien noch nicht abgeschlossen. Interessierte Patienten sollten nach klinischen Studien in ihrer Nähe Ausschau halten.

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