Heiligabend mit Kindern und Jugendlichen feiern

O Tannenbaum - Kirsten Wendt
O Tannenbaum - Kirsten Wendt
Den Heiligen Abend stellt sich jede Familie harmonisch und besonders schön vor. Wie man es schaffen kann, dass der 24. Dezember nicht langweilig wird.

Schon ganz kleine Kinder lernen aus Bilderbüchern, Geschichten und Filmen, dass der Heilige Abend einer der schönsten Tage im ganzen Jahr ist. Neben der unglaublich spannenden Geschichte mit dem Weihnachtsmann und seinen Geschenken, ist die ganze Familie einen langen Abend zusammen. Die Stimmung ist friedvoll und feierlich, jeder hat sich lieb. Ist das wirklich so?

Bitte keinen Streit und Stress an Weihnachten

Die Erwartungshaltung ist groß. Nicht nur seitens der Kleinen, auch Jugendliche und Erwachsene wünschen sich meist, dass dieser eine Abend im Jahr frei von Streitereien, Stress oder Langeweile ist. Der Weg zu einem Familienritual kann lang sein: Hat der Vater in seiner Kindheit stets die Geschenke vor dem Essen bekommen, heißt das noch lange nicht, dass die Mutter dieses ebenso erlebte und jetzt fortsetzen möchte. Doch irgendwann ist das gemeinsame jährliche Weihnachtsfest bestimmten Regularien unterworfen und die Feier kann beginnen.

Zur Kirche gehen am Heiligabend

Darüber kann man sich herrlich streiten: Regelmäßige Kirchgänger müssen natürlich nicht lange überlegen. Für sie gehört der Besuch des Gottesdienstes zur Feier von Jesus Christus' Geburt ohne Zweifel dazu. Doch all die anderen, die vielleicht nur einmal im Jahr zur Kirche gehen, müssen sich einem gewissen Spott aussetzen. Sei's drum, die Frage ist nun noch zu klären, ob die Familie am späten Nachmittag, frühen Abend oder gar zur Christmette in der Nacht den Kirchgang tätigt. Schnelle Lösung des Problems gibt es dann, wenn die eigenen Kinder beim Krippenspiel mitwirken.

Bescherung vor oder nach dem Essen?

Erst die Kirche, dann die Geschenke. Wenn es so abläuft, kann der Weihnachtsmann entweder seine Gaben bereits unter den Tannenbaum gelegt haben und heimlich verschwinden. Oder aber er erscheint mit gedachtem Schlitten und fabelhaften Rentieren vor dem Haus, was sicherlich bei kleinen Kindern aufregender ist und in Erinnerung bleibt. Werden die Kinder älter, ist der Besuch von Santa Claus nicht mehr nötig und die Übergabe der Geschenke kann in Ruhe untereinander zelebriert werden. Hier sollte sich viel Zeit gelassen werden, denn der Abend wird noch lang.

Das Essen, immer wieder beliebtes Thema hitziger Diskussionen. Die Großmutter fand damals, dass sie an diesem Tag im Jahr nicht so viel Arbeit haben wollte. Schließlich folgen die beiden Feiertage sofort und da stand die Hausfrau noch genug in der Küche. Also gab es zuvor vorbereiteten Kartoffelsalat und Würstchen. Auch heute noch wird dies häufig so getätigt. Andere wiederum wünschen sich gerade bei so viel Zeit und Muße ein wahres Festmahl mit Gans oder Karpfen. Eines ist aber überall gleich: Der Tisch möge schön gedeckt sein und niemand hat es eilig. Außer natürlich die Kinder, bei denen das Familiengesetz bestimmt: Erst das Essen, dann die Geschenke.

Singen und Musizieren zur Feier des Tages

Kleine Kinder lieben es, Erwachsene nicht immer. Selbst, wenn man es nur dem Nachwuchs zuliebe tut, so kann es doch großen Spaß machen. Ob nun am Klavier, mit der Gitarre oder von der Blockflöte begleitet: Singen unter dem Tannenbaum ist eigentlich ein Pflichtprogramm und einige Weihnachts-Klassiker kennt jeder. Es kommt auf den Geschmack der Familie an, ob später klassische Musik den Abend abrundet oder Rolf und seine Freunde von der Weihnachtsbäckerei trällern.

Spiele und Fernsehen am Heiligen Abend

Endlich einmal Zeit. Man kann stundenlang mit den Kindern spielen, auch wenn sie älter sind. Ob nun Lego oder Sing Star, ob Scrabble oder Carrerabahn, es gibt nur wenige Menschen, die nicht auf irgendetwas Lust haben. Man kann in Ruhe lesen, vom Weihnachtsteller naschen und sich alte Fotos oder Videos anschauen. Erlaubt ist, was gefällt. Und seien wir ehrlich: An Weihnachten laufen immer die besten Filme. Warum also nicht den Fernsehen anschalten, wenn alle dafür sind? Für die Kleinsten ist das keine gute Idee, die freuen sich über endlose Spiel-Zeit mit Mama und Papa.

Aber für Teenager kann es ein Zeichen sein, dass die Eltern sich auch auf ihre Wünsche einstellen und Weihnachten nicht zu spießig abläuft. Irgendwann wollen sie es sicherlich nämlich wieder genau so, wie sie es als kleine Kinder erlebt haben. Und zu dem Zeitpunkt können sie sich dann selbst mit ihrem Partner darüber streiten, ob es die Geschenke vor oder nach dem Essen gibt.