
- Heiliger Krieg - Deutsche Verlags-Anstalt
Das am 11. Oktober 2011 in der Deutschen Verlags-Anstalt erschienene Sachbuch "Heiliger Krieg" von Jonathan Phillips beschreibt die Geschichte der Kreuzzüge vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Übersetzt aus dem Englischen wurde das Buch von Norbert Juraschitz. Der Autor geht den Ursprüngen der Kreuzzüge, unter dem Aspekt des Bezuges zur heutigen Gegenwart, ausführlich nach. Indem Jonathan Philipps tief in die Geschichte einsteigt, zeigt er, wie die Religionen auch heute noch den Begriff des Kreuzzuges für ihre Zwecke missbrauchen.
Jede Religion hat ihre eigenen Kreuzzüge
Das 640 Seiten umfassende Buch "Heiliger Krieg" erklärt ausführlich und anschaulich in chronologischer Reihenfolge die Geschichte der mittelalterlichen Kreuzzüge. Beginnend mit dem ersten Kreuzzug im Jahr 1069 bis hin zum Kampf um die Kreuzfahrerstadt Akkon im Jahr 1269 deckt das informative Sachbuch den gesamten Zeitraum ab. Über 200 Jahre lang war Europa vom Kreuzzug-Gedanken besessen, der nicht nur militärisch eine Rolle spielte, sondern auch politisch sehr bedeutsam war. Quer durch ganz Europa zogen sich die Kämpfe des Heiligen Krieges. Die römische Kirche gewann an Macht und wurde zum alles bestimmenden Element. Der Autor erklärt in elf großen Kapiteln Ursachen und Wirkungen bestimmter Kreuzzüge. Er erwähnt, dass es auch Kreuzzüge gegen Muslime und Christen gab. Im letzten Kapitel befasst sich Jonathan Phillips mit den Geschehnissen vom 11. September 2001, zu denen sich George W. Bush dahingehend äußerte, dass die Amerikaner und die übrige westliche Welt jetzt einen Kreuzzug gegen den Terror führen.
Das Klischee vom Mittelalter
Die spannungsgeladene Historie der Beziehungen zwischen Islam und Christentum verdeutlicht der Autor Jonathan Phillips am Beispiel der mittelalterlichen Kreuzzüge. Er versucht damit, das vorherrschende Klischeebild des Mittelalters, welches oft als eine Anhäufung von Schlachten und als ein Auftreten gottesfürchtiger Krieger dargestellt wird, zu widerlegen. Die Idee des Kreuzzuges diente im Mittelalter meist als politisches Werkzeug, um Feinde des Papstes auszuschalten. Kreuzzüge zur Eroberung Jerusalems bildeten dabei eher die Minderheit. Das am 11. Oktober 2011 erschienene Sachbuch "Heiliger Krieg" lässt bedeutende Menschen des Mittelalters wieder lebendig werden und beweist durch zeitgenössische Quellen, dass sehr oft muslimische und christliche Krieger aufeinander trafen.
Fazit
Für jeden politisch und geschichtlich Interessierten bietet das Buch "Heiliger Krieg" von Jonathan Phillips eine anschauliche Betrachtungsweise der christlich-islamischen Beziehungen unter dem Aspekt der Kreuzzüge. Sein sachlicher Blick zurück in die Geschichte, verknüpft mit der Gegenwart, demonstriert, wie der Begriff "Kreuzzug" auch in der heutigen Zeit instrumentalisiert wird und welche Empfindungen dabei ausgelöst werden. Das Buch ist informativ und unterhaltend formuliert, da der Autor nicht nur in der mittelalterlichen Geschichte verweilt, sondern Fakten in die Gegenwart transformiert. Ein spannendes, lesenswertes Buch!
"Heiliger Krieg" von Jonathan Phillips, deutsch von Norbert Juraschitz, erschienen am 11. Oktober 2011 in der Deutschen Verlags-Anstalt, gebunden, 640 Seiten, 29,99 Euro, ISBN 978-3-421-04283-5
Die Autorin bedankt sich bei der Deutschen Verlags-Anstalt für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.
Bildnachweis: copyright Deutsche Verlags-Anstalt
