
- Heilkräuter: Gesundheit aus der Natur - Freya K.
Immer mehr Heilpraktiker und Heilpraktikerinnen, aber auch andere alternative Heilmethoden, wie Akupunktur, Akupressur und dergleichen, bereichern die medizinische Versorgung. Die anfängliche Zurückhaltung der klassischen Schulmedizin weicht einer wachsenden Offenheit hinsichtlich alternativer Heilmethoden.
Heilkräuter beziehungsweise Arznei- oder Heilpflanzen
Heilkräuter beziehungsweise Arznei- oder Heilpflanzen sind Wild- oder Kulturpflanzen, die zu medizinischen Zwecken genutzt werden können. Man unterscheidet hinsichtlich der Teile, die von der Pflanze genutzt werden: es können entweder die Wurzeln, die Blätter, die Blüten, die Rinden oder die Samen genutzt werden. Dabei können die Pflanzenteile getrocknet oder frisch genutzt werden.
Heilkräuter müssen nicht mehr gesammelt werden
Heute, da sich inzwischen ein Markt für Heilkräuter entwickelt hat, braucht man die Pflanzen nicht mehr selbst zu sammeln, obwohl dies hinsichtlich der Frische immer noch sinnvoll ist. Viele Apotheken führen Heilkräuter oder können sie bestellen. In vielen Biomärkten ist ebenfalls häufig eine Auswahl der bekanntesten und meist genutzten Pflanzen getrocknet vorrätig. Das Internet bietet eine weitere Möglichkeit zum Kauf der Pflanzen. Hier kann man auch Samen oder Topfpflanzen für den eigenen Garten oder Balkon erwerben. Viele asiatische Pflanzen sind soweit kultiviert, dass sie im hiesigen Klima gedeihen. Auf diese Weise kann man auch immer frische Heilkräuter zu Hand haben.
Heilkräuter und ihre Verwendung: Abbrühen oder Aufguss
Die frischen Kräuter werden zerschnitten und in der für das Kraut und die Anwendung vorgeschriebenen Menge (meist 1 Teelöffel auf ¼ Liter Wasser) in einen nicht metallischen Behälter gegeben und mit zum Kochen gebrachtem Wasser übergossen. Die Kräuter nur sehr kurz, etwa eine halbe Minute, ziehen lassen: Der Tee sollte ganz hell: hellgelb beziehungsweise hellgrün sein. Bei getrockneten Blättern sollte die Zeit des Ziehens etwa ein bis zwei Minuten betragen.
Wurzeln sollten in kaltes Wasser gelegt werden. Dieses wird zum Aufkochen gebracht und sollte dann etwa drei Minuten ziehen, bevor man die Wurzeln dem Wasser wieder entnimmt.
Heilkräuter-Kaltauszug
Manche Heilkräuter würden ihre Heilkraft verlieren, sofern sie mit heißem Wasser überbrüht würden. Diese Heilkräuter, wie zum Beispiel Käsepappel, Mistel oder Kalmus, werden mit kaltem Wasser übergossen, das 8 bis 12 Stunden (meist über Nacht) die Heilkräfte auslaugt. Nach dem Abgießen beziehungsweise Sieben des Wassers, wird dieses nur trinkwarm erwärmt.
Heilkräuter kalt und Warm
Wer die Wirkstoffe noch besser nutzbar machen möchte, bereitet einen Tee aus einer Mischung beider Methoden. Hierfür wird die Hälfte der für den Tee üblichen Menge kalten Wassers über die gehackten Kräuter gegeben und über Nacht stehen gelassen. Am Morgen das Wasser abseihen. Den Kräuterrückstand mit der zweiten Hälfte der Wassermenge heiß überbrühen. Nach kurzem Ziehenlassen erneut sieben und die Flüssigkeit nach Abkühlung mit dem kalten Sud der Nacht mischen. So kann man sowohl die kalt als auch die warm löslichen Wirkstoffe nutzen.
Heilkräuter-Tinkturen (Essenzen)
Tinkturen sind ebenfalls Auszüge aus den Heilkräutern, die jedoch statt mit Wasser mit 38 bis 40%igem Korn- oder Obstbrandwein gewonnen werden. Ein gut verschließbares Gefäß (Flasche oder Krug, kein Plastik) wird bis zum Rand mit dem jeweiligen Heilkraut gefüllt und anschließend mit dem Alkohol übergossen. Das gut verschlossene Gefäß sollte dann für 14 Tage (manchmal auch länger) an einem warmen Ort (im Sonnenfenster oder über Heizung oder nah am Herd bei mindestens 20 Grad) stehen. Es sollten in dieser Zeit öfter geschüttelt werden. Nach dieser Zeit abseihen, die Rückstände gut auspressen und in einer Flasche verwahren. Tinkturen werden innerlich angewendet, entweder tropfenweise oder verdünnt mit Tee eingenommen oder zu Umschlägen oder Einreibungen verwendet.
Heilkräuter-Frischsaft
Aus Heilkräutern gewonnene Frischsäfte werden entweder zum Betupfen kranker Körperstellen oder zur tropfenweisen Einnahme hergestellt. Handelsübliche Entsafter können hierfür gut verwendet werden. In Flaschen abgefüllt halten sich die Säfte im Kühlschrank einige Monate.
Heilkräuter-Pflanzenbrei
Zerreibt man eine Heilpflanze mit einem Nudelholz auf einem Holzbrett, so gewinnt man hierdurch einen Pflanzenbrei, der in einem Leinentuch auf wunde Stellen gelegt werden kann. Durch ein weiteres Tuch sollte die Stelle warm gehalten werden.
Heilkräuter-Dunstumschläge
Hängt man in einen Topf ein Sieb und legt in dieses die zerhackten Heilkräuter, so können bei geschlossenem Deckel und während das Wasser darunter kocht, die Blätter Feuchtigkeit ziehen und ihre Heilkraft entfalten. Nach drei bis fünf Minuten nimmt man die aufgeweichten, warmen Heilkräuter aus dem Sieb, legt sie in ein leicht gewebtes Tuch und legt diese auf die erkrankte Stelle. Mit weiteren Tüchern sollte die Wärme erhalten bleiben, so dass kein Kältegefühl entstehen kann. Dunstumschläge sollten mindestens zwei Stunden oder über Nacht einwirken.
Heilkräuter-Salbenzubereitung
Auch Salben können leicht selbst hergestellt werden. Hierzu zwei gehäufte Doppelhände voll Heilkräuter klein schneiden. 500 Gramm Schweineschmalz bis zu einer Temperatur fürs Anbraten von Fleisch erhitzen. Kräuter dazugeben und kurz „anbraten“. Umrühren und vom Herd nehmen, Deckel auflegen und über Nacht abkühlen und ziehen lassen. Am nächsten Tag die Masse leicht erhitzen, durch ein Leinentuch filtern und noch warm in Gläser oder Salbentiegel füllen.
Heilkräuter-Ölzubereitung
Die Zubereitung von Ölen ist der von Tinkturen gleich, nur dass die Kräuter statt mit Alkohol mit kalt gepresstem Olivenöl übergossen werden und das Öl etwa drei Zentimeter über den Kräutern stehen sollte.
Heilkräuter-Bäder
Für ein Vollbad wird ein Eimer mit frischen beziehungsweise 200 Gramm trockenen Heilkräutern und 6 bis 8 Litern kaltem Wasser gefüllt. Alles über Nacht ziehen lassen. Der gesiebte Kräuterauszug wird dann erwärmt und dem Badewasser zugegeben. Man sollte bei einem Kräuterbad das Herz immer oberhalb der Wasseroberfläche belassen, nie länger als 20 Minuten in einem Kräuterbad verweilen und nach dem Bad sich nicht abtrocknen, sondern im Handtuch oder Bademantel etwa eine Stunde im Bett nachdunsten.
Heilkräuter-Sitzbad
Hierfür einen halben Eimer frische oder 100 Gramm getrocknete Kräuter wie für ein Vollbad zubereiten. Das Badewasser sollte bis über die Nieren reichen.
Die Heilpflanzenkunde ersetzt bei Beschwerden nicht den Besuch eines Arztes oder Heilpraktikers. Auch übernehmen weder Autor noch Suite101 Verantwortung für die Risiken einer Eigenbehandlung infolge des Artikels.
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