
- Ginsengwurzeln - pixelio
In der Heilkunde Ostasiens hat Ginseng schon seit Jahrtausenden einen festen Platz. Ihr chinesischer Name kann mit “Menschenwurzel” übersetzt werden. Mitte des 19. Jahrhunderts erhielt die Ginsengpflanze den Zusatz “panax”, was soviel wie Allheilmittel bedeutet.
Was Ginseng so wertvoll macht
Die Hauptwirkstoffe der Wurzeln sind die Ginsenoside, die in sehr hoher Konzentration vor allem in den feinen Haarwurzeln vorhanden sind. Durch den besonderen Konservierungsprozess entsteht im Roten Ginseng der Wirkstoff Maltol, der vermutlich Alterungsprozessen vorbeugt. Ginseng regt das Zentralnervensystem an, Nervenreize werden schneller weitergeleitet, und die Körperzellen nehmen den Sauerstoff besser auf. Immunsystem, Blutdruck, Blutzucker und Stoffwechsel werden reguliert; die Darmflora wird günstig beeinflusst. Giftstoffe im Organismus werden in kürzerer Zeit abgebaut. Außerdem steigert die Ginsengwurzel kurzfristig die Leistung und schützt den Organismus vor Schäden durch Strahlungen, Infektionen, Gifte und Auswirkungen von körperlichem und psychischem Stress.
Ginseng gegen Stress
Ginseng ist fast ein Allheilmittel, da er den gesamten Organismus stärkt. Vor allem unsere chronischen Zivilisationskrankheiten sind das beste Einsatzgebiet für ihn. Prüfungsstress, Ärger in der Arbeit oder familiäre Krisen sind nur einige Gründe für eine Überlastung des Organismus. Schadstoffe oder Strahlungen in der Wohnung oder am Arbeitsplatz können nachlassende Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit verursachen. Suchtschäden, zum Beispiel durch starkes Rauchen, verstärken das Beschwerdebild. Wer in Phasen solcher Überlastung an Konzentrationsmangel, Kopfschmerzen oder Müdigkeit leidet, profitiert von Ginseng. Er kann die Stresstoleranz des Organismus und damit die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit erhöhen. Als ausgleichende Heilpflanze beruhigt er, ohne jedoch zu dämpfen, wie synthetische Beruhigungsmittel es tun. Und gleichzeitig wirkt Ginseng aktivierend ohne aufzuputschen.
Ginseng stärkt das Immunsystem
Wer Ginseng einnimmt, leidet seltener unter Erkältungskrankheiten. Die Abwehrkräfte werden auch gegen Tumorzellen mobilisiert, so dass Ginseng ebenso zur Prophylaxe von Tumorerkrankungen geeignet ist. Durch seine regulierende Wirkung auf den gesamten Stoffwechsel kann Ginseng erfolgreich bei so unterschiedlichen Erkrankungen wie Gicht, Rheuma, Bluthochdruck, bei erhöhten Blutfettwerten, Arteriosklerose oder Diabetes langfristig unterstützend eingesetzt werden. Die mit dieser Erkrankungen zusammenhängenden Befindlichkeitsstörungen wie Nervosität, Schlafstörungen, Depressionen, Müdigkeit und insgesamt eingeschränkte Leistungsfähigkeit verringern sich meist deutlich. Nach überstandenen Krankheiten, zum Beispiel nach schweren Infektionen, hilft Ginseng dem Organismus, wieder zu Kräften zu kommen.
So verwenden Sie Ginseng
Kaufen Sie am besten die auf ihren Gehalt an Ginsenosiden standardisierten Präparate in Apotheken und Reformhäusern. Ginsengpräparate mit deutscher Arzneimittelzulassung unterliegen der Qualitätskontrolle des Bundesinstituts für Arzneimittel. Der Unterschied im Preis ist meist im Ginsenosid-Gehalt begründet. Extrakte haben einen sehr hohen Wirkstoffgehalt, sind in der Regel gut löslich und von Pestizidrückständen befreit. Sie werden meist als Granulat, Pulver, Dickextrakt oder Tabletten angeboten. Nehmen Sie vor und während kurzfristiger Stressphasen, beispielsweise einem wichtigen Termin, einer Prüfung oder sportlicher Leistung bis zu drei Gramm Ginseng täglich über eine Woche ein, danach setzen Sie die Kur noch etwa vier Wochen mit der normalen Dosierung von ein bis zwei Gramm fort.
Blutfette, Diabetes und Co.
Um chronischen Zivilisationskrankheiten vorzubeugen können Gesunde - zusätzlich zu einer entsprechenden Lebensweise - vierwöchige Kuren mit täglich 1 bis 2 Gramm Ginseng machen. Wenn Sie unter einer chronischen Krankheit leiden, nehmen Sie täglich 1 bis 2 Gramm Ginseng, auch über Monate oder Jahre hinweg. Tritt eine besondere Belastung oder ein Krankheitsschub auf, erhöhen Sie die Dosis auf 3 bis 5 Gramm über ein bis zwei Wochen. Bei allen oben genannten Erkrankungen kann Ginseng - in Absprache mit dem behandelnden Therapeuten - zusätzlich zu der verordneten Therapie genommen werden. Auf keinen Fall dürfen Medikamente abgesetzt und durch Ginseng ersetzt werden.
Ginseng vor Röntgenaufnahmen oder Bestrahlungen
Nehmen Sie zwei Tage vor einer Röntgenaufnahme die dreifache Dosis Ginseng (3 bis 6 Gramm täglich in zwei Portionen ein, anschließend die normale Dosis von 1 bis 2 Gramm über etwa vier Wochen. Nehmen Sie zwei Tage vor Beginn der Therapie täglich 5 Gramm Ginseng in zwei Portionen ein. Während der Therapie täglich 3 Gramm, anschließend über ein Jahr weiterhin täglich 1 bis 2 Gramm.
Ginseng unterstützt das Älter werden, Potenz und Fruchtbarkeit
Ginseng unterstützt auf sanfte Weise die verschiedenen Regelmechanismen des Körpers, die in fortgeschrittenem Alter schlechter funktionieren. Beispielsweise verläuft die Hormonumstellung während der Wechseljahre (Klimakterium) bei einer Unterstützung durch Ginseng “nebenwirkungsärmer”. Zum Beispiel konnte eine deutliche Stimmungsaufhellung beobachtet werden. Ist die Potenz wegen zu wenig sexueller Energie, Stress oder einem leichten Mangel an Geschlechtshormonen verringert, kann Ginseng die männliche und weibliche Libido günstig beeinflussen. In manchen Fällen kann sogar die Zahl der Spermien gesteigert und damit die Fruchtbarkeit verbessert oder wieder hergestellt werden. Ginseng kann ohne Bedenken über längere Zeit eingenommen werden. Wird die Dosierungsempfehlung eingehalten, treten weder unerwünschte Nebenwirkungen noch Abhängigkeit auf.
Tanja Hirschsteiner: Von Apfelessig bis Weißdorn - Die besten Haus- und Naturheilmittel. Gräfe und Unzer Verlag, 1998.
Bitte beachten Sie, dass ein Suite 101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.
