
- Das Hirtentäschel - M. Großmann / pixelio.de
Die Gartensaison hat begonnen und alljährlich ergibt sich die Frage: was soll alles im Garten angebaut werden? Kräuterbeete sind beliebt. Sie bereichern nicht nur die Küche, sondern in ihnen wächst auch oft ein Kraut gegen das ein oder andere Leiden. So kann Hirtentäschel bei allen Blutungen angewandt werden. Es ist pflegeleicht und beginnt schon im Frühjahr zu blühen.
Das Aussehen des Hirtentäschelkrauts
Die Pflanze ist vierzig bis fünfzig Zentimeter hoch. Die Blätter wachsen in Form einer Rosette am unteren Teil des Stängels. Am oberen Ende wachsen weiße Blüten, die sich schon sehr zeitig im Frühjahr zeigen. Sie sind vier bis fünf Millimeter breit und bilden eine endständige Traube. Aus ihnen bilden sich die Täschel, die beliebten herzförmigen Früchte der oft an Wegrändern oder auf Äckern stehenden Pflanze.
Der Anbau im Garten
Das Hirtentäschel wird nur selten angebaut. Meist gilt es als Unkraut, ist es doch gar auf Schuttplätzen und kahlen Landwirtschaftsflächen zu finden. Es ist jedoch aufgrund seiner Wirkung bei Blutungen eine Bereicherung für jedes Kräuterbeet. An den Boden stellt es keine Ansprüche, benötigt aber freie Flächen und Sonne. Es blüht von April bis November und ist ein- oder zweijährig. Es wächst sogar in Höhenlagen bis zu dreitausend Metern.
Die Wirkung
Tee aus Hirtentäschelkraut wirkt ausgleichend auf Blutdruck und Kreislauf. Außerdem lässt sich die Pflanze bei sämtlichen Blutungen verwenden. So kann sie bei Nasenbluten, Blutungen aufgrund von Hämorrhoiden und bei starken Regelblutungen helfen. Natürlich sollte man vor der Verwendung des Krauts den Rat eines Arztes einholen und von der Verwendung während der Schwangerschaft ist gänzlich abzuraten, da das Hirtentäschel Wehen auslösen kann.
Verwendung in der Küche und als Heilkraut
Besonders gut wirkt das frische Kraut. Man kann es als Saft frisch gepresst trinken oder einen frischen Teeaufguss zubereiten. Für einen Tee gegen Blutungen übergießt man zwei Teelöffel des frischen Krautes mit einem Viertelliter kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Davon trinkt man dann über den Tag verteilt einige Tassen. Um bei starken Menstruationsschmerzen zu helfen, sollte der Tee etwa ab einer Woche vor Menstruationsbeginn getrunken werden. Bei Zahnfleischbluten oder Nasenbluten wird eine Handvoll Hirtentäschel auf ein Liter Wasser gegeben, aufgekocht und zehn Minuten ziehen gelassen. Auch diesen Tee trinkt man über den ganzen Tag verteilt. Zu Großmutters Zeiten wurde bei Nasenbluten das zerdrückte Kraut in die Nasenöffnung geschoben. Im Frühjahr lassen sich die frischen, am unteren Ende der Stängel wachsenden Blätter dem Salat beifügen.
Quellen:
Anneliese und Dr. Gerhard Eckert: Heilpflanzen. Alte Rezepturen neu entdeckt. Bassermann 2002.
Wilhelm Eisenreich, Alfred Handel, Ute E. Zimmer: BLV Tier- und Pflanzenführer für unterwegs. BLV 2002.
