Heimweh bei Kindern

Kind fährt Fahrrad - Marta Kudratova
Kind fährt Fahrrad - Marta Kudratova
Ferienzeit ist Urlaubszeit. Doch was tun, wenn das Kind Heimweh hat? Hier einige Tipps und Tricks zur Prävention und Intervention.

Heimweh ist die Sehnsucht nach vertrauter, heimischer Umgebung, in der man sich aufgehoben und geborgen fühlt. Dieses Gefühl ist jedem vertraut, meist schon aus der Kindheit. Es stellt einen Teil der entwicklungspsychologischen Entwicklung dar. Der richtige Umgang mit Heimweh ist allerdings nicht immer einfach.

Fremdeln

Kinder kommen meistens schon im Kleinkindalter in die Situation bei anderen zu übernachten, beispielsweise bei den Großeltern. Sind die Eltern dabei, ist dies meist kein Problem. Es ist zwar damit zu rechnen, dass die Kleinen quengeln, stets nah bei den Eltern sein wollen oder sogar weinen, wenn sie von anderen angesprochen werden. Besonders von Kleinkindern ist dieses Verhalten als „Fremdeln“ bekannt. Das eigentliche Heimweh setzt allerdings erst ein, wenn die Eltern das Haus verlassen und das Kind in der fremden Umgebung (der Großeltern) auf sich gestellt ist. Das Kind vermisst seine Eltern, fühlt sich allein und ist oft nur sehr schwer zu beruhigen. Es will nachhause.

Die erste Übernachtung außer Haus

Für die allererste Übernachtung außerhalb de Elternhauses sollten deshalb folgende Vorkehrungen getroffen werden:

  • Die „Babysitter“ sollen dem Kind bereits bekannt sein.
  • Je nach Alter des Kindes können Eltern vorab ihrem Kind von der bevorstehenden Übernachtung erzählen. Wichtig ist, dies zuhause zu tun und nicht erst bei den Gastgebern.
  • Die Eltern sollten erreichbar sein.
  • Die Eltern sollten bereit sein, ihr Kind abzuholen, falls es nicht anders möglich ist.
  • Gibt es ein Lieblinsspielzeug, eine Kuscheldecke, dann unbedingt mitnehmen. Es schafft Vertrauen in der außerhäuslichen Umgebung.
  • Damit erst gar kein Heimweh aufkommt, am besten die Eltern nicht erwähnen, sondern den Fokus auf Spiele, Bücher und ähnliches ziehen. Beschäftigung lenkt ab.

  • Kinder haben meist Vorlieben für bestimmte Spiele, Essen, elterliche Berührungen etc. Ebenso haben sie aber auch Antipathien bei anderen Dingen. Eltern sollten eventuelle Besonderheiten den Babysittern mitteilen.
Heimweh – was nun?

Kommt es doch zum Heimweh ist der richtige Umgang oftmals Abwägungssache. Weint und schreit das Kind oder sagt sogar, dass es nachhause will, erscheint der Griff zum Telefon als die nahe liegende Lösung. Allerdings ist es wichtig zu wissen, dass Heimweh eine völlig normale Reaktion auf das neue Gefühl des Alleinseins ist. Heimweh ist aber gleichzeitig auch wichtig für sie Entwicklung von zunehmender Autonomie. Der Loslösungsprozess ist schmerzhaft, aber notwendig.

Darum: Lässt sich das Kind beruhigen? Es darf ruhig einige Minuten schreien; oft findet es sich mit der Situation ab und kann sogar seine Sorgen wieder vergessen und fröhlich spielen. Zuwendung und Nähe sind tröstend. Ablenkung kann manchmal Wunder wirken. Ist keine Abschwächung des Heimwehs erkennbar, so sollten die Eltern dann verständigt werden. Wichtig ist zudem das Verhalten des Kindes nicht persönlich zu nehmen, sondern sich vor Augen zu führen, dass es Sehnsucht nach elterlicher, heimischer Geborgenheit, also Heimweh, verspürt und sich nicht etwa aufspielt o. ä.

Zuwendung, Aufmerksamkeit und Ablenkung sind bei Heimweh - "Patienten" die richtige Medizin.

Marta Kudratova, Marta Kudratova

Marta Kudratova - Ich schreibe, darum bin ich. Seitdem ich lesen und schreiben gelernt habe, bediene ich mich beider Fähigkeiten leidenschaftlich ...

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