Heinrich II. aus der bayrischen Linie der Liudolfinger war als Heinrich IV. von 995 bis 1004 und wieder von 1009 bis 1017 Herzog von Bayern. 1002 konnte er als Nachfolger von Kaiser Otto III. die Krone des Ostfrankenreiches für sich gewinnen. Ab 1004 war er auch König von Italien. 1014 wurde er von Papst Benedikt VIII. zum Kaiser gekrönt. Er war mit Kunigunde von Luxemburg vermählt. Heinrich starb ohne Nachkommen 1024. Mit ihm endete die Dynastie der Ottonen.
Papst Eugen III. sprach Heinrich II: 1146 heilig. Einige spätere Geschichtsschreiber gaben ihn deshalb den Beinamen „der Heilige“.
Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Otto III. kümmerte sich Heinrich vorrangig um das Reichsgebiet nördlich der Alpen. Seine drei Italienzüge unternahm er zur Etablierung seiner Herrschaft in Italien und zur Kaiserkrönung. Heinrich bemühte sich um eine Stärkung der Rolle des Königs im Reich. Dazu schuf er enge Verflechtungen mit der Kirche und er stärkte die Bistümer.
Wichtigster Zeitzeuge und Chronist der Regierung Heinrichs ist Thietmar von Merseburg. Den setzte Heinrich 1009 als Bischof des wieder geschaffenen Bistums Merseburg ein.
Eltern, Kindheit und Jugend
Das Geburtsdatum von Heinrich wird mit dem 6. Mai 973 oder 978 angegeben. Heinrichs Vater war Heinrich der Zänker. Der wurde nach lang andauernden Auseinandersetzungen mit Kaiser Otto II. ab April 978 in Utrecht inhaftiert. Der Knabe Heinrich lebte auf Befehl von Otto II. in Hildesheim und wurde in der Hildesheimer Domschule auf den geistlichen Stand vorbereitet.
Nach dem Tod Ottos II. wurde sein Vater Heinrich der Zänker aus der Haft entlassen. Der kämpfte danach erfolglos um die Königskrone. Doch konnte er seine Herrschaft im Herzogtum Bayern wieder erlangen. Nach dem Tod des Zänkers 995 wurde er als Heinrich IV. Herzog von Bayern. Um das Jahr 1000 heiratete Heinrich Kunigunde von Luxemburg.
Die Ehe blieb kinderlos.
Heinrich rang um die Krone des Reiches
Heinrich war der engste lebende Verwandte des Kaisers Otto III. Doch war er als Kandidat um den heftig umstritten. Erst nach umfassenden Auseinandersetzungen mit seinen Konkurrenten und ungewöhnlichen Schritten gelang es ihm als König allgemein anerkannt zu werden. Mehr dazu betet der Beitrag „Heinrich II. erkämpfte sich 1002 die Krone des Reiches“.
Herzog Hermann II. von Schwaben hatte die Wahl Heinrichs nicht anerkannt. Doch 1002 musste er sich Heinrich unterwerfen und musste Straßburg an den Bischof der Stadt abtreten. Hermann starb im Mai 1003 und Heinrich übernahm die Regentschaft für den noch unmündigen Sohn des Herzogs,
Ein erster Konflikt entstand mit dem Markgrafen Heinrich von Schweinfurt. Dem hatte er für den Fall seiner Wahl zum König das das Herzogtum Bayern versprochen. Doch diese Zusage mochte der König nicht einhalten. Da erhob sich im Sommer 1003 der Markgraf gemeinsam mit dem König von Polen und Böhmen, Boleslaw I. Chrobry und mit dem Bruder des Königs Brun. Der konnte diesen Aufstand niederschlagen und vergab das Herzogtum Bayern 1004 an seinen Schwager Heinrich V. aus dem Geschlecht der Luxemburger. Herzog Heinrich V. erhob sich später wegen der Beschneidung seiner Macht mit seinen Brüdern gegen den König. Der König versammelte den bayrischen Adel in Regensburg und sicherte sich seine Unterstützung. 1009 wurde Herzog Heinrich V. abgesetzt.
Erster Zug nach Italien
1004 zog Heinrich II, erstmals nach Italien und ließ sich in Pavia zum König von Italien krönen. Danach überließ er Italien weitgehend sich selbst.
Der Kampf mit Herzog Boleslaw I. von Polen
Ab 1004 kam es mehrfach zu Kämpfen gegen den Herzog Boleslaw von Polen, der sich vom König lösen wollte und Gebiete im Osten besetzt hielt. 1015 kam es schließlich zu einem Burgfrieden zwischen Heinrich II. und Boleslaw I. Doch schon 1016 flammten neue Kämpfe auf. Die wurden 1018 mit dem Frieden von Bautzen beendet. Dabei erkannte Heinrich II. die polnischen Herzog als gleichberechtigten Herrscher an. Mehr dazu in dem Beitrag „Heinrich II. und der Konflikt mit Herzog Boleslaw I. von Polen“.
Weitere Züge nach Italien
1014 brach Heinrich II. zum zweiten Mal nach Italien auf. Dabei ließ er sich in Rom vom Papst zum Kaiser krönen.
Ein drittes Mal unternahm Heinrich II. 1021 einen Feldzug. In Süditalien wollte er seine Ansprüche gegen die Ansprüche von Byzanz militärische durchsetzen. Doch die Klärung der Machtfrage in Süditalien gelang nicht.
Der Tod Heinrichs II.
Am 13. Juli 1024 starb Heinrich II. in der Pfalz Grona bei Göttingen. Beigesetzt wurde er im Dom zu Bamberg. Er hatte keine Nachkommen. So endete mit ihm die Dynastie der Ottonen.
Heinrich hinterließ sein Reich zumindest im Norden recht gut geordnet. Offen war die Machtfrage im Süden Italiens. Anfang September versammelten sich die Großen des Reiches in Kamba im Hessischen Ried zur Wahl eines neuen Königs. Die fiel schließlich auf den Salier Konrad II.
Literatur zu Heinrich II.
- Ludger Körntgen: Ottonen und Salier. 3. Auflage, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2010, ISBN 978-3-534-23776-0
- Stefan Weinfurter: Heinrich II., in: Bernd Schneidmüller/Stefan Weinfurter (Hrsg.): Die deutschen Herrscher des Mittelalters, Historische Porträts von Heinrich I. bis Maximilian I., C. H. Beck München 2003, ISBN 3-534-17585-9
- Stefan Weinfurter: Heinrich II. (1002–1024). Herrscher am Ende der Zeiten, 3. Auflage, Pustet Regensburg 2002, ISBN 3-7917-1654-9
- Bernd Schneidmüller: Otto III. – Heinrich II. Eine Wende?, Jan Thorbecke Verlag Stuttgart 1997, ISBN 978-3-799-54251-7
- Hartmut Hoffmann: Mönchskönig und „rex idiota“. Studien zur Kirchenpolitik Heinrichs II. und Konrads II., Hahnsche Buchhandlung Hannover 1993, ISBN 3-7752-5408-0
