Grundlegende Veränderungen gab es unter Heinrich II. in der Politik gegenüber den Feinden und Partnern im Osten.
Zwischen 1004 und 1018 führte Heinrich drei Kriege und mehrere kleinere Feldzüge gegen den polnischen Herzog Boleslaw I. Chrobry. Boleslaw folgte nach seiner Erhebung der Politik seines Vaters Mieszko I. Kaiser Otto III. hatte Boleslaw bei seinem Aufenthalt in Gnesen zu seinem Freund und Bundesgenossen erklärt.
Der Konflikt mit Boleslaw wird 1002 angelegt
Boleslaw huldigte am 25. Juli 1002 in Merseburg dem neuen König und wurde mit der Lausitz und dem Milzener Land belehnt. Diese Gebiete und die Markgrafschaft Meißen hatte Boleslaw nach dem Tod des Markgrafen Ekkehard von Meißen besetzt. Die Mark Meißen mit der strategisch wichtigen Burg musste er wieder abgeben.
In Merseburg wurde auf Boleslaw und sein Gefolge ein Attentat verübt. Der polnische Herzog sah im König den Urheber. Auf dem Rückweg nach Polen ließ er die Burg Strehla niederbrennen und rief zum Abfall von König Heinrich II. auf. Ein lange andauernder Konflikt war angelegt.
Heinrich II. schoss Frieden mit den Elbslawen
1003 schloss Heinrich ein Bündnis mit den bis dahin bekämpften heidnischen Stämmen der Redariern und Liutizen. Er konnte die Heiden als Verbündetet gewinnen und unterband die weitere Mission bei ihnen. Dieses Bündnis hatte bis 1033 Bestand. Doch die Allianz mit den Westslawen gegen Polen war vielen sächsischen Adligen ein Dorn im Auge. Sie hatten sich im Gebiet der Elbslawen Tribute und Land erhofft. Und viele hatten verwandtschaftliche Beziehungen nach Polen. Und der Klerus, darunter Bischof Bruno von Querfurt, fürchteten um die Missionierung der Preußen.
Boleslaw übernahm Böhmen
Im März 1003 übernahm Boleslaw die Herzogswürde von Böhmen. Damit entstand unter seiner Führung ein mächtiges Bündnis gegen den König.
Der erste Feldzug gegen Boleslaw
Nach der Rückkehr aus Italien versammelte Heinrich II. bei Merseburg 1004 ein Heer. Das zog im Sommer 1004 über das Erzgebirge nach Böhmen. Dort wurde die Burg Saaz erobert. Anschließend zog Heinrich nach Prag. Boleslaw hatte die Stadt in Richtung Polen verlassen. Der nach Sachsen vertriebene böhmische Herzog wurde wieder eingesetzt.
Dann wandte sich das Heer nach Norden und belagerte die Burg Bautzen. Die Übergabe der Burg beendete den ersten Polenfeldzug.
Der Zweite Feldzug gegen Boleslaw
Im Mai und Juni 1005 kämpfte Heinrich II. gegen die Westfriesen. Die griff er mit Schiffen über die Zuiderzee an und unterwarf sie seiner Herrschaft.
Danach gab es eine große Synode in Dortmund. Auf der wurde der nächste Feldzug gegen Boleslaw vorbereitet. Das Heer des Königs sammelte sich im August 1005 bei Leitzkau. Nach verlustreichen Gefechten drang es bis zur Oder vor. Dort stießen die verbündeten Liutizen zu Heinrichs Streitmacht und er drang weiter nach Polen ein. Bei Posen geriet es in einem Hinterhalt und erlitt beträchtliche Verluste. Darauf schloss Heinrich einen Frieden mit Boles?aw.
Dritter Feldzug gegen Boleslaw
Boleslaw versuchte nun seinerseits die Liutizen auf seine Seite zu ziehen. Darauf kündigte Heinrich II. 1007 den Friedensvertrag auf. Boleslaw zog danach plündernd durch das Gebiet um Magdeburg.
Es kam zu weiteren Kämpfen, bei denen Boleslaw unter anderem die Burg Bautzen wieder gewinnen konnte. Heinrich rief 1010 zu einem neuen Feldzug gegen Boleslaw. Sein Heer sammelte sich bei Belgern. Doch der König erkrankte und verließ die Truppe, die dann die Lausitz des Markgrafen Gero II. verwüstete.
Heinrich II. versuchte die Front gegen Boleslaw zu verstärken. Militärische Erfolge konnte der König aber nicht erringen. Boleslaw schickte Ende 1012 seinen Sohn Mieszko zu Verhandlungen nach Magdeburg. Pfingsten 1013 wurde auf einem Hoftag in Merseburg zwischen Heinrich II. und Boleslaw der Merseburger Frieden geschlossen. Boleslaw leistete den Lehnseid und unterwarf sich dem König. Dafür durfte er die Lausitz und das Milzener Land als Lehen behalten. Nach diesem zweiten Frieden mit Boles?aw konnte Heinrich seinen zweiten Italienzug beginnen und sich zum Kaiser krönen lassen.
Vierter Feldzug gegen Boleslaw und der Friede von Bautzen
Nach seiner Rückkehr aus Italien rüstete Heinrich 1015 zum nächsten Feldzug gegen Boleslaw. Von Magdeburg aus rückte Heinrich bis Crossen an der Oder vor. Gleichzeitig versuchten Herzog Bernhard von Sachsen und der böhmische Fürst Udalrich von Süden her ihre Truppen mit der kaiserlichen Streitmacht zu vereinen. Doch dies gelang nicht.
Das kaiserliche Heer überschritt die Oder und wütete im Gebiet des polnischen Herzogs. Doch musste es selbst auch hohe Verluste hinnehmen. 1016 trat Heinrich über die Burg Strehla der Rückzug nach Merseburg an. Es folgten erfolglose Verhandlungen über einen Waffenstillstand. 1017 kam es zum letzten Mal zum Kampf mit dem Polenherzog. Boleslaw verschanzte sich in der Burg Glogau. Heinrich belagerte diese nicht, sondern die Burg Niemcza. Doch die konnte er nicht einnehmen und zog sich schließlich über Böhmen wieder nach Merseburg zurück.
Nach dieser Niederlage war Heinrich zu Friedensverhandlungen bereit. Im Frieden von Bautzen musste Heinrich 1018 die Gleichrangigkeit des polnischen Herzogs neben dem Königtum des Reiches anerkennen. Die Lausitz und das Milzener Land um Bautzen blieben als Reichslehen bei Boleslaw.
