Heinrich III. – Italienzug 1046 und Krönung zum Kaiser

1046 brach Heinrich III. nach Rom auf. Vor seiner Kaiserkrönung sorgte er für eine neue Stellung der Päpste. Im Frühjahr 1047 regelte er die Macht im Süden

1046 zog König Heinrich III. nach Italien und wollte sich in Rom vom Papst zum Kaiser krönen lassen. Das Papsttum befand sich zu dieser Zeit allerdings in einer schweren Krise. Ursache dafür waren die ständigen Auseinandersetzungen der Adelsfraktionen in Rom um die Herrschaft über die Stadt. In diesen Konflikten waren die Päpste selbst Partei.

Im Herbst 1044 wurde Papst Benedikt IX. aus dem Geschlecht der Tuskulaner aus Rom vertrieben. Anfang des Jahres 1045 setzten die Crescentier Bischof Johannes von Sabina als neuen Papst Silvester III. durch. Benedikt IX. konnte im März 1045 Silvester verdrängen und sein Amt zurück erobern. Am 1. Mai 1045 trat Benedikt IX. seine Würden 1045 an den Erzpriester Johannes Gratianus ab. Dafür erhielt Benedikt eine hohe Geldzahlung vom Nachfolger Gregor VI.

Heinrich III. wollte die Kaiserkrone

Heinrich III. wollte sich in Rom vom Papst zum Kaiser krönen lassen. Um den 8. September 1046 brach er zu seinem Italienzug auf. Dabei fand er in Oberitalien ungewöhnlich friedliche Zustände vor. Am 25. Oktober 1046 wurde in Pavia eine Synode abgehalten. Die wandte sich massiv gegen den Verkauf von kirchlichen Ämtern. Etwa am 1. November 1046 traf Heinrich mit Papst Gregor VI. zusammen. Heinrich III. erfuhr dann von dem Verdacht, dass Gregor sein Amt gekauft hatte. Damit gab es in Hinblick auf die Krönung zu Kaiser ein grundlegendes Problem. Denn der krönende Papst sollte einer sein, dessen Würde und Rechtmäßigkeit nicht anzuzweifeln war. Daher ließ der König am 20. Dezember 1046 eine Synode in Sutri einberufen. Sie war die erste Reformsynode in der Regierungszeit Heinrichs III. Sie setzte als Ziel die weit verbreitete Simonie, also den Kauf kirchlicher Ämter, zu bekämpfen. Gregor VI., der in Sutri den Vorsitz führte, wurde heftig kritisiert. Unter dem Druck der Teilnehmer erklärte er sich zum Rücktritt bereit. Am 24. Dezember 1046 tagte eine weitere Synode in Rom und wählte einen neuen Papst. Heinrichs Wunschkandidat war Erzbischof Adalbert von Hamburg-Bremen. Doch der lehnte eine Wahl ab und schlug Bischof Suidger von Bamberg vor. Der wurde am 25. Dezember 1046 als Clemens II. zum Papst bestimmt.

Unmittelbar nach seiner Wahl krönte Clemens II. dann Heinrich III. und seine Gemahlin Agnes zu Kaiser und Kaiserin. Der Kaiser ließ sich auch zum Patricius, den traditionellen Schutzherrn Roms, ausrufen. So war bei der Bestimmung des Papstes beteiligt und konnte sein Handeln rechtfertigen.

Im Januar 1047 tagte wieder die Synode in Rom. Nun wurde der Kauf kirchlicher Ämter scharf verurteilt. Beschlüsse über das Vorgehen gegen simonistische Priester wurden gefasst.

Zug nach Süditalien

Im Januar 1047 zog Heinrich III. in Beleitung von Clemens II. zur Klärung der Lage in den lombardischen Fürstentümern in den Süden Italiens. Er entzog Waimar IV., der eine Vormachtstellung in Süditalien anstrebte, das Fürstentum Capua und setzte Pandulf IV., der einst von Konrad II. abgesetzt worden war, wieder in dieses Amt ein. Normannenführer Rainulf wurde mit Aversa und Drogo von Hauteville mit apulischem Landbesitz belehnt. Damit beanspruchte Heinrich III. Gebiete des Byzantinischen Reiches, die von den Normannen erobert worden waren. Die Normannenführer traten erstmals in eine Lehnsbindung zum Reich. Damit wurden ihre Eroberungen legalisiert.

Im Frühjahr 1047 kehrte Heinrich III. in den Norden des Reiches zurück.

Auswirkung des Italienzuges von Heinrich III. auf Kirche und Reich

Heinrich befreite mit seinen Maßnahmen die Päpste aus der Abhängigkeit vom römischen Adel. So schuf er die Basis für die universale Geltung der Päpste. Gleichzeitig sorgte er für eine enge Verbindung des Reiches mit der Kirche. Clemens und seine Nachfolger waren als Mitglieder des Reichsepiskopats auch nach ihrer Erhebung zum Papst Bischöfe über ihr angestammtes Bistum.

Auf Clemens II. folgte 1047/48 der Bischof Poppo von Brixen als Papst Damasus II. und 1048/49 Bischof Bruno von Toul als Papst Leo IX. Während des fünf Jahre dauernden Pontifikats von Leo IX. wurde der Kampf gegen die Missstände in der Kirche, vor allem gegen Priesterehen und die Simonie, intensiviert. Leo IX. strebte nach Zentralisierung und einer hierarchischen Ordnung der gesamten Kirche. Das Papsttum löste sich aus der regionalen Gebundenheit an Rom und entwickelte sich zu einer eigenständigen Institution.

In Deutschland, Frankreich und Italien leitete Leo IX. persönlich zwölf Synoden. Hauptthema war die Reform des Klerus. Kaiser Heinrich III. unterstützte diese Reformen.

Doch Leo IX. wurde vom Kaiser in seinem Kampf gegen die Normannen in Süditalien nicht unterstützt. Am 18. Juni 1053 wurde das Heer des Papstes bei Civitate im Norden Apuliens vernichtend geschlagen. Leo IX. geriet in die Gefangenschaft und starb bald nach seiner Freilassung. Heinrich III. sorgte 1054 für die Erhebung des Bischofs Gebhard von Eichstätt zum Papst Viktor II.

Literatur

  • Stefan Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier 1024–1125: Kaiser oder Papst?, Thorbecke Ostfildern 2008, ISBN 978-3-7995-4105-3
  • Georg Gresser: Clemens II: Der erste deutsche Reformpapst. Schöningh Verlag Paderborn 2007, ISBN 978-3-5067-6329-7
  • Georg Gresser: Die Synoden und Konzilien zur Zeit des Reformpapsttums in Deutschland und Italien von Leo IX. bis Calixt II. 1049–1123. Schöningh Verlag Paderborn 2006, ISBN 978-3-5067-4670-2
  • Hermann Jakobs: Kirchenreform und Hochmittelalter 1046-1215. Oldenbourg München 1999, ISBN 3-486-48822-8