Heinrich III. – Nachfolgeregelung und Tod 1056

1046 brach Heinrich III. nach Rom auf. Vor seiner Kaiserkrönung sorgte er für eine neue Stellung der Päpste. Im Frühjahr 1047 regelte er die Macht im Süden

1036 heirate Heinrich die Tochter Gunhild des Königs Knut des Großen von Dänemark. Aus dieser Ehe stammte seine Tochter Beatrix. Gunhild starb im Juli 1038 in Italien.

Ende November 1043 heiraten in Ingelheim Heinrich III. und Agnes von Poitou, eine Tochter des Herzogs Wilhelm V. von Aquitanien. Aus dieser Ehe stammten zunächst 3 Töchter Adelheid (1045), Gisela (1047) und Mathilde (1048).

Stammhalter Heinrich kam 1050 zur Welt

Am 11. November 1050 brachte Agnes nach siebenjähriger Ehe den lang ersehnten Thronfolger zur Welt. Weihnachten 1050 ließ Heinrich III. die anwesenden Großen dem Sohn die Treue schwören. Ostern 1051 wurde der Knabe auf den Namen Heinrich getauft. Als Pate fungierte der Reformabt Hugo von Cluny. 1052 kam der zweite Sohn Konrad zur Welt. Und 1054 folgte noch eine Tochter Judith.

1053 ließ der Kaiser seinen dreijährigen Sohn in der Königspfalz Trebur zu seinem Nachfolger als König wählen. Die Großen machten aber einen Vorbehalt, den es bisher nicht gab. Sie wollten dem neuen König nur folgen, wenn er ein gerechter Herrscher werde. Am 17. Juli 1054 wurde der Knabe in Aachen von Erzbischof Hermann von Köln zum König gekrönt.

Heinrich III. bestimmte auch Gattin seines Sohnes. Weihnachten 1055 wurde der in Zürich mit Bertha aus dem Hause der Markgrafen von Turin verlobt.

Tod von Heinrich III. 1056

Heinrich III. starb unerwartet am 5. Oktober 1056 mit 38 Jahren nach einer kurzen, schweren Krankheit in der Königspfalz Bodfeld am Harz. Auf dem Totenbett sorgte er dafür, dass die Großen seinen Sohn als Thronfolger bestätigten.

Die inneren Organe des Kaisers wurden in der Pfalzkirche St. Simon und Judas in Bodfeld beigesetzt. Der Leichnam wurde nach Speyer überführt und am 28. Oktober 1056 an der Seite des Vaters Konrad II. beigesetzt.

Die Regentschaft von Agnes

Die Regierungsgeschäfte für den minderjährigen König Heinrich IV. führte seine Mutter Agnes von Poitou mit besonderer Unterstützung von Hugo von Cluny, dem Taufpaten ihres Sohnes, und des Papst Viktor II.

Mit dem Tod von Papst Viktors II. 1057 ging eine Ära kaisertreuer Päpste zu Ende. Das Königshaus geriet zwischen die Fronten der an der Papstwahl beteiligten Parteien. In der Kirche standen sich Reformgegner und -befürworter gegenüber. Der römische Stadtadel wollte seinen Einfluss auf den Papst wieder stärken. Die Normannen stärkten ihre Position.

Papst Nikolaus II. legte Ostern 1059 auf einer Lateransynode fest, das zukünftig die Wahl des Papstes durch das Kollegium der Kardinäle erfolgt. Damit wurde der Einfluss des Kaisers wie des römischen Adels stark begrenzt. Nach Nikolaus II. Tod am 19. Juli 1061 wählten die Kardinäle am 30. September 1061 den der Reformpartei angehörenden Bischof Anselm von Lucca als Alexander II. zum Papst. Die Regentin Agnes verweigerte ihm die Anerkennung und ließ Bischof Cadalus von Parma als Honorius II. zum Papst ernennen. Es entstand ein Schisma, das im Mai 1064 auf der Synode von Mantua mit der Absetzung von Honorius gelöst wurde.

Der König des Reichs war zum Gegner des Papsttums geworden. Erstmals konnte ein vom deutschen König ernannter Papst sich nicht durchsetzen. Das Papsttum hatte sich vom Reich gelöst und verfolgte nun seine eigenen Interessen.

Agnes zog sich nach der Papstwahl 1061 aus der Regentschaft zurück. Sie machte Bischof Heinrich von Augsburg zum „Subregenten“. Der wurde allerdings von den Fürsten nicht akzeptiert. Im Gefolge des Staatsstreiches von Kaiserswerth übernahmen die Erzbischöfe Anno von Köln, Siegfried I. von Mainz und Adalbert von Bremen die Regierungsverantwortung für den jungen König Heinrich IV.

Literatur

  • Stefan Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier 1024–1125: Kaiser oder Papst?, Thorbecke Ostfildern 2008, ISBN 978-3-7995-4105-3
  • Georg Gresser: Die Synoden und Konzilien zur Zeit des Reformpapsttums in Deutschland und Italien von Leo IX. bis Calixt II. 1049–1123. Schöningh Verlag Paderborn 2006, ISBN 978-3-5067-4670-2
  • Hermann Jakobs: Kirchenreform und Hochmittelalter 1046-1215. Oldenbourg München 1999, ISBN 3-486-48822-8
  • Mechthild Black-Veldtrup: Kaiserin Agnes (1043-1077). Böhlau Verlag Köln 1995, ISBN 3-412-02695-6