Heinrich von Kleist - sein Leben und Tod

Kleistgrab - Rebecca Haertel
Kleistgrab - Rebecca Haertel
Heinrich von Kleist war ein bedeutender Dichter. Doch sein Leben endete tragisch.

Im Berliner Bezirk Zehlendorf, etwas abgelegen von S- Bahnhof Wannsee, liegt ein idyllischer Ort. Von dort ist der Blick auf den kleinen Wannsee einfach traumhaft. Diesen Ort suchten am 21. November 1811 ein Mann und eine Frau auf. Wenig später fielen Schüsse. Der Mann und die Frau (Heinrich von Kleist und seine Begleitung) sackten tot zusammen und man begrub sie in ungeweihter Erde, denn Selbstmord war damals eine Sünde.

Kleists Jugendjahre

Heinrich von Kleist wurde am 18.10.1777 in Frankfurt (Oder) als ältester Sohn von Joachim Friedrich von Kleist und dessen Frau Juliane Ulrike, geb. von Pannwitz, geboren. Kleist hatte mehrere Geschwister. Seine engste Vertraute war seine Lieblingsschwester Ulrike. Sein Vater war ein Offizier gewesen und so war es für Heinrich von Kleist - als er 15 Jahre alt war - selbstverständlich auch in die Armee einzutreten. Doch bald merkte er, dass das Leben in der Armee "ein lebendiges Monument der Tyrannei" war.

Kleists Studium und Reisen

1799 trat er aus dem Militärdienst aus, um in seiner Geburtsstadt Frankfurt (Oder) zu studieren. 1800 verlobte sich Kleist mit der Frankfurter Generalstochter Wilhelmine von Zenge (1780 -1852 ). Er brach sein Studium ab und zog nach Berlin, um sich auf den preußischen Staatsdienst vorzubereiten. 1802 verbrachte er einige Zeit in der Schweiz, dort plante er sich als Bauer niederzulassen. In demselben Jahr ging die Beziehung zwischen Wilhelmine von Zenge und Heinrich von Kleist in die Brüche. Kleist reiste viel in seinem Leben, hielt es jedoch nirgendwo lange aus. In Oßmannstedt (Thüringen), lernte er den Dichter Christoph Martin Wieland (1733 - 1813) kennen, der Kleists Talent für die Schriftstellerei erkannte. Kleits Lustpiele und Tragödien wie "Der zerbrochene Krug", "Die Familie Schroffenstein", "Amphitryon", "Prinz Heinrich von Homburg" und "Das Käthchen von Heilbronn" werden heute noch gerne aufgeführt. Seine Novelle "Michael Kohlhaas" basiert auf einen echten Fall: Der Kaufmann Hans Kohlhaas, ein ehrbarer Mann, wurde durch Betrug zum Räuber und Mörder, der schließlich zum Tode verurteilt wird.

Heinrich von Kleist - seine letzten Jahre

1805 ging er nach Königsberg, wo er für kurze Zeit als Beamter arbeitete. 1807 wurde Heinrich von Kleist von den Franzosen als angeblicher Spion verhaftet, nach Frankreich transportiert und dort eingesperrt. Nach seiner Freilassung zog er nach Dresden. Dort gründete er im Januar 1808 mit dem Philosophen Adam Müller (1779 - 1829) die Zeitschrift "Phöbus-Ein Journal für die Kunst". Die Zeitschrift hatte jedoch keinen Erfolg, so dass im Februar 1809 das letzte Heft erschien.

Wenig später war Heinrich von Kleist wieder in Berlin, dort zählten die Schriftsteller Joseph von Eichendorff, Achim von Arnim, Wilhelm Grimm und Clemens Brentano zu seinen Bekannten. Ab Oktober 1810 war Kleist Redakteur der Tageszeitung "Berliner Abendblätter", die im Frühjahr 1811 wieder eingestellt wurde. Kleist wurde immer depressiver. Eine Freundin, die sein Leiden teilte, fand er in der krebskranken Henriette Vogel. Sie war bereit mit ihm zu sterben.

"Die Wahrheit ist, dass mir auf Erden nicht zu helfen war", schrieb er in seinen Abschiedsbrief an Ulrike.

Der Kleine Wannsee ist ein idyllischer Ort. Am 21. November 1811 erschoss Heinrich Kleist erst Henriette Vogel und ein wenig später sich selbst am Ufer des Kleinen Wannsees, dort liegen sie auch begraben.

"Er lebte, sang und litt in trüber, schwerer Zeit,

Er suchte hier den Tod und fand Unsterblichkeit", lautet die Inschrift auf dem Grabstein.

Quellen: Kleist Museum in Frankfurt (Oder)

 Rebecca Haertel, Rebecca Haertel

Rebecca Haertel - Mein Name ist Rebecca Haertel. Ich bin eine internationale Autorin, Journalistin und Texterin (Deutsch/Englisch). Sprache war schon ...

rss