Helena Bonham Carter – Britin mit viel Talent und einmaligem Stil

Bonham Carter als Bellatrix Lestrange - WarnerBros
Bonham Carter als Bellatrix Lestrange - WarnerBros
2010 glänzte Bonham Carter im preisgekrönten Film „King's Speech". Seit 14.07. ist sie im letzten „Harry Potter"-Teil wieder auf der Leinwand zu sehen.

Ein dunkelgrünes Kleid; eine lockere und trotzdem elegante Hochsteckfrisur, die von einer riesigen rosafarbenen Stoffblume bedeckt wird; eine Sonnenbrille mit runden Gläsern; eine kleine schwarze Handtasche mit einem Print im Ed-Hardy-Stil – wenn man diese Fakten alle addiert, kommt folgendes dabei heraus: Helena Bonham Carter bei der Londoner Premiere von „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Part 2“ am 07.07.2011. Ob bei öffentlichen Veranstaltungen oder sogar privat, die Britin sticht immer wieder durch ihre stilsicheren und ungewöhnlichen Outfits aus der Masse hervor. Helena Bonham Carter, die ein besonders großes Interesse an düsteren Filmcharakteren hegt, zeichnet sich jedoch nicht nur durch ihren einmaligen Kleidungsstil aus, sondern auch durch ihr herausragendes schauspielerisches Talent und ihre Wandelbarkeit.

Helena Bonham Carter: Wie alles begann

Am 26. Mai 1966 erblickte Helena Bonham Carter als Tochter der Psychotherapeutin Elena und des Bankiers Raymond († 2004) in Golders Green, London das Licht der Welt. Sie hat zwei Brüder, Edward und Thomas. Aufgrund ihres ausschweifenden Familienstammbaumes besitzt sie nicht nur britische Wurzeln, sondern auch französische, spanische und jüdische. Nach ihrem Highschool-Abschluss an der Westminster School strebte sie ein Studium an der Cambridge University an. Dort wurde sie jedoch nie angenommen, da die Schulbehörde einen Abbruch aufgrund der bereits begonnenen Schauspielkarriere befürchtete. Ab diesem Zeitpunkt widmete sie sich voll und ganz der Schauspielerei.

Die ersten Schritte in Richtung Filmbranche

Helena Bonham Carter nahm nie richtigen Schauspielunterricht und hatte mit 16 Jahren ihr Schauspieldebüt in einem Werbespot. 1983 bekam sie ihre erste Rolle in dem Fernsehfilm „Es geschah am See“. Drei Jahre später erhielt sie ihre erste Hauptrolle in dem britischen Drama „Lady Jane – Königin für neun Tage“ von Trevor Nunn. Ihren Durchbruch erlangte Bonham Carter mit dem Film „Zimmer mit Aussicht“, in dem sie an der Seite von Maggie Smith eine Engländerin im Jahre 1907 spielt. Ihre ersten Filme sorgten dafür, dass sie eine Zeit lang immer wieder auf ein bestimmtes Image reduziert wurde: sie galt als „Königin des Korsetts“ und „Englische Rose“.

Eine vielversprechende Karriere entsteht

Von 1987 bis 1997 drehte Bonham Carter insgesamt 28 Filme. Unter anderem die Literaturverfilmungen „Hamlet“ mit Mel Gibson in der Hauptrolle und „Was ihr wollt“ – beides Stücke von William Shakespeare. 1998 war sie neben Gemma Jones in dem Drama „Vom Fliegen und anderen Träumen“ erneut im Kino zu sehen. Ein Jahr später folgte der bekannte Thriller „Fight Club“ mit Brad Pitt und Edward Norton. 2001 spielte sie neben Mark Wahlberg in „Planet der Affen“ von Regisseur Tim Burton; während der Dreharbeiten verliebten sich Bonham Carter und Burton. Mittlerweile sind die beiden verheiratet und haben zwei Kinder. 2003 konnte man sie als Anne Boleyn im Fernsehfilm „Henry VIII“ von Pete Travis bewundern. Im gleichen Jahr arbeitete sie zum zweiten Mal mit Tim Burton zusammen: sie drehten das Fantasy-Drama „Big Fish“, eine Verfilmung des Romans von Daniel Wallace. 2005 folgten zwei der bekanntesten Filme von Tim Burton: „Charlie und die Schokoladenfabrik“ und „Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche“ (Stop-Motion Film). In letzterem verlieh sie der Leiche Emily ihre Stimme und teilweise auch ihr Aussehen. Zwei Jahre später beglückte sie ihre Fans zum ersten Mal als furchteinflößende Bellatrix Lestrange in „Harry Potter und der Orden des Phönix“, ebenso wie 2009, 2010 und 2011 in den folgenden Teilen der Fantasy-Reihe. 2007 und 2010 drehte sie abermals mit ihrem Ehemann: „Sweeney Todd – Der teuflische Barbier aus der Fleet Street“ und „Alice im Wunderland“ (Stop-Motion Film). 2009 sah man sie in „Terminator: Die Erlösung“ und 2011 dann in der britischen Filmbiografie „King’s Speech“, die insgesamt vier Oscars, einen Golden Globe und etliche andere Preise erhielt.

Modische Einmaligkeit

Helena Bonham Carter wurde aufgrund ihres schrägen Modegeschmacks mehrmals zur am schlechtesten angezogenen Frau der Welt gewählt. Trotz allem steht die Britin voll und ganz hinter ihrem Stil. Mode habe vor allem mit Spaß zu tun, so die Schauspielerin. "Ich denke, die Modewelt ist von der Modeindustrie in Beschlag genommen worden, die Regeln darüber aufstellt, wer was anziehen soll. Ich breche diese Zwänge und sehe, dass die Welt daran nicht zu Grunde geht" (Quelle: Spiegel Online). Im Mai 2006 gründete Bonham Carter mit Hilfe der Designerin Samantha Sage ihre erste eigene Modelinie „The Pantaloonies“. Ihre erste Kollektion trug den Namen „Bloomin' Bloomers“, die Kleidung im viktorianischen Stil enthielt.

Ein Hoch auf Helena Bonham Carter

Die britische Schauspielerin hat ihre Fans in 28 Jahren mit unglaublich vielen, facettenreichen Filmen beglückt und wird dies hoffentlich auch noch etliche weitere Jahre tun. Man kann sich auf jeden Fall schon auf nächstes Jahr freuen. Derzeit wird in London „Dark Shadows“ von Tim Burton gedreht, in dem nicht nur Bonham Carter zu sehen sein wird, sondern auch Johnny Depp, langjähriger Freund und Patenonkel ihrer Kinder. Außerdem wird sie neben Ralph Fiennes in der Neuverfilmung von „Große Erwartungen“, das auf dem gleichnamigen Roman von Charles Dickens basiert, eine Rolle übernehmen. Ihre Fans dürfen also gespannt sein!

Luisa Behrendt - Luisa Behrendt, 21 Jahre alt, machte 2010 ihr Abitur, absolvierte ein Praktikum im MANA-Verlag und studiert Kulturwissenschaften.

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