"Hell", ein spannender Thriller - Interview mit Tim Fehlbaum

Tim Fehlbaum - Hw. Kruse
Tim Fehlbaum - Hw. Kruse
Der Debütfilm "Hell" von Tim Fehlbaum ist ein mit einfachen Mitteln erzählter und fotografierter apokalyptischer Thriller im Stil der dänischen Dogma-Filme.

Ein Treffen mit Tim Fehlbaum kurz vor der Berliner Erstaufführung seines Films „Hell“ auf dem Fantasy-Film-Festival. Er ist etwas aufgeregt, obwohl er den Film schon dreimal beim Münchener Filmfest und gerade beim Festival del Film vor 5000 Leuten auf der Piazza Grande in Locarno zeigte. „Aber das hier sind gute Kenner des Genres“, sagt der junge Regisseur, „die sind besonders anspruchsvoll. Ich hoffe, die vermissen nicht das viele Blut am Ende…“. Fehlbaum hat noch keine weiteren Pläne, keine Zukunftsphantasien, „Ich bin ganz gegenwärtig!“, strahlt er, „vieles mache ich zum ersten Mal und bin glücklich dabei. Diesen Film machen zu können, das ist mein Traum“.

Interview mit Regisseur Tim Fehlbaum („Hell“)

Hw-Kruse: Die Erzählweise von „Hell, die Nahaufnahmen und die scheinbar reportageartigen Aufnahmen ziehen die Zuschauer ganz dicht in den Film hinein

Tim Fehlbaum: Das Dokumentarische war von uns ganz bewusst gewählt, der Film soll so authentisch wirken, als sei jemand für einige Tage mit der Kamera dabei gewesen und dann wieder verschwunden. Als Kameramann habe ich auch schon Dokumentarfilme gemacht. Aber „Hell“ hat natürlich weitgehend mein Kameramann Markus Förderer fotografiert.

Wir wollten weder erzählen, was vorher passiert ist, noch die Backstory der Figuren, sondern einfach im Hier und Jetzt bleiben. Es gibt ja eine Tradition von Filmen die das so machen, „Mad Max“ beispielsweise, man wird als Zuschauer hineingeworfen, hat anfangs kurze Orientierungsschwierigkeiten und folgt dann den Figuren und der Geschichte.

Hw-Kruse: Wie war die Arbeit mit den Schauspielern?

Tim Fehlbaum: In meinem ersten Film konnte ich gleich mit so erfahrenen Schauspielern arbeiten und sehr stark von ihren Erfahrungen profitieren. Wir mussten ja viele technische Fragen lösen und ich hatte wirklich Glück, dass die Schauspieler so selbständig arbeiten wollten. Schon beim Casting hatte ich das Gefühl, dass die mich mehr casten als ich sie (lacht). Angela Winkler zu kriegen war schon etwas schwieriger, mit was für Regisseuren die schon gearbeitet hat …

Hw-Kruse Das ist ja auch nicht ihre Art von Film …

Tim Fehlbaum: Nee (lacht)… Es war schon recht anstrengend sie für „Hell“ zu gewinnen, es ging immer hin und her. Das hat viel Überzeugungsarbeit gebraucht. Schließlich bin ich einfach zu ihr gefahren, habe geklingelt und bin nicht eher gegangen als bis sie zugesagt hat (lacht). Beim Drehen war sie dann voll da und äußerst präsent. Dass sie so eine fürchterliche Filmfigur spielt, das hat ihr - glaube ich - dann sehr viel Spaß gemacht.

Hw-Kruse Sie haben einen Faible für Thriller?

Tim Fehlbaum: Als Jugendlicher habe ich viele solch spannender Filme gesehen, Hitchcock mochte ich früher sehr gerne. Ist ja klar, Kino muss Emotionen auslösen und Angst ist eine sehr emotionale Reaktion.Ich bin eher ein ängstlicher Mensch, vielleicht kann ich deshalb den Leuten so gut Angst einjagen (lacht). Komödien sind, glaube ich, das Schwierigste, Leute zum Lachen zu bringen ist sicher viel mühseliger als ihnen Angst zu machen …

Hw-Kruse: Was interessiert Sie noch außer Film?

Tim Fehlbaum: Nichts (lacht), leider nichts! Naja, ich lese gerne oder gehe manchmal ins Theater, aber ich bin schon ein ziemlicher Filmfreak (lacht) … Aber natürlich bekomme ich meine Inspirationen ja aus anderen Filmen!

Der Film „Hell kommt am 22. September 2011 in die Kinos.

Zur Rezension des Films "Hell" von Hanswerner Kruse

Hanswerner Kruse, Privat

Hanswerner Kruse - Hanswerner Kruse, 63 Jahre alt mit abwechslungsreichem Lebenslauf: * Hauptschule, Feinmechanikerlehre, Abitur * Arbeit als ...

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