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Woher kommen die Hautfarben?

Ist helle Haut eine Spielerei der Natur oder ein Evolutionsvorteil?

Wenig ist bekannt über die Gene, die unsere Haar-, Augen- oder Hautfarbe bestimmen. Selbst der Zusammenhang helle Haut - Krebs, dunkle Haut - Rachitis ist umstritten.

Etwa drei, vielleicht auch mehr Gene bestimmen die Hautfarbe des Menschen. Welche Gene genau es sind, steht nicht wirklich fest. Auch die Frage, ob es zuerst helle oder dunkle Haut gab, ist Ansichtssache. Über eines der Gene, das den Teint des Homo sapiens bestimmt, stolperten Forscher, die die Hautpigmente der Zebrabärblinge studierten.

Melanin und schwarzer Hautkrebs

Die Wissenschafter der Universität in Pennsylvania wollten mehr über krebserregende Gene in Erfahrung bringen. Durch Zufall identifizierten sie dabei ein Gen, das für helle Haut mit-verantwortlich ist. Auf den Zebrabärbling, der auch Zebrafisch genannt wird - Danio rerio - kamen die Forscher, da sie davon ausgingen, dass sowohl beim Menschen als auch beim Zebrafisch das Gen SLC24-A5 an der Melaninbildung und somit an der Pigmentbildung beteiligt ist. Als „schwarzer Hautkrebs“ oder malignes Melanom bezeichnet man die gefährlichste Form des Hautkrebses. Die Zellen, die Melanin bilden, entarten und bilden einen sehr aggressiven Krebs.

Gene wie SLC24-A5 regen unsere Hautzellen, sog. Melanocyten, dazu an das gelb-rötliche oder braun-schwarze Pigment Melanin zu produzieren. Alle Menschen haben eine ähnliche Anzahl dieser Hautzellen. Die Haut-, Haar- und Augenfarbe des Menschen hängt davon ab, ob mehr gelblich-rötliche oder braun-schwarze Melanine produziert werden und wo und wie lange sich die dunklen Pigmente in den Zellen aufhalten.

Dunkle Pigmente: Camouflage und Schutz gegen UV-Strahlung

Beim Frosch, der sich per Camouflage verstecken will, gruppieren sich die dunklen Pigmente um den Zellkern, die Haut erscheint so heller, wenn er vor einem hellen Hintergrund sitzt. Sollte es um ihn dunkel sein, verteilt sich das Melanin im Zytoplasma und der Frosch erscheint dunkler.

Uns Menschen schützt Melanin vermutlich vor allem gegenüber der UV-Strahlung. Die Melaninbildung wird durch UV-Strahlung angeregt. Deswegen, so nimmt man an, entwickelte sich in sonnigen Gegenden eine dunkle Haut. Stark pigmentierte Bevölkerungsgruppen leiden in geringerem Maße an Hautkrebs als Hellhäutige. Warum entwickelte sich dann überhaupt helle Haut, wenn sie so schlecht vor starker Sonne und damit Hautkrebs schützt?

Die Vitamin D Produktion in der Haut

Helle Haut, so nehmen Wissenschafter wie der Krebsforscher Sir Walter Bodmer an, entwickelte sich unabhängig sowohl in Europa als auch Asien aus dunkler Haut. Helle Haut könnte sich aufgrund des fehlenden Selektionsdrucks bezüglich Hautkrebs im Norden entwickelt haben. In weniger sonnendurchfluteten Ländern könnte sich aber auch einen Evolutionsvorteil darstellen: helle Haut war bei der Bildung von Vitamin D in sonnenarmen Gebieten vielleicht lebensnotwendig, denn unter Einwirkung des Sonnenlichts wird Vitamin D in der Haut hergestellt.

Rachitis bei dunkelhäutigen Männern und verschleierten Frauen

Der Körper dunkelhäutiger Menschen kann im Norden oft nicht genügend Vitamin D herstellen. Die Folge: Knochenweiche oder Rachitis. Heute kann dieser Mangel über eine ausgeglichene Diät behoben werden, bis zum 20. Jahrhundert war Rachitis bei bestimmten Gruppen ein großes Problem. Australische Forscher berichteten, dass auch heute noch bestimmte Bevölkerungsgruppen unter Vitamin D Mangel leiden, weil sie nicht genügend Sonnenlicht abbekommen: vor allem ältere Menschen in Altenheimen oder Krankenhäusern, dunkelhäutige Männer und dunkelhäutige, verschleierte Frauen.

Aber selbst diese beiden Erklärungsversuche – dunkle Haut als Schutz gegen Hautkrebs, helle, um genügend Vitamin D zu bilden – sind unter Wissenschaftlern umstritten. Die Studie der Entwicklung menschlicher Charakteristika wie Augen-, Haar- und Hautfarbe steckt in mancher Hinsicht noch in den Kinderschuhen. So erstaunt es wenig, dass es noch lange dauern wird, bis komplexe Krankheiten wie Krebs mit einfachen Mitteln geheilt werden können.