Hemingway - Der Spanische Bürgerkrieg 1936-1939

Der Autor und Kriegsberichterstatter bezieht klar Stellung

For Whom the Bell Tolls - Verlag
For Whom the Bell Tolls - Verlag
Ernest Hemingway ging 1937 nach Spanien, um von der Auseinandersetzung der spanischen Volksfront gegen die Faschisten General Francos zu berichten.

Bereits 1936 spendet Hemingway 40.000 Dollar für Arzneimittel, welche von der Republikanischen Armee dringend benötigt werden. Deutschland und Italien haben die faschistische Herrschaft Francos bereits anerkannt und senden Waffenhilfe. Hitler probt bereits den großen Krieg und die Volksfront kämpft verzweifelt gegen die neuesten Waffensysteme. Nach Abschluss der Arbeit an seinem Roman "To Have or Have Not" (Haben und Nichthaben) unterschreibt Hemingway einen Vertrag als Kriegsberichterstatter und informiert abseits des Stierkampfs aus dem von ihm so geliebten Land.

Liebe und Bomben

Es wäre nicht Hemingway, wenn hinter der Sache nicht ein gesundes Stück Egoismus stehen würde. Martha Gellhorn, Reporterin, welche er kurz zuvor auf Key West kennen gelernt hatte, engagierte sich im Konflikt, und man trifft sich im Hotel Florida in Madrid. Man kann annehmen, dass Hemingway mit seiner zweiten Ehefrau, Pauline Pfeiffer, im Geiste bereits gebrochen hat. Im April 1937 ist Madrid schwerem Granatfeuer ausgesetzt und Hemingway kann hautnah berichten, was er auch in dem ihm eigenen Stil tut:

"Am Morgen weckt Sie eine Granate. Sie explodiert, noch ehe der Portier Sie weckt, und Sie gehen ans Fenster und sehen hinaus und sehen einen Mann wie verrückt rennen, quer über den gepflasterten Platz hinweg, mit hochgeschlagenem Mantelkragen, den Kopf eingezogen."

Hemingway: Vorträge und klare Stellungnahme

Hemingway war wohl zeit seines Lebens weder Faschist noch Kommunist, noch irgendeiner anderen politischen Ideologie eng verbunden, doch glaubt er an – wie er schreibt "Leben, Freiheit und dem Streben nach Glück", also sieht er sich gezwungen, in diesem Konflikt, wo eine Seite klar für die Freiheit und die andere für eine Diktatur kämpft, Stellung zu beziehen. Am 4.Juni hält er in New York einen von vielen Vorträgen und bekennt sich klar zur Sache der "freien Spanier". Er sammelt Spenden, findet aber in Amerika nur mangelndes Interesse an einem Krieg am anderen Ende des Ozeans.

Hemingway: Spanische Erde

Im Sommer 1937 arbeitet Hemingway mit Regisseur Joris Ivens und seinem Schriftstellerkollegen John Dos Passos in Spanien an dem Dokumentarfilm "Spanish Earth", im Herbst 1937 schreibt er in wenigen Wochen sein einziges Theaterstück "The Fifth Column" (Die fünfte Kolonne), sendet weitere Depeschen aus dem Kriegsgebiet, muss verzweifelt zusehen, wie der Kampf immer hoffnungsloser wird. Zu den eindrucksvollsten und zeitlosesten Kurzgeschichten Hemingways zählen immer noch diejenigen, welche später unter dem Titel "Der Abend vor der Schlacht" zusammengefasst wurden.

Im Januar 1939 fällt Barcelona, im März Madrid, auch für Hemingway persönlich ist der grausame Spanische Bürgerkrieg verloren, und noch im März beginnt er auf Kuba die Arbeit an einem seiner großen Romane: "For Whom the Bell Tolls" (Wem die Stunde schlägt).

Diktatur und Faschismus

Ernest Hemingway sieht das Land, "welches er, abgesehen von seiner Heimat, am meisten liebt" für lange Zeit verloren und schreibt einmal mehr, einen grausamen Einblick in die Dualität des Menschen gebend: "Es gibt kein besseres und kein schlimmeres Volk auf der Welt. Keine gütigeren und keine grausameren Menschen. Und wer versteht sie eigentlich?"

Man kann ohne jede Verklärung und mit dem Abstand von vielen Jahren sagen, dass Spanien wohl kaum je einen größeren Fürsprecher hatte als Ernest Hemingway. Einer, der ein Volk verstehen wollte.

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