
- Fahrt durch den Odenwälder Herbstwald - Lou Avers
Der Odenwald ist eines der ältesten Mittelgebirge in Deutschland. Heute ist die Region ein Erholungsgebiet mit einem gut ausgebauten Wander- und Radwegenetz, romantischen Städten und mittelalterlichen Burgen. Naturfreunde aber freuen sich über die im Herbst bunt gefärbten Blätterkleider der dichten Mischwälder.
Wo liegt der Odenwald ?
Der Odenwald ist ein Mittelgebirge, das sich in einer Fläche von 2.500 Quadratkilometern über die Länder Hessen, Baden-Württemberg und Bayern erstreckt. Seine höchste Erhebung ist der im Neckar-Odenwald-Kreis beheimatete Katzenbuckel mit 626 Metern. Geologisch betrachtet entstand der Odenwald während der erdgeschichtlichen Periode des DEVON, heißt vor mehr als 300 Millionen Jahren durch die Kollision der beiden Kontinente Ur-Europa und Ur-Afrika. Buntsandstein, Granit, Gneise und Vulkanite dominieren die Bodenbeschaffenheit. Seine jetzige Form erhielt der Odenwald vor cirka 60 Millionen Jahren (erdgeschichtlich Tertiär), als der Rheingraben auf einer Länge von 300 Kilometern einbrach und rechts und links Gebirgsschollen hinterließ. Die Westseite davon ist der heutige Pfälzer Wald. Die Ostseite bilden Odenwald und Schwarzwald.
Naturpark und Geopark Odenwald
Eigentlich beheimatet der Odenwald gleich zwei Naturparks: Da ist zum einen der Geopark Naturpark Bergstrasse-Odenwald und zum anderen der Naturpark Neckartal-Odenwald. Der Geopark geht noch über die geografische Fläche des Odenwalds hinaus und grenzt im Norden an die UNESCO Welterbe-Grube Messel, im Westen an das Rheintal, im Osten an das Bauland und im Süden ans Neckartal. Der 1980 gegründete Naturpark Neckartal-Odenwald ist der nördlichste Naturpark in Baden-Württemberg. Er umfasst 1.300 Quadratkilometer Fläche und grenzt an die Nachbarländer Hessen und Bayern.
Sehenswerte Städte und Orte im Odenwald
Zum Odenwald gehören sieben Landkreise (Kreis Bergstrasse, Landkreis Darmstadt-Dieburg, Main-Tauber-Kreis, Landkreis Miltenberg, Neckar-Odenwald-Kreis, Odenwaldkreis und Rhein-Neckar-Kreis). Mittelalterliche Städte wie Heppenheim, Weinheim, Erbach, Michelstadt, Mosbach, Eberbach oder die bekannte Universitätsstadt Heidelberg gehören dazu. Ländliche Dörfer aus Buntsandstein, dichte Mischwälder oder die Burgruinen des romantischen Neckartals sind die Hauptattraktionen der Region. Der Odenwald ist ein anerkanntes Erholungsgebiet und bietet zahlreiche Freizeitaktivitäten.
Wandern und Radfahren im Odenwald
Mehr als 8.000 Kilometer Wanderwege umfasst die Region des Odenwaldes und der Bergstrasse. Von Tagesrouten bis Weitwanderstrecken ist alles geboten. Daneben kann man den Themenwegen des Nibelungensteigs, des Alemannenwegs oder dem Badener Weg, dem Burgundenweg oder dem Frankenweg im „Odenwald-Schmetterling“ folgen. Auch Radfahrer kommen im Odenwald auf ihre Kosten. Ein gut beschildertes Netz an Themenradrundwegen mit allen Schwierigkeitsgraden lädt zu Radelausflügen ein. Mehr als ein Dutzend Radtouren gibt es in der Region: vom Mountainbike Rundweg über den 3-Länder-Radweg bis zum Neckartal- oder Skulpturenradweg. Die Tourismusgemeinschaft Odenwald gibt Informationen dazu auf Ihrer Homepage.
Geologische Phänomene im Odenwald
Geologische Phänomene gibt es einige im Odenwald. Eines der beeindruckendsten ist das legendäre Felsenmeer in Reichenbach-Lautertal. Eine Schneise aus gigantischen Felsblöcken liegt dort wie von Riesenhand ausgestreut mitten im Wald. Besucher staunen über diesen Anblick und glauben gerne die Sage des Streits zweier Riesen, die sich mit den Steinen bewarfen. Geologen erklären die Entstehung der Felsblöcke durch die Abtragung von in der Vulkanzeit entstandenen Gesteinsmassen und erosionsbedingten formgebenden Prozessen. Die detaillierte Erklärung würde hier den Rahmen sprengen, kann aber beim Geopark nachgelesen werden.
Legenden, Märchen und Mythen aus dem Odenwald
Immer schon war der Odenwald Heimat von Sagen und Märchen. Die Gebrüder Grimm sollen in einigen ihrer Märchen den hessischen Odenwald als Kulisse genutzt haben. Noch heute beziehen sich die Reichelsheimer Märchentage auf die bekanntesten deutschen Märchenerzähler aus Hanau. Eindeutiger ist die Zuordnung der Nibelungensage. Der Wortlaut des Textes gibt den Odenwald als Ort an, an dem Siegfried hinterlistig von Hagen an einer Quelle getötet wird. Welche Quelle dies ist, darum streiten sich allerdings bis heute zahlreiche Gemeinden des Odenwalds. Dem Wanderer im herbstlichen Blätterkleid ist dies einerlei; die märchenhafte Kulisse verleitet auch ohne diese Spitzfindigkeiten zum Tagträumen und Seele-Baumeln-Lassen…
