Der New Yorker Saxofonist Robert (David Thornton) steckt in einer Schaffenskrise. Das Schlimmste daran: Motivation und Kohle fehlen. Immerhin für Letzteres gibt es einen Ausweg. Als Robert aus seiner Wohnung ausziehen muss, heuert er den jungen serbischen Immigranten Branko (Branislav Trifunovic) an. Der verzehrt sich beinahe vor Sehnsucht nach seiner Freundin Ivana, die noch in Belgrad lebt und nicht in die USA reisen darf, weil sie kein Visum besitzt. Branko schlägt Robert einen Deal vor: Robert bekommt ein Flugticket nach Belgrad bezahlt und vor Ort noch einmal 5000 Dollar. Allerdings unter der Bedingung, dass Robert in Belgrad Ivana heiratet und sie mit einem Touristenvisum mit nach New York bringt.
Belgrad als Übergangslösung
Robert willigt ein und fliegt nach Belgrad. Dort stellt er sich als Brankos Freund aus New York vor, der geschäftlich in der Stadt zu tun hat. Branko hat alles bis ins Detail geplant: Robert soll bis zur Hochzeit bei seiner Mutter Olga (Mirjana Karanovic) in Belgrad wohnen und sich mit Ivana bekannt machen. Die Formalitäten für die Hochzeit werden in die Wege geleitet. Brankos Mutter Olga soll nichts von den Heiratsplänen ihres Sohnes erfahren. Den unerwarteten Gast Robert nimmt sie gastfreundlich auf. Doch der fühlt sich unwohl. Er reagiert distanziert und abweisend auf den herzlichen Empfang von Olga.
Romantik lässt Depressionen schwinden
Unterdessen muss Branko in New York das restliche Geld erst noch verdienen. Alles läuft gut, bis sein Van, den er für Umzüge anbietet, geklaut wird. Für den verliebten Branko eine Katastrophe. Der Kauf eines neuen Lieferwagens reißt ein enormes Loch in die Hochzeitskasse. Verzweifelt bittet Branko Robert, länger in Belgrad zu bleiben, damit er das versprochene Geld auftreiben kann. Der Kummer gewohnte Robert willigt ein – und gewinnt durch den zwangsweise verlängerten Aufenthalt unverhofft wieder Lust am Leben und an der Liebe. Schuld daran: Gastgeberin Olga. Die Zwang-WG-Genossen lernen sich näher kennen und die Romantik zwischen beiden gipfelt darin, dass Saxofonist Robert sogar wieder Musik macht – auf Olgas Balkon. Doch dann wird Branko in New York verhaftet. Als Olga davon und von der geplanten Scheinehe erfährt, macht sie Robert für die Verhaftung ihres Sohnes verantwortlich…
„Here and There“: Ode an Jim Jarmusch
Dem gebürtigen Serben Darko Lungulov gelang mit „Here and There“ ein Film im besten Sinne von Jim Jarmusch: ruhig, melanchoisch und trotzdem humorvoll. Das Drama ist sein erster Spielfilm und gewann auf dem Tribeca Filmfest 2009 den Preis „Best New York Narratrive“. „Sängerin Cindy Lauper übernimmt im Film übrigens eine Gastrolle – die der Rose. Here and There“ ist ohne Zweifel ein Independent-Film und keiner für das große Publikum. Doch nicht nur der in New York eingeheimste Filmpreis lässt zu Recht auf ansehliche Zuschauerbesuche auch in Deutschland hoffen. Lungulovs Film ist ein gelungenes Kinodebüt, das sich nicht nur als Ode an Regisseur Jim Jarmusch entpuppt, sondern auch als Hymne auf zwei unvergleichbare Städte: New York und Belgrad.
Daten zum Film „Here and There“ von Darko Lungulov
Originaltitel: „Tamo i ovde“
Regie: Darko Lungulov
Kinostart in Deutschland: 22. April 2010
Verleih: Camino Filmverleih
Laufzeit: 90 Minuten
