Während Spiderman und Batman die Kinoleinwände erobern, unterstützt von den X-Men oder Hulk, blieben Helden auf den TV-Bildschirmen eher im Undercovereinsatz. Dank der NBC Serie "Heroes" ändert sich das jetzt. Immer mittwochs auf RTL 2 werden Normalos zu Helden, können fliegen oder die Zukunft malen, wenn sie nicht gerade unverwundbar sind. Noch nie war die Nachfrage nach Helden so groß wie in dieser Generation an TV Zuschauern. Die Frage ist, woher die Sehnsucht nach den Supermännern dieser Welt kommt. Wieso lässt sich mit diesen fiktiven Figuren so schnell das Herz des Fans erobern?
Durchschnittshelden als Lieblinge
Vielleicht liegt der Erfolg der Serie von Macher Tim Kring in der Tatsache, dass seine Helden im wahren Leben der Echtzeit leben und erst mal Sorgen wie jeder Normale zu haben scheinen. Die unverwundbare Cheerleaderin Claire (Hayden Panettiere), die um Anerkennung kämpft oder der fliegende Peter Petrelli (Milo Ventimiglia) der im Schatten seines erfolgreichen Bruders steht, jeder von Krings Helden ist ein Durchschnittstyp, was ihren Sympathiewert auf anhieb steigen lässt. Die Botschaft ist eindeutig, jeder kann, wenn er will, die Welt verändern. Das weckt bekannte Gefühle in einem jeden Menschen, der nach einem besonderen Ziel in seinem Leben sucht. Da man aber eben nicht einfach so vom Dach eines New Yorker Wohnblocks fliegen kann, überlässt man solche Ausflüge den Serienhelden, die vor allem durch ihre Menschlichkeit überzeugen. Wo Batman einen dunklen Anzug tragen muss um seine wahre Identität zu verbergen, trägt ein "Hero"-Held nur Jeans und T-Shirt.
Krings genialem Team an Autoren und kreativen Köpfen ist es zu verdanken, dass die Serie um übernatürliche Kräfte und unglaublich gemeine Bösewichte genau den Nerv der Zeit trifft und es locker mit Serien wie "LOST" oder "CSI: Den Tätern auf der Spur" aufnehmen, sie aber auch bei Preisverleihungen immer einen Spitzenplatz belegen kann.
Autorenstreik legt auch Superhelden lahm
Was "Supermans" Kryptonit ist, hat im "Heroes" Universum einen weitaus weltlicheren Namen: Autorenstreik. Hollywoods Schreiber zwingen nicht nur die Golden Globe Verleihung in die Knie, sie legen auch eine Millionenproduktion wie "Heroes" lahm und führen bei manchen Hardcore Fan zu wahren Entzugserscheinung. In Deutschland, wo gerade die erste Staffel ausgestrahlt wird, spürt man davon zum Glück noch nicht viel, während in Amerika der Sender NBC bitter das Ausbleiben neuer Folgen bezahlen muss. Eigentlich ein großer Bonus für die Serie, beweisen die sinkenden Einschaltquoten des Senders doch, wie wichtig "Heroes" als Geldquelle ist.
Doch das schert die guten Fans nicht besonders viel. Sie wünschen sich nur sehnlichst ihre Helden zurück, die sie im wahren Leben doch immer seltener finden. Das mag der Grund sein, wieso Superhelden Konjunktur haben und so begehrt sind wie schon lange nicht mehr. Vorbei die Zeiten als Feuerwehrmänner und Polizisten die Helden der Allgemeinheit waren. Enttäuscht über das Ausbleiben realer Helden, greifen die Serienjunkies dankbar auf die Männer und Frauen der Serienwelt zurück, die zumindest für 45 Minuten, einmal die Woche, genug Ablenkung fern ab von der Realität bieten.
Ach, wenn man doch nur fliegen könnte.
